Asus Zenfone 5 im Test: So hilfreich ist künstliche Intelligenz

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Asus Zenfone 5 mit Notch im Display. Das Zenfone 5Z sieht identisch aus.
Asus Zenfone 5 mit Notch im Display. Das Zenfone 5Z sieht identisch aus.(© 2018 CURVED)

Das Asus Zenfone 5 will mit einem großen Display, einer Dualkamera sowie viel künstlicher Intelligenz punkten. Ob dies gelingt erfahrt ihr im Test.

Das Asus Zenfone 5 ist schlicht und elegant gestaltet. Die Rückseite besteht aus Glas und spiegelt entsprechend stark – was gewollt ist. Unabhängig von der Optik liegt das Smartphone angenehm in der Hand und man erreicht alle Tasten und Bedienelemente, wie den Fingerabdrucksensor auf der Rückseite, ohne Probleme. Alternativ kann man das Zenfone 5 auch über eine Gesichtserkennung entsperren. Sie arbeitet zügig, ist aber nicht ganz so sicher wie der Fingerabdrucksensor.

Großes Display und Dualkamera mit Weitwinkel-Objektiv

Das Display des Zenfone 5 ist 6,2 Zoll groß und nimmt nach Angaben von Asus 90 Prozent der Vorderseite ein. Das Seitenformat von 19:9 sorgt trotz Notch – die Aussparung am oberen Rand – dafür, dass man Filme und Serien in 18:9 sehen kann, ohne dass die Notch sich ins Bild drängt. Die Full-HD-Plus-Auflösung von 2246 x 1080 Pixeln ist für einen Touchscreen dieser Größe nicht das Maximum, reicht aber für ein detailreiches Bild aus.

Die künstliche Intelligenz des Zenfone 5 soll sich Asus zufolge an drei Stellen einschalten: Kamera, Leistung und Bedienung. Die Dualkamera bietet keinen Zoom, sondern lässt euch zwischen einem Standard-Winkel- und einem Weitwinkel-Objektiv mit einem Blickwinkel von 120 Grad wählen. Einen Bokeh-Effekt bekommt die Knipse trotzdem hin. Die Standard-Kamera liefert Fotos mit einer Auflösung von zwölf Megapixeln. Die Weitwinkelkamera nimmt dagegen nur acht Megapixel auf. Ein Unterschied, der sich auch qualitativ bemerkbar macht. Die weitwinkligen Aufnahmen haben eine deutlich geringere Detailgenauigkeit und wirken farblich überzeichnet und weniger realistisch.

Bei Tageslicht liefert die Hauptkamera des Zenfone 5 schön anzusehende Fotos mit natürlichen wirkenden Farben. Mit starken Kontrasten kommt die Kamera gut zurecht, trotzdem lohnt sich der HDR-Modus, der für noch mehr Ausgleich zwischen hellen und dunklen Bereichen sorgt. Den Bokeh-Effekt bekommt die Dualkamera ordentlich hin und macht den Hintergrund unscharf und lässt die Person oder den Gegenstand im Vordergrund scharf. Allerdings lässt die Detailgenauigkeit bei genauerer Betrachtung zu wünschen übrig. Auf dem Display des Smartphones fällt das noch nicht negativ auf, aber sobald man sich die Aufnahmen auf einem größeren Bildschirm anschaut. In der Nacht, nutzt die Kamera das wenige vorhandene Licht zwar gut aus, weist aber ein deutlich stärkeres Bildrauschen als Top-Smartphones auf.

Die Frontkamera nimmt Selfies mit einer Auflösung von acht Megapixeln auf. Für Selfies ist die Detailgenauigkeit in Ordnung. Für kräftigere Farben und einen vernünftigen Ausgleich von Kontrasten, ist der HDR-Modus hier deutlich wichtiger als bei der Hauptkamera auf der Rückseite. Der Bokeh-Modus der Frontkamera, bleibt qualitativ weit hinter dem der Hauptkamera zurück. Für einen unscharfen Hintergrund sollte man sich also lieber fotografieren lassen als selbst auf den Auslöser zu drücken.

Die künstliche Intelligenz macht sich beim Fotografieren gelegentlich bemerkbar. Ein kleines Symbol auf dem Display weist darauf hin, dass sie eine bestimmte Szene erkannt hat und die Einstellungen entsprechend anpasst. Vergleichen mit Fotos ohne KI-Hilfe lassen sie sich allerdings nicht, da man die Hilfe in der Kamera nicht abschalten kann.

Flotte Hardware und Android Oreo

Mit dem Snapdragon 636 und vier Gigabyte Arbeitsspeicher sortiert sich das Asus Zenfone 5 mit seiner Hardware in der Mittelklasse ein. Das reicht für zügig startende Apps und eine ruckelfreie Nutzeroberfläche. Das aktuell beliebte Spiel "PUBG Mobile" mit seinen hohen Anforderungen an die Hardware lässt sich bei mittlerer Grafikqualität spielen. Der sogenannte AI Boost soll die Leistung des Smartphones verbessern und lässt sich über die Schnelleinstellungen aktivieren und deaktivieren. Bei einigen Apps meldet sich die Funktion sogar selbstständig und will aktiviert werden. Allerdings brachte die künstliche Intelligenz im Test keinen messbaren und keinen spürbaren Leistungszuwachs.

Der interne Speicher des Zenfone 5 fällt mit 64 Gigabyte ausreichend groß aus und lässt sich bei Bedarf mit einer microSD-Karte erweitern. Den 3300-mAh-Akku lädt man über einen USB-C-Anschluss auf. Ist euch das zu wenig Leistung oder Speicher, dann hat Asus noch das im wesentlichen baugleiche Zenfone 5Z im Angebot. In ihm stecken mit dem Snapdragon 845 der aktuelle Top-Chipsatz von Qualcomm sowie acht Gigabyte Arbeitsspeicher und 128 Gigabyte Speicher.

Als Betriebssystem erwartet euch Android 8.0 Oreo auf dem Zenfone 5. Asus versieht das Betriebssystem mit einer eigenen Nutzeroberfläche sowie Asus-Versionen von Standard-Apps und einigen vorinstallierten Apps. Bei der Bedienung und Nutzung soll sich die künstliche Intelligenz ebenfalls bemerkbar machen und hilfreich zu Seite stehen. Während des Tests ist mir die AI allerdings nicht aufgefallen. Ob das jetzt für oder gegen sie spricht?

Fazit

Das Asus Zenfone 5 ist ein solides Mittelklasse-Smartphone geworden: Schickes Design, ordentliche Kamera und genug Leistung. Die groß angepriesene künstliche Intelligenz macht sich allerdings wenig bis gar nicht bemerkbar. So fehlt dem Smartphone das gewisse Extra, das es besonders interessant machen würde. Die unverbindliche Preisempfehlung von 399 Euro für das Zenfone 5 ist weder besonders niedrig noch besonders hoch. Das Zenfone 5Z soll 599 Euro kosten und wäre angesichts seiner Hardware ein günstiges Top-Smartphone, allerdings spielt die Kamera nicht in der ersten Liga mit.

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