Asus ZenBook 3 im Test: das WinBook Air

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Das Asus ZenBook 3
Das Asus ZenBook 3(© 2017 CURVED)

Klein, leicht, schick: Das Asus ZenBook 3 könnte eine Alternative für die sein, die auf ein MacBook Air schielen, aber Windows treu bleiben wollen.

Gerade mal 910 Gramm wiegt das ZenBook 2. Für das geringe Gewicht verantwortlich ist das Gehäuse, das aus einer Aluminium-Magnesium-Legierung "in Raumfahrt-Qualität" besteht. Das behauptet Asus zumindest. Aber auch jenseits der Schwerelosigkeit fühlt sich das Ultrabook leicht an. Viel Platz nimmt es auch nicht weg, ist es doch gerade einmal 11,9 Millimeter dick.

12,5 Zoll und Full-HD

Gut greifen und halten lässt es sich trotzdem. Allerdings bleiben auf dem Gehäuse schnell Fingerabdrücke zurück. Die Scharniere geben dem Display guten Halt, sind aber gleichzeitig so leichtgängig, dass Ihr den Deckel mit einer Hand öffnen und schließen könnt.

Das Display des ZenBook 3 misst in der Diagonalen 12,5 Zoll und verfügt über eine Full-HD-Auflösung. Daraus ergibt sich ein Seitenverhältnis von 16:9, wodurch der Bildschirm vergleichsweise breit und schmal wirkt. Seine Blickwinkel sind stabil und liegen nach Herstellerangaben bei 178 Grad. An der Farbdarstellung und der Detailgenauigkeit lässt sich nichts aussetzen. Das Kontrastverhältnis gibt Asus mit 1000:1 an. Mit 7,6 Millimetern sind die Seitenränder ziemlich schmal geraten. Oben und unten ist der Rand dicker. Asus berechnet für das ZenBook 3 eine Screen-to-Boy-Ratio von 82 Prozent. Vor Kratzern schützen und für Stabilität soll Gorilla Glass 4 sorgen.

Core i7 und Full-Size-Tastatur

In der besten Ausstattungsvariante verfügt das Asus ZenBook 3 über einen Intel Core i7 mit bis zu 3,1 GHz, 16 Gigabyte Arbeitsspeicher, ein Terabyte SSD-Speicher und hat Windows 10 Pro an Bord. Für unseren Test mussten wir uns mit etwas schwächerer Ausstattung zufrieden geben: Der Core i7-7500U erreicht bis zu 2,90 Gigahertz und hat acht Gigabyte Arbeitsspeicher zur Seite. Der SSD-Speicher bietet bis zu 512 Gigabyte Platz. Als Betriebssystem kommt in dieser Variante Windows 10 Home zum Einsatz.

Aber selbst diese "abgespeckte" Konfiguration reicht für die vorgesehene Nutzung des ZenBook 3 völlig aus. Das Notebook ist kein Gaming-Laptop, sondern zum Schreiben, für andere Büro-Tätigkeiten und Surfen vorgesehen. Dabei wird der extrem schmale Lüfter auch nicht laut. Gehört habe ich ihn nur bei laufenden Benchmarktests. Dabei erreichte das ZenBook 3 beim CPU-Test von Cinebench 24,60 fps und im CPU-Test 313 cb. Für den Vergleich zu den sonst von uns getesteten Android- und iOS-Geräten seien noch über 250.000 Punkte bei Antutu sowie 3945 und 7264 Punkte bei Geekbench 4 erwähnt.

Der Akku des Asus ZenBook 3 verfügt über 40 Wattstunden und soll laut Hersteller das Notebook neun Stunden lang mit Strom versorgen. Dieser Wert bestätigt sich im Test. Ich bin mit einer Stunde Mittagspause gut mit dem Laptop über meinen achtstündigen Arbeitstag gekommen. Für einen Film am Abend reichte es dann zwar nicht mehr. Doch dank der Schnellladefunktion war nach dem Abendbrot wieder genug Energie aufgeladen. Asus verspricht 60 Prozent in 49 Minuten.

Trotz des kleinen Bildschirms hat Asus beim ZenBook 3 eine Full-Size-Tastatur untergebracht. Die Tasten sind angenehm groß und lassen sich mit einem Tastenhub von 0,8 Millimetern gut drücken. Im Dunkeln unterstützt mich eine Hintergrundbeleuchtung. Größter Schwachpunkt sind meiner Meinung nach die kleinen Pfeil-Tasten. Aber bei einem kompakten Notebook müsst Ihr auch zu Kompromissen bereit sein. So hat das Touchpad nur im unteren Bereich einen minimalen Hub.

Ein Fingerabdrucksensor, zwei Anschlüsse und vier Lautsprecher

Nicht alles, was Apple vormacht, sollten andere Hersteller nachmachen. So verpasst Asus dem ZenBook 3 nur zwei Anschlüsse: einen Audioausgang für Kopfhörer und eine USB-C-Buchse zum Aufladen des Akkus sowie zur Datenübertragung. Braucht Ihr mehr Schnittstellen, könnt Ihr das Notebook mit dem optional erhältlichen Universal Dock um USB-C 3.1, USB 3.0, HDMI, VGA, LAN und ein 3-in-1-Kartenlesegerät erweitern. Oft kommt man mit dem einen USB-C-Anschluss problemlos aus. Doch gibt es immer noch genug Momente, in denen man seinen Laptop dafür verfluchen wird, dass eine bestimmte Schnittstelle nicht vorhanden ist oder man schon wieder einen Adapter benötigt.

Mit Windows Hello stehen Euch mehrere Wege zum Entsperren des ZenBook 3 zur Auswahl: Passwort, PIN, Bildcode oder Fingerabdruck. Für Letzteren ist ein Fingerabdrucksensor in der rechten oberen Ecke des Touchpads eingelassen. Allerdings war er im Test nicht besonders zuverlässig und teilte mir oft mit, dass der Fingerabdruck nicht erkannt werden konnte - obwohl ich meinen Finger noch gar nicht aufgelegt hatte. So musste ich meistens nach mehreren gescheiterten Versuchen ein Passwort oder eine PIN eingeben. So hilft die biometrische Technik im Alltag nicht weiter.

Insgesamt vier Lautsprecher verstecken sich im Asus ZenBook 3. Mit Harman-Kardon-Technologie sollen sie für einen 4.0 Surround Sound sorgen. Der klingt zwar raumfüllend, aber dennoch blechern. Es bleiben eben kleine Notebook-Lautsprecher. Kein Wunder bei einem so dünnen Gerät.

Fazit: kostspieliges Leichtgewicht

Das Asus ZenBook 3 ist leicht und kompakt und mit seiner Hardware für fast alles außer Spiele geeignet. An einigen Stellen muss man zu Kompromissen bereit sein, aber auf der Tastatur lässt sich vorzüglich schreiben. Der Fingerabdrucksensor enttäuscht dagegen im Zusammenspiel mit Windows Hello. Letzten Endes sind 1699 Euro ein stolzer Preis für die von uns getestete Konfiguration.


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