Asus ZenPad 3S 10 im Test: Der Entertainer

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Asus ZenPad 3S 10: Mit 9,7 Zoll eine typische iPad-Größe.
Asus ZenPad 3S 10: Mit 9,7 Zoll eine typische iPad-Größe.(© 2017 CURVED)

Mein Nexus 7 hat nach vielen Jahren endgültig den Geist aufgegeben. So bin ich auf der Suche nach einem neuen Tablet für gelegentliches Gaming. Da trudelte das Test-Exemplar des Asus ZenPad 3S 10 genau im richtigen Moment in der Redaktion ein. Immerhin verspricht der Hersteller "Top Performance für bestes Entertainment". Das probiere ich doch direkt mal aus.

Das Nexus 7 war mir in den vergangenen dreieinhalb Jahren ein treuer Begleiter. Als Arbeitsgerät gekauft entwickelte es sich immer mehr zu einem reinen Daddel-Gerät für Spiele wie Madden NFL, Asphalt 8, Hitman GO, aber auch Siedler von Catan. Und auch für den Film- und Seriengenuss unterwegs bot es sich an. Doch die starke Beanspruchung hinterließ ihre Spuren. Erst fiel der Bewegungssensor aus, dann traten Risse auf dem Display auf, und Mitte Januar reagierte der Touchscreen gar nicht mehr.

Entertainment mit 9,7 Zoll

Auffälligster Unterschied zwischen mit einem alten Nexus 7 und dem Asus ZenPad 3S 10 ist das Format. An 9,7 Zoll im 4:3-Format muss ich mich nach langer Zeit mit sieben Zoll im 16:10-Format erstmal gewöhnen. Bei manchen Spiel hilft aber auch die Zeit nicht: Bei Madden ist es zum Beispiel immer umständlich, einen tiefen Pass auf einen weit nach vorn gelaufenen Receiver zu werfen, da ich ihn dafür oben auf dem Display antippen muss, aber meine Hände das Tablet unten festhalten.

Die Displayauflösung von 1536 x 2048 Pixel ist auf jeden Fall nicht nur für Spiele, sondern auch für Filme und Serien völlig ausreichend. Die kräftigen und trotzdem natürlich wirkenden Farben sowie die großen Betrachtungswinkel fallen ebenfalls positiv auf. Wer allerdings vor allem Netflix und Co. schauen will, dürfte mit dem 4:3-Format weniger Freude als mit einem 16:9- oder 16:10-Tablet haben.

Das Asus ZenPad 3S 10 verfügt über ein schlichtes, aber schickes Metallgehäuse, das grundsätzlich angenehm in der Hand liegt. Beim Spielen, aber auch bei Filmen und Serien ist der Sound nicht unwichtig. Hier punktet das ZenPad 3S 10 mit zwei Stereo-Lautsprechern, die DTS Premium Sound bieten und die man beim Zocken mit den Händen nicht zuhalten kann – weder aus Versehen, noch mit Absicht. Der Sound kommt nicht nur zur Seite aus dem Tablet, sondern auch nach vorne. Das klingt gut. Falls Ihr einen Kopfhörer anschließen wollt, so geht das per Klinken-Kabel oder per Bluetooth. Im letzteren Fall unterstützt das Tablet den aptX-Standard.

Sechs Rechenkerne und vier Gigabyte

Selbst auf dem dreieinhalb Jahre alten Nexus 7 ließen sich die aktuellen Spiele noch zocken, aber teilweise mit langen Ladezeiten und verlangsamten Gameplay. Das ist nicht schön, aber mit der Zeit ist man es gar nicht mehr anders gewohnt. Demgegenüber bringt das Asus ZenPad 3S 10 natürlich eine deutlich bessere Hardware mit. Der Mediatek-Chipsatz MT8176 verfügt über insgesamt sechs Rechenkerne – zwei sind mit 2,1 und vier mit 1,7 Gigahertz getaktet. Vier Gigabyte Arbeitsspeicher und der Grafikchip GX6250 von PowerVR stehen ihm zur Seite. Zusammen erreichen sie zwar keine Benchmark-Bestwerte, lassen aber alle aktuellen Spiele flüssig laufen und auch sonst keine Leistung vermissen.

Als Betriebssystem erwartet Euch noch Android Marshmallow. Über ein mögliches Update auf die aktuelle Version Android 7.0 Nougat schweigt sich Asus aus. Somit müsst Ihr vorerst auf die eine oder andere neue Funktion verzichten, werdet dafür aber von Asus mit vielen vorinstallierten Apps "entschädigt". Dazu kommt eine Nutzeroberfläche, die zum Start mit Widgets vollgepackt ist. Ich musste da erst einmal aufräumen. Es stört besonders, dass sich die vorinstallierten Apps nicht deinstallieren, sondern nur deaktivieren lassen. Ganz los werdet Ihr sie nicht. Immerhin fällt der interne Speicher mit 64 Gigabyte nicht zu knapp aus. Ihr könnt ihn bei Bedarf auch mit einer microSD-Karte erweitern.

Der Lithium-Polymer-Akku des Asus ZenPad 3S 10 mit einer Kapazität von 5900 mAh sorgt für viele Stunden Spielspaß. Der Hersteller verspricht zehn Stunden. Das kommt auch hin – ich hab zwar nicht zehn Stunden am Stück spielen können, doch mit Pause und Standby-Zeit zwischendurch bin ich zusammengerechnet mit einer Akkuladung sogar auf etwas mehr als zehn Stunden gekommen. Somit liegt die gesamte Akkulaufzeit anfangs sogar über der Herstellerangabe. Im Homebutton befindet sich ein Fingerabdrucksensor, der das Tablet vor unbefugten Zugriff schützt, bzw. Euch den Zugriff bei eingerichteter Bildschirmsperre erleichtert.

Mit Tablets macht man keine Fotos, die sehen mit der Hauptkamera, die mit acht Megapixeln auflöst, auch nicht schön aus. Nur die Frontkamera hat meiner Meinung nach einen sinnvollen Einsatzzweck: für Videochats. Allerdings ist die Auflösung von fünf Megapixeln und die Lichtempfindlichkeit dafür gerade ausreichend. Wirklich schöne Bilder könnt ihr Euren Gesprächspartnern nur bei guter Beleuchtung schicken. Eine herkömmliche Zimmerbeleuchtung reicht da nicht wirklich aus.

Fazit

In den USA hat Asus übrigens Ende Januar die LTE-Version des ZenPad 3S 10 vorgestellt. Sie verfügt über einen anderen Chipsatz inklusive Grafikchip, einen größeren Akku, und im Lieferumfang befindet sich der Z Stylus Pen als Eingabestift. Preislich bewegt es sich mit 405 Dollar anscheinend nur knapp über der WLAN-Version in Deutschland, allerdings hat Asus noch keine Angaben zu einem möglichen Verkauf der LTE-Variante hierzulande gemacht.

So lässt sich das Asus ZenPad 3S 10 bis dato als Medien- und Gaming-Tablet verwenden, überzeugt aber nicht auf ganzer Linie. Die Hardware ist flott, das Display sieht schön aus, der Sound klingt gut, das Tablet ist insgesamt schick designt. Das Displayformat eignet sich allerdings nicht für alle Einsatzzwecke, die Software ist zudem nicht auf dem aktuellsten Stand. Die unverbindliche Preisempfehlung liegt bei 379 Euro, teilweise ist das Tablet schon für unter 350 Euro erhältlich.

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