BlackBerry KeyOne im Test: zurück im Geschäft

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Das BlackBerry KeyOne
Das BlackBerry KeyOne(© 2017 CURVED)

Nach den langweiligen Geräten DTEK 50 und DTEK 60 bringt BlackBerry zusammen mit Hardware-Partner TCL endlich wieder ein Smartphone mit Tastatur. Wie gut man auf dem BlackBerry KeyOne tippen kann, verrät der Test.

Moment mal: TCL? Tatsächlich ist das BlackBerry KeyOne gar kein richtiges BlackBerry. Denn das Smartphone wurde nicht von den Kanadieren gefertigt, sondern von TCL mit Sitz im chinesischen Shenzen. Das Unternehmen hatte sich die Hardware-Rechte der Marke gesichert. Nur die Software stammt noch von BlackBerry. Dem Käufer wird es letztendlich nicht auffallen. Nicht nur, weil auf dem Karton groß BlackBerry steht, sondern weil das KeyOne mit einer physischen Tastatur ausgestattet ist und damit wie ein echtes BlackBerry aussieht.

Ein Schwergewicht mit großem Akku

Beim Design erwartet den Nutzer kein Schnickschnack. Eine Glasrückseite oder flippige Farben sucht man vergebens. Stattdessen sind Tastatur und Bildschirm in einen Aluminiumrahmen eingefasst, der Stabilität vermittelt. Die gummierte Rückseite sorgt für Grip. Das passt. Schließlich ist das KeyOne für Nutzer gedacht, die unterwegs viele Mails schreiben wollen oder müssen. Eine gewisse Griffigkeit ist da wichtiger als ein ausgefallenes Design. Nur wasserdicht ist es nicht. Schade!

Durch die solide Bauart und die Tastatur ist das KeyOne allerdings etwas schwer geworden. 180 Gramm bringt es auf die Waage. Das hat auch Vorteile: Durch die für heutige Verhältnisse große Höhe (9,4 Millimeter) ist genug Platz für einen großen Akku vorhanden. Der reicht für eineinhalb Tage Betrieb. Außerdem gibt es eine Schnellladefunktion. Aufgeladen wird über einen USB-Typ-C-Anschluss.

Obwohl das KeyOne mit einem Preis von 599 Euro ganz schön ins Geld geht, ist das KeyOne nur mit Mittelklasse-Hardware ausgestattet: Zum Snapdragon 625 von Qualcomm gesellen sich drei Gigabyte Arbeitsspeicher. Die Kombination ergibt im AnTuTu-Benchmark rund 62.000 Punkte. Der Wert ist aber zu vernachlässigen. Schließlich will man mit dem BlackBerry nicht zocken, sondern arbeiten. Und das klappt mit der gegebenen Leistung ohne Probleme.

Die Tastatur mit dem gewissen Touch

Das 4,5 Zoll kleine Display löst mit 1620 x 1080 Pixeln auf, liefert auf engstem Raum also scharfe Inhalte. Obwohl der Bildschirm nicht sonderlich groß ist, hat man Probleme, alle Ecken zu erreichen. Schuld ist das eigentliche Herzstück des KeyOne: die Tastatur. Die ist am Anfang oft im Weg. Wenn man aber erst einmal begreift, was man mit dem Keyboard alles machen kann, braucht man den Bildschirm fast gar nicht mehr berühren.

Praktisch: Ihr könnt auf jedem Buchstaben gleich zwei Shortcuts ablegen. Einer öffnet eine App oder Funktion nach kurzem, der andere nach einem langen Druck. So sind 52 Shortcuts möglich. Auf ein App-Symbol müsst Ihr nach der Einrichtung nicht mehr drücken. Außerdem könnt Ihr die Tastatur als Trackpad verwenden, um durch Menüs zu navigieren.

Auch beim Schreiben weiß die Tastatur zu überzeugen, wenn man sich an das Layout gewöhnt hat. Die Shift- und die Alt-Taste wurden vertauscht. Ansonsten lässt das Keyboard wenig zu wünschen übrig. Der Druckpunkt der Tasten ist super, es bietet eine Hintergrundbeleuchtung und wird auch von der Software vollumfänglich unterstützt. Wenn Ihr beim Tippen längerer Wörter auf die Wortvervollständigung zugreifen wollt, wischt Ihr zum Beispiel über die Tasten einfach nach oben, um den Wortvorschlag zu benutzen. Einmal nach links wischen löscht das letzte getippte Wort. Ein Sonderlob gibt es dann noch für den Fingerabdrucksensor. Der sitzt in der Leertaste. Genial.

Kamera und Software

Aber nicht nur der Fingerabdrucksensor soll ein gewisses Maß an Sicherheit vermitteln, sondern auch die Software, die von BlackBerry stammt. Beim Betriebssystem handelt es sich um Android 7.1.2 mit ein leicht angepassten Oberfläche. Die erweitern die Kanadier erneut um den BlackBerry Hub, der Eure Inbox mit Konten in sozialen Netzwerken kombiniert und alle neuen Meldungen an einem Ort anzeigt. Außerdem ist die bereits bekannte DTEK-App installiert. Sie scannt Euer System permanent auf Schwachstellen und warnt Euch, wenn Eure Daten gefährdet sind.

Natürlich kann man mit dem KeyOne auch fotografieren. Dafür verbaut der Hersteller hinten eine Kamera mit zwölf Megapixeln. Vorne kommt ein Exemplar mit acht Megapixeln zum Einsatz. Machen wir es kurz: Die Qualität stimmt. Farben wirken lebendig, die Kamera kommt mit Kontrasten gut zu recht und liefert viele Details. Mit der Frontkamera sind gute Selfies möglich. Videos nehmt Ihr mit dem KeyOne maximal in 4K bei 30 Bildern pro Sekunde auf. Nur wegen der Kamera wird aber wohl niemand zum KeyOne greifen.

Fazit: ein Vergnügen für Vieltipper

Das BlackBerry KeyOne ist das perfekte Arbeits-Smartphone für unterwegs. Der langlebige Akku mit Schnellladefunktion und die Tastatur mit vielen Tricks haben mich überzeugt. Als Medienmaschine eignet sich das Gerät dagegen nicht. Der Bildschirm ist zu klein und die Tastatur im Landscape-Modus oft im Weg. Mit 599 Euro ist das KeyOne darüber hinaus vergleichsweise teuer. Zugreifen solltet Ihr nur, wenn Ihr die Tastatur wirklich braucht. Ansonsten bekommt Ihr für das Geld bereits deutlich besser ausgestattete Smartphones, wie etwa das Huawei Mate 9.

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