Bluboo X550 im Test: Das Drei-Tage-Akku-Monster

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Bluboo X550: Hinter dem 5,5 Zoll großen Display versteckt sich ein 5300-mAh-Akku.
Bluboo X550: Hinter dem 5,5 Zoll großen Display versteckt sich ein 5300-mAh-Akku.(© 2015 CURVED)

5300 Milliamperestunden! Nein das ist nicht die Kapazität eines externen Akkus, sondern der Batterie des Bluboo X550. Wie lange das Smartphone des chinesischen Herstellers ohne Steckdose auskommt, haben wir ausprobiert.

Solange ich zurückdenken kann, habe ich alle meine Smartphones jede Nacht an die Steckdose gehängt. Keines hätte je zwei volle Tage durchgehalten. Spätestens im Laufe des zweiten Vormittags hätte ich panisch ein Ladegerät suchen müssen. Dass es auch anders geht, hat mir das Bluboo X550 gezeigt - auch wenn ich zugeben muss, dass mir der chinesische Hersteller bis zur Präsentation des Akku-Monsters noch gänzlich unbekannt war.

Auf geht's, ab geht's, drei Tage wach

Zu den Fakten: Drei volle Tage und damit fast 72 Stunden hat der Akku des Bluboo X550 durchgehalten - von Sonntagmorgen um kurz vor 9 Uhr bis Mittwochmorgen gegen 8.30 Uhr. Das sind nicht ganz die vom Hersteller versprochenen vier Tage Akkulaufzeit bei normaler Nutzung, aber immerhin zwei Tage mehr als ich von anderen Smartphones gewohnt bin. Wenn man Spiele zockt, bekommt man die Batterie des X550 auch innerhalb eines Tages leer. Mit dem Bluboo war ich sogar die gesamte Zeit über per WLAN oder das Mobilfunknetz online - was ich sonst nicht bin. Das eine oder andere kurze Spielchen habe ich mir auch gegönnt und hatte für insgesamt etwa 1,5 Stunden an diesen drei Tagen das GPS aktiviert.

Bluboo X550 © 2015 CURVED
Der Ladezustand des Akku im Verlauf über 72 Stunden.

In der dritten Nacht hätte ich das Bluboo wieder aufladen müssen. Vier Stunden reichen, um den leeren Akku wieder zu 100 Prozent aufzufüllen - man könnte ihn also auch nebenbei im Büro oder abends vor dem Fernseher aufladen. Gut gemacht: Das X550 behält den Strom nicht nur für sich, sondern kann auch die Akkus von anderen Smartphones aufladen. Um Euren Freunden aus der Patsche zu helfen, müsst Ihr nur das kurze USB-OTG-Kabel aus dem Lieferumfang dabei haben, schon könnt Ihr mit jedem USB-Kabel andere Smartphones mit Hilfe der Bluboo-Batterie aufladen - und müsst Euch meistens gar keine Sorgen um Eure Stromversorgung machen.

Dass 5300 Milliamperestunden nicht wenig sind, zeigt der Vergleich zum iPhone 6, dessen Kapazität mit 1810 Milliamperestunden nur ein Drittel so groß ist. Und auch das Galaxy S6 bietet mit 2550 Milliamperestunden nur die halbe Kapazität. Gleichzeitig müssen die High-End-Modelle noch eine wesentlich anspruchsvollere Hardware mit Energie versorgen.

Unspektakuläres Einsteiger-Smartphone

Von der langen Akkulaufzeit abgesehen handelt es sich beim Blueboo X550 um ein Einsteiger-Smartphone, dessen Hardware gut für den Alltag geeignet ist, aber weit von den Top-Smartphones entfernt ist. Das 5,5 Zoll große IPS-Display verfügt nur über eine HD-Auflösung von 1280 x 720 Pixeln und bietet stabile Blickwinkel, aber keine knackig scharfe Auflösung. Schaut man genau hin, sind die einzelnen Pixel zu erkennen. Der mit 1,5 Gigahertz getaktete Quadcore-Prozessor Mediatek MT6735p erreicht zusammen mit dem zwei Gigabyte großen Arbeitsspeicher im Antutu-Benchmark rund 20.000 Punkte. Das reicht für einen flüssigen Betrieb im Alltag aus. Nur die Ladezeiten fallen an einigen Stellen länger aus, bei Spielen sollte man sich auf Titel mit geringen Ansprüchen an die Hardware beschränken.

Der 16 Gigabyte große interne Speicher lässt sich mit einer microSD-Karte, die neben zwei SIM-Karten ebenfalls im Gehäuse Platz findet, erweitern. Intern ist der Speicher allerdings merkwürdig aufgeteilt. So stehen zwar insgesamt rund 12 Gigabyte für Eure Daten bereit, aber nur etwas weniger als vier davon für Apps. Statt NFC kommt im Bluboo X550 HotKnot von Mediatek als Kopplungshilfe zum Einsatz.

Die Kamera des X550 knipst Bilder mit acht Megapixeln - zwei Megapixel bei Selfies. Während die Selfies qualitativ nicht gerade überzeugen und blass sowie ausgewaschen wirken, können sich die richtigen Fotos durchaus sehen lassen. Zumindest bei guter Beleuchtung. Die Aufnahmen wirken farblich natürlich und sind ausreichend detailreich. Zu den Vorzeigekameras vom LG G4 und Huawei P8 fehlt allerdings noch ein wenig.

Der große Akku fordert sein Tribut

Der große Akku fordert seinen Tribut. Das Bluboo X550 ist mit 186 Gramm kein Leichtgewicht und wirkt klobig, ist aber rein von den Abmessungen her mit 148 x 78 x 9,5 Millimetern nicht größer als andere 5,5-Zoll-Smartphones. Mich persönlich stört das etwas mehr an Gewicht und Größe nicht. Wer sich aber an ein iPhone 6 oder Galaxy S6 gewöhnt hat, wird den schweren Knochen eher nicht in die Hand nehmen mögen.

Ein Lob von mir hat sich Bluboo damit verdient, dass der Hersteller das X550 mit Android 5.1 Lollipop ausliefert und nicht alle Google-Dienste vorinstalliert. Fehlende Apps, wie etwa Play Spiele, Youtube oder Google Drive, lassen sich aber problemlos aus dem ab Werk vorhandenen Play Store installieren. Hervorzuheben sind noch zwei Apps - "Direct" und "Smart Wake", die das Smartphone um eine hilfreiche Gesten- und Bewegungssteuerung erweitern.

Akku-Laufzeit als Killer-Feature

Neben der extrem lange Akku-Laufzeit - die für sich genommen schon ein extrem angenehmes Erlebnis ist, dass ich unbedingt auch bei anderen Smartphones haben will - hat das Bluboo X550 kein herausragendes Argument zu bieten, warum man es sich zulegen sollte. Es bleibt ein brauchbares Einsteiger-Gerät, dass bei Shops wie Gearbest.com, die uns das Gerät für den Test zur Verfügung gestellt haben, 150 Dollar kostet - umgerechnet also rund 135 Euro. Mit dem Coupon-Code "X550" nach Angaben des Shops sogar nur 127,73 Euro. Wenn für Euch die Akku-Laufzeit allerdings das wichtigste Kriterium ist, dann solltet Ihr auf jeden Fall zuschlagen.

Darüber hinaus macht das Bluboo X550 noch einmal klar, auf welchem Gebiet auch die großen Smartphone-Hersteller echte Innovationen zeigen müssen. Die Displays, Kameras und Prozessoren der Top-Modelle haben ein Niveau erreicht, an dem die Unterschiede nur noch gering sind. Meine Meinung: Wer es von Apple, Samsung, LG und Co. zuerst schafft, die Akku-Laufzeit seines Flaggschiffs auf mehr als zwei Tage zu verlängern, ist der Konkurrenz einen größeren Schritt voraus als mit einem Chip, der im Antutu-Benchmark 10.000 Punkte mehr erreicht.


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