BQ Aquaris X5 mit Cyanogen und Android im Vergleichstest

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BQ Aquaris X5 (Cyanogen): Ein Smartphone, zwei Betriebssysteme.
BQ Aquaris X5 (Cyanogen): Ein Smartphone, zwei Betriebssysteme.(© 2016 CURVED)

Ein Smartphone, zwei Systeme: Das Mittelklasse-Handy Aquaris X5 von BQ gibt es mit Android und Cyanogen OS. Wir verraten Euch im Test nicht nur, was die Hardware taugt, sondern auch welches Betriebssystem besser dazu passt.

Das BQ Aquaris X5 und das Aquaris X5 Cyanogen sind relativ unspektakuläre Mittelklasse-Smartphones, denen ich allerdings eine etwas größere Aufmerksamkeit zukommen lasse, da es sich technisch gesehen zwar um identische Geräte handelt, auf denen aber verschiedene Betriebssysteme laufen: Android und Cyanogen OS, das zwar auf dem gleichen quelloffenen Code basiert, bietet aber einige zusätzliche Funktionen.

Android oder Cyanogen: Das bieten die Betriebssysteme

Auf dem Aquaris X5 installiert BQ quasi die Stock-Version von Android und nimmt optisch und funktional nur wenige Veränderungen vor. Neben einem eigenen Hintergrundbild bleibt die App für den BQ Plus-Service die einzige Bloatware neben den typischen Standard- und Google-Apps. Auffällig ist, dass das Aquaris X5 Cyanogen mit weniger Google Apps - Play Bücher, Play Kiosk, Play Spiele, Google+, Notizen und Google Fit fehlen - auskommt, dafür aber über eine zweite Kamera-App, die mir persönlich nicht so gut gefällt, einen weiteren Browser neben Chrome, ein Tool für Screencasts und eine Galerie-App, die den Vorgaben von Material Design folgt, verfügt.

Ebenfalls fällt auf, dass die Schnelleinstellungen auf dem Aquaris X5 Cyanogen umfangreicher sind und Schaltflächen zur Aktivierung der Hotspot-Funktion, des Nachtmodus und der AudioFX-Einstellungen enthalten - wobei letztere beide auf dem X5 mit Android gar nicht verfügbar sind. Cyanogen verfügt darüber hinaus über einen vertikalen App Drawer, der alphabetisch sortiert und durch die Buchstaben unterteilt ist. Das ist ungewohnt, erweist sich aber mit zunehmender Zahl an Apps als praktisch. Dass Cyanogen OS auch zahlreiche Designpakete für die Nutzeroberfläche bereit hält, ist mir persönlich dagegen relativ egal.

Wichtiger und auch hilfreicher finde ich dagegen die zusätzlichen Einstellungen und das etwas anders strukturierte Menü des Aquaris X5 Cyanogen. So haben zum Beispiel die Benachrichtigungen und die Bildschirmsperre eigene Menüpunkte auf der ersten Ebene der Einstellungen erhalten. Neu hinzugekommen sind unter anderem der "LiveDisplay" genannte Nachtmodus, der die Farbtemperatur des Bildschirms verändert und so Eure Augen entspannen soll, sowie der Datenschutz-Bereich, in dem Ihr zum Beispiel den Zugriff von Apps auf Eure persönlichen Daten einschränkt. In den Systemprofilen könnt Ihr für verschiedene Orte oder Situationen Voreinstellungen festlegen, sodass Ihr zum Beispiel für das Auto oder den Arbeitsplatz keine Einstellungen von Hand verändern müsst. Sichert Ihr Euer Smartphone mit einem PIN, dann könnt Ihr in den Einstellungen der Bildschirmsperre festlegen, dass bei jedem Entsperrversuch die Ziffern zufällig neu angeordnet werden - und Fingerabdrücke nicht Euren Code verraten können.

Das taugt die Hardware

Die Hardware des BQ Aquaris X5 und des BQ Aquaris X5 Cyanogen sind identisch. Einzig bei den Farben des fünf Zoll großen HD-Displays erkenne ich leichte Unterschiede, die sich aber nicht auf die LiveDisplay-Funktion zurückführen lassen. Einzeln betrachtet überzeugen beide Bildschirme aber mit einer ausreichenden Detailgenauigkeit, angenehmen Farben und einer großen Blickwinkelstabilität. Mit ihren Metallrahmen liegen die Smartphones schön in der Hand und wirken hochwertig. Dieser positive Eindruck wird etwas dadurch getrübt, dass der Rahmen die Rückseite nicht komplett einschließt, sondern überraschend endet und die letzten Millimeter der Kunststoff-Rückseite überlässt. Hier wären einige Millimeter Metall gut investiert gewesen.

Im Innern befindet sich der Snapdragon 412, dem zwei Gigabyte Arbeitsspeicher zur Seite stehen. Diese Kombination erweist sich im Benchmark-Test und in der Praxis als Mittelklasse-würdig und alltagstauglich. Signifikante Unterschiede bei der Leistung lassen sich nicht ausmachen. Im Antutu-Benchmark schaffen beide rund 30.000 Punkte, im Geekbench 3 knapp über 500 und etwas mehr als 1500 Punkte im Single-Core- und im Multi-Core-Test. Auf den internen Speicher haben die verschiedenen Betriebssysteme ebenfalls nur geringe Auswirkung: Vom 16 Gigabyte großen internen Speicher stehen zehn und elf Gigabyte für Eure Daten zur Verfügung, die Ihr bei Bedarf mit einer microSD-Karte erweitern könnt.

Die 13-Megapixel-Kameras liefern auch mit unterschiedlichen Kamera-Apps eine nahezu identische Bildqualität, die sich im guten Mittelfeld bewegt. Schnappschüsse bei Tageslicht sind vorzeigbar, aber mit abnehmender Beleuchtung wird das Bildrauschen immer stärker, und schon bei Zimmerbeleuchtung kann die Bildqualität nicht mehr wirklich überzeugen. Ähnlich sieht es bei den Selfie-Kameras mit ihren fünf Megapixeln aus, die insgesamt aber mehr rauschen und weniger Details erkennen lassen als die Aufnahmen der "großen" Kamera.

Fazit: Mehr ist besser

Sollte Euch das Aquaris X5 optisch, haptisch und von der Ausstattung her gefallen, dann lege ich Euch den Griff zur Cyanogen-Version nahe. Sie bietet einen größeren Funktionsumfang, der praktisch und nicht nur künstlich aufgeblasen ist. Da beide Geräte die gleiche unverbindliche Preisempfehlung von 239,99 Euro haben, dürfte das nicht schwer fallen.

Lassen wir das Betriebssystem in der Bewertung außen vor, erhaltet Ihr für den Preis ein solides Mittelklasse-Smartphone mit brauchbarer, aber nicht beeindruckender Ausstattung. Für die meisten Einsatzzwecke ist es völlig ausreichend, das sind aber auch andere Geräte, die mitunter noch günstiger zu bekommen sind, wie zum Beispiel das Motorola Moto G (2015) oder das Huawei P8 Lite.


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