Casio WSD-F20 im Test: die mit dem Doppel-Display

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Die Casio WSD-F20 sieht dem Vorgänger zum Verwechseln ähnlich
Die Casio WSD-F20 sieht dem Vorgänger zum Verwechseln ähnlich(© 2017 CURVED)

Nach dem guten Vorgänger liefert Casio mit der WSD-F20 eine Smartwatch mit GPS nach. Warum der Chip nicht nur Vorteile mit sich bringt, klärt der Test.

Die typische Android-Wear-Smartwatch kommt heute mit einem runden Display, bis zu drei Buttons und Android Wear 2.0. Die Casio WSD-F20 macht hier keine Ausnahme, unterscheidet sich aber trotzdem deutlich von den meisten anderen Uhren. Denn mit ihr richtet sich das japanische Unternehmen, wie schon mit dem Vorgänger, nicht an den stilbewussten Uhren-Fan, sondern an technikaffine Outdoor-Freaks, die neben dem Büro auch viel im Gelände unterwegs sind.

Casio übernimmt einiges vom Vorgänger

Bei dieser Zielgruppe muss eine Smartwatch natürlich ordentlich etwas aushalten können. Wie die WSD-F10 ist deshalb auch die WSD-F20 wasserdicht bis 5 bar. Das heißt, die Uhr sollte auch einen kräftigen Regenschauer in freier Wildbahn wegstecken. Außerdem ist auch das neue Modell mit dem US-Militärstandard MIL-STD-810G konform und somit unter anderem stoßfest. Und so macht auch das robuste Gehäuse klar: Mich kriegt so schnell keiner klein. Diese Robustheit hat aber auch einen Nachteil. Die Casio ist auch in der neuen Version ein echter Brocken und eignet sich kaum für zarte Handgelenke.

An der Optik hat sich nicht viel verändert: Es gibt drei Buttons auf der rechten und den Ladeanschluss sowie einen Luftdrucksensor auf der linken Seite. Das Display misst wie bei der WSD-F10 auch 1,32 Zoll und löst mit 320x320 Pixeln auf. Etwas schade: Auch im Neuling sitzt der Helligkeitssensor unterm Display und sorgt für den typischen optischen Plattfuß, also einen nicht ausgeleuchteten Bereich. Schon mit der Gear S2 hat Samsung bewiesen, dass es besser geht: Die Südkoreaner bringen den Sensor unauffällig im Bildschirm unter. Dafür verbaut Casio wieder zwei Displays: Über dem farbigen liegt noch ein monochromes LC-Display. Das zeigt die Zeit an, wenn Ihr die Smartwatch-Funktionen nicht braucht und spart dabei Strom.

Endlich mit GPS

Die größte Neuerung der WSD-F20 findet Ihr allerdings unter dem Bildschirm. Denn dort steht: "Global Positioning System". Die Uhr kann also GPS. Endlich. Das war unser größter Kritikpunkt am Vorgänger. Was nützt schließlich die robusteste Uhr, wenn man trotzdem sein möglicherweise nicht wasserdichtes Smartphone mitnehmen muss, um in der Natur zu navigieren?

Nur bei dem Chip bleibt es aber nicht. Casio hat auch ein paar Software-Lösungen installiert, die davon Gebrauch machen. Das neue Watchface "Standort" zeigt Euch zum Beispiel Euren Standort mit exakten Koordinaten an, wann immer Ihr auf die Uhr schaut. Das funktioniert aber nur in Verbindung mit dem Smartphone und einer bestehenden Internetverbindung. Besser macht es die App "Location Memory". Über die könnt Ihr nicht nur Spots auf Eurer Wanderroute markieren, sondern auch Karten für die Offline-Navigation herunterladen. Damit das und das Standort-Watchface richtig funktionieren, müsst Ihr aber erst den Kartendienst in Location Memory erst von Google Google Maps auf Mapbox umstellen. Googles Kartendienst bietet das Feature nämlich nicht. Ganz selbsterklärend ist das leider nicht.

Außerdem bringt GPS noch einen weiteren Nachteil mit sich: Zwar soll der Chip bis zu viermal stromsparender arbeiten, als herkömmliche Modelle. Trotzdem saugt die ständige Verbindung zu den Satelliten ordentlich am Akku. Die gute Akkulaufzeit des Vorgängers erreicht Ihr damit nicht mehr. Zwei, maximal drei Tage hält die Uhr durch, wenn Ihr das Always-on-Display abschaltet, das Ihr denkt des monchromenen Zweitbildschirms aber ohnehin nicht braucht.

Fazit: GPS ist Fluch und Segen zugleich

Zur WSD-F20 darf man gemischte Gefühle haben. Gut gefällt, dass Casio am Schwachpunkt des Vorgängers angesetzt und GPS nachgeliefert hat. Das bringt allerdings Probleme mit sich. So leidet die Akkulaufzeit unter der Neuerung. Ansonsten gibt es nur wenig, was die Uhr vom Vorgänger unterscheidet. Wer die WSD-F10 bereits besitzt, muss sich um ein Upgrade keine Gedanken machen. Alle anderen Outdoor-Freaks erhalten die Smartwatch für 499 Euro.


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