Coolpad Max im Hands-on: das Smartphone mit Fremdgeh-Feature

Ihr habt schon immer eine Möglichkeit gesucht, um Euer Doppelleben endlich auch auf dem Smartphone geheim halten zu können? Dann ist das Coolpad Max das Richtige für Euch. Kein Scherz! Denn hier laufen zwei voneinander getrennte Betriebssysteme parallel und passwortgeschützt. Das mussten wir ausprobieren.

Schick ist es, das CoolPad Max. Das dünne Smartphone hat ein Gehäuse komplett aus Metall. Optisch erinnert es uns an eine Mischung aus iPhones und den Huawei-Geräten. Genau wie Letztere kommt auch das Coolpad aus China. Das Handy ist sehr gut verarbeitet und bietet, wie die Huaweis, auf der Rückseite einen Fingerabdruckssensor, der in unserem Hands-on aber nur selten funktioniert hat. Das mag daran liegen, dass längst nicht alle Geräte auf eine Messe schon Serienreife haben.

Zeitgemäße Mittelklasse-Technik

Im Coolpad Max steckt der achtkernige Snapdragon 615 von Qualcomm. Dem zur Seite stehen vier Gigabyte Arbeitsspeicher. Das gefällt uns sehr gut, da Anwendungen sehr flüssig laufen. Intern ist ein Speicher mit 64 Gigabyte verbaut. Dieser lässt sich per Micro-SD-Karte um bis zu 128 GB erweitern. Das geht allerdings nur, wenn Ihr auf die Dual-SIM-Funktion verzichtet, denn der zweite SIM-Slot ist gleichzeitig die Halterung für die Micro-SD-Karte.

Die Kameras sind allerdings ziemlich enttäuschend. Die Rückseitige löst mit 13 Megapixeln auf, hat aber das Wort Bildstabilisator noch nicht gehört. Sich bewegende Personen waren auf der Messe definitiv nicht einzufangen. Immerhin die Farben wurden sehr gut dargestellt. Bei dunklen Motiven versucht ein Dual-LED-Blitz zu helfen. Die Frontkamera bietet eine Auflösung von fünf Megapixeln und macht ganz passable Selfies. Wie wir es von den chinesischen Handys kennen, bietet auch diese Kamera die automatische Beauty-Korrektur, die unser Gesicht weichmatscht. Auch die lustige Spielerei, die das Alter schätzt, wenn das Gesicht erkannt wird, ist mit an Bord.

Als Betriebssystem kommt nur Android 5.1 Lollipop zum Einsatz. Darüber liegt eine eigene grafische Oberfläche, das CoolUI 8, welche unter anderem die Standard-App-Icons in goldbraune Farbtöne versetzt. Das 5,5-Zoll-Display löst mit Full-HD (1920 x 1080 Pixel) auf. Dadurch sieht der Bildschirm gestochen scharf aus. Der Akku kommt mit 2800 mAh und wird damit auch bei Vielnutzung etwa einen Tag lang durchhalten.

Geheime Identität?

Das Killer-Feature dieses Smartphones ist allerdings das Anlegen einer zweiten Identität. Parallel zum normalen Betriebssystem läuft eine zweite Partition mit einem eigenständigen Android - diese wird extra durch ein Passwort geschützt. Um in den geheimen Modus zu wechseln, klickt Ihr nur auf das App-Icon, das aussieht wie ein Schlüssel. Jetzt müsst Ihr entweder Euren Fingerabdruck scannen oder ein Passwort eingeben. Nach kurzer Ladezeit landet Ihr im zweiten Android.

Zum Beispiel könnt Ihr hier eine eigene WhatsApp-Partition erstellen, die über eine andere Handynummer erreichbar ist. Alle Fotos, die Ihr mit dieser Partition schießt, sind nur in dieser Umgebung sichtbar. Wechselt Ihr zu Eurem privaten Betriebssystem zurück, könnt Ihr die geheimen Bilder nicht in der Galerie sehen. Wofür braucht man das? Entweder seid Ihr Geheimagent. Oder Ihr habt eine Affäre. Spaß beiseite: Solch ein Modus hat natürlich noch andere Vorteile. So könnt Ihr auf der zweiten Partition etwa Beispiel Banking-Apps installieren, um sensible Daten von der normalen Version zu trennen.

Preise und Verfügbarkeit

Ab Juni oder Juli soll das Handy mit der geheimen Android-Partition auf den Markt kommen. Preislich peilt der Hersteller 299 Euro an. Für Europa soll ein Partner die Geräte auch direkt vertreiben, heißt: Ihr müsst es nicht importieren und spart Euch Zölle und Einfuhrsteuern.

Vorläufiges Fazit: eine spannende Idee

Ich habe zwar keine Ahnung, zu welchem Zweck ich persönlich ein zweites geheimes Android ernsthaft benutzen würde. Doch allein die Tatsache, dass es funktioniert und dass ein Hersteller diese Funktion eingebaut hat, hat Respekt verdient. Wie gut es sich im Alltag eignet, werden wir für Euch noch vor Release im Sommer in einem ausführlichen Test herausfinden.


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