"Detroit: Become Human" angespielt: Befreit die Androiden! [mit Video]

Auf der Gamescom in Köln konnten wir den kommenden Blockbuster aus dem Hause Quantic Dream ("Heavy Rain") bereits anspielen. Wie sich das Drama rund um die Roboter schlägt, die ihre Gefühle und einen Teil Menschlichkeit entdecken, lest und seht Ihr hier im Hands-On.

Befreit die Androiden!

Wir befinden uns in naher Zukunft in Detroit. Haushaltsroboter fahren nicht mehr über den Boden und leisten mittelmäßige Arbeit. Inzwischen sehen die Roboter, genannt Androiden, aus wie Menschen und übernehmen nach und nach auch deren Jobs. Doch obwohl die Androiden dadurch eigentlich in die Bevölkerung integriert sind, haben sie keinerlei Rechte und gehören wie Haustiere ihren Besitzern.

Die Welt in "Detroit: Becoming Human" ist sehr detailliert und bietet ein imposantes Ambiente(© 2017 SONY)

Android Marcus schmeckt das gar nicht und beginnt weitere Androiden aus den Fängen ihrer "Herrscher" zu befreien. Der Spieler steuert Marcus nun während seiner Revolution und überfällt CyberLife – einen Laden, der den Menschen neue Androiden verkauft. Die Demo spielt einer der Entwickler persönlich. Im ersten Versuch zeigt er, dass Marcus durch eine Überwachungsdrohne entdeckt wird und fliehen muss. Beim erneuten Spielen desselben Levels zeigt er uns einen anderen Weg: Wir können die Flugbahn der Drohne analysieren und einen Ort finden, von dem aus wir sie beseitigen können. Dann stehlen wir einen Truck und rasen in das Schaufenster des Ladens. Marcus befreit alle Androids und wird zu ihrem Anführer. Hier treffen wir die erste wichtige Entscheidung: Wie krass soll unsere neue Revolution werden? Sprühen wir einfach nur Sprüche an die Wände des Ladens oder zerschlagen wir die Schaufenster? Für den dramatischen Effekt entscheiden wir uns für den brutalen Weg und schlagen alles kurz und klein. Dann werfen wir Parkbänke auf einen Haufen und zünden diese und die selbstfahrenden Autos vor dem Laden an. Als krönender Abschluss erstrahlt unser neues Logo an der Hauswand gegenüber, damit auch jeder weiß, dass die Revolution begonnen hat.

Wie wir das auch von den früheren Quantic-Dream-Spielen gewöhnt sind, treffen wir oft auf solche Entscheidungen. Doch nicht alle sind schwarz-weiß. Manchmal bekommen wir auch eine Mission oder Aufgabe, die wir absolvieren müssen. Doch es gibt keinen zweiten Versuch. Schaffen wir es nicht, geht die Story des Spiels einfach anders weiter. Jeder spielbare Charakter kann sterben, oder eben nicht. Das liegt am Spieler. Dass es keine "Game Over"-Screens geben wird, soll auch das spannende am Spielverlauf sein und den Spieler zum erneuten Durchspielen ermutigen, um eine andere Geschichte zu erleben.

Dramatische Geiselnahme

Marcus ist nur einer von drei spielbaren Charakteren. Neben ihm gibt es noch zwei weitere Androiden: die weibliche Kara, über die wir noch nichts wissen, und Connor, der als Detektiv arbeitet. Ihn spielen wir in der nächsten Szene als er zu einer Geiselnahme auf dem Dach gerufen wird. Ein verrückter Android hat wohl ein Kind entführt und will es vom Dach werfen. Als wir am Ort des Geschehens eintreffen, können wir überlegen, ob wir direkt hoch stürmen und in die Situation platzen oder lieber erstmal ermitteln, um die Hintergründe für die Tat zu herauszufinden. Um das Ganze nicht eskalieren zu lassen, entscheiden wir uns für das Untersuchen des Tatorts. Und tatsächlich finden wir einige Hinweise, warum die brenzlige Situation entstanden ist.

Aus den gesammelten Informationen berechnen die Androiden, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass die Mission erfolgreich wird. So können wir als Spieler jederzeit abwägen, wann wir uns wofür entscheiden. Als wir auf dem Dach ankommen, steht der verrückte Android namens Daniel bereits mit dem Kind nah an der Hauskante. Ein Dialog beginnt, der den Spieler ebenfalls wieder vor Entscheidungen stellt. Wollen wir ihn beruhigen oder ihm drohen? Ich entscheide mich für das Beruhigen. So funktioniert das in Krimiserien schließlich auch immer.

Detektiv Connor soll eine Geiselnahme so beenden, dass die Geisel überlebt - um jeden Preis(© 2017 SONY)

(Achtung, der nachfolgende Abschnitt enthält einen dezenten Spoiler. Wenn Ihr kein Ergebnis einer Handlung wissen möchtet, bitte erst beim Fazit weiterlesen.)

Auch bei den folgenden Optionen wähle ich das Vertrauen aufbauende Besänftigen. Ich mache ihm keine Vorwürfe, komme mit Verständnis. Schließlich möchte ich, dass am Ende alle am Leben bleiben. Langsam gehe ich auf Daniel zu, meine Wahrscheinlichkeit die Mission erfolgreich abzuschließen, steht inzwischen auf 99 Prozent. Ich freue mich als er endlich sagt, dass er mir vertraut und das Kind gehen lässt. Doch dann kommen Schüsse von den Polizisten aus den hinteren Reihen und Daniel sinkt durchlöchert zu Boden. Seine letzten Worte "Du hast gelogen, Connor."

Das trifft mich dann schon etwas unvorbereitet, weil ich doch eigentlich alle retten wollte. Habe ich tatsächlich gelogen? Die Entwickler wollten mir hier nicht mehr verraten, doch womöglich wird der Zusammenhang im fertigen Spiel deutlich. Sehr interessant an dieser Szene: Viele Kollegen haben die Demo auch gespielt und mir völlig anders ausgehenden Szenarien erzählt. Mal wird zwar das Kind gerettet, doch Connor stürzt sich auf Daniel und in den Tod, mal fallen Daniel und das Kind vom Dach. Kleinere Aktionen wie das Aufheben einer Waffe oder das Liegenlassen selbiger kann schon die Geschichte verändern.

Vorläufiges Fazit: Es bleibt spannend!

Drei Stunden und mehr stehen die Spieler auf der Gamescom an, um einen ersten Eindruck für das Spiel zu bekommen. Zu Recht, denn auch mich hat die eine Stunde, die ich "Detroit: Become Human" auf der Gamescom anspielen konnte, sehr in seinen Bann gezogen. Eine spannende Geschichte, brillant inszeniert.

Doch wie auch schon in "Heavy Rain" oder "Beyond: Two Souls" ist die Steuerung der sich immer noch recht träge bewegenden Charaktere und die Sache mit den Quicktime-Events nicht immer so direkt, wie ich es mir als Spieler wünschen würde.

"Detroit: Become Human" soll im nächsten Jahr erscheinen, spekuliert wird derzeit Sommer 2018. Das Spiel erscheint exklusiv für die Playstation 4 und soll auf der Playstation 4 Pro in 4K und HDR laufen.


Weitere Artikel zum Thema
Amazon Fire TV: Update bringt NFL-Foot­ball, Bild­schirm­lupe und Co.
Guido Karsten
Wenn Ihr etwas nicht lesen könnt, bietet Euch Fire TV nun eine BIldschirmlupe
Amazon hat für sein Fire TV ein Update veröffentlicht. Besonders Fans von American Football könnten davon begeistert sein.
Neuer Spiel­cha­rak­ter für "Super Mario Run": Nintendo kündigt Update an
Guido Karsten
Nintendo liefert bald neue Inhalte für "Super Mario Run"
Das Abenteuer ist noch nicht vorbei. Wer sein Können in "Super Mario Run" beweist, darf sich demnächst auch über einen neuen Spielcharakter freuen.
Anki Over­drive Fast & Furious im Test: mit Hobbs und Dom auf der Renn­piste
Jan Johannsen
Anki Overdrive Fast & Furious: Der Ice Charger und der MXT als neue Supercars.
Von der Kinoleinwand auf die Rennstrecke: Anki Overdrive Fast & Furious will mit zwei Autos aus der Filmreihe punkten. Wir sind sie Probe gefahren.