DJI Spark im Test: das Hands-on [mit Video]

Dieser Drohne könnt Ihr zuwinken: DJIs neue Minidrohne "Spark" reagiert auf Gesten und schießt dann etwa hübsche Fotos aus der Luft. Mit 600 Euro ist sie nur halb so teuer wie die DJI Mavic Pro, kann dafür aber erstaunlich viel. Wir konnten das neue Fluggerät schon ausprobieren.

Klein und leicht ist die DJI Spark. Kaum größer als eine Handfläche wiegt sie etwa 300 Gramm und ist damit kennzeichnungspflichtig. Gesteuert wird die Minidrohne per Gesten, Smartphone oder mit einem zusätzlichen Controller.

Gestensteuerung noch fehlerhaft

Es mag daran liegen, dass wir beim Hands-on noch keine verkaufsfertigen Drohnen in der Hand hatten und die Firmware noch im Beta-Status war. Doch als wir draußen im Park geflogen sind, hat die Gestensteuerung oft nicht funktioniert oder es brauchte etliche Versuche, bis die Drohne auf uns gehört hat. Drinnen hatten wir dagegen kaum Probleme. Im ausführlichen Test werden wir hier nochmal genau hinschauen.

Denn eigentlich ist das Konzept ganz nett. Die Drohne startet aus der Hand. Dafür hält man sie vor das Gesicht und drückt auf der Rückseite zweimal auf einen Knopf. Dann sucht die Kamera das Gesicht des Piloten. Hat sie es gefunden, starten die Rotoren und die Drohne steht in der Luft. Jetzt könnt Ihr Eure flache Hand vor die Kamera halten. Sobald diese erkannt wird, könnt Ihr Euch in dieser Position drehen und die Drohne folgt Eurer Hand. Aufsteigen und Absenken funktioniert ebenso.

Durch Winken fliegt die Spark ein bisschen von Euch weg und steigt in die Luft. Jetzt könnt Ihr mit beiden Daumen und Zeigefingern ein Rechteck formen und so ein Foto auslösen. Erneutes Winken holt die Drohne wieder zu Euch heran. Wenn Ihr Eure flache Hand unter die Spark haltet, landet der Quadcopter behutsam darauf. Super für alle, die zum ersten Mal Kontakt mit einer Drohne haben oder ohne erst ein Smartphone oder Controller auszupacken, Fotos aus der Luft schießen möchten. In bis zu drei Meter Entfernung könnt Ihr die Drohne per Gesten steuern.

Wenn kein Wind ging im Rahmen des Hands-ons, stand die kleine Drohne recht stabil in der Luft. Doch sobald es auch nur etwas anfing zu pusten, hatte die Spark schnell zu kämpfen und wackelte stark. Während Ihr bei der Mavic Pro die Arme der Drohne einklappen könnt, funktioniert das bei der Spark nicht. Doch da sie so klein und auch im Transportkoffer eher flach ist, empfinde ich das persönlich nicht als störend. Kompakt ist sie allemal.

Technische Ausstattung

Die DJI Spark ist mit einer Kamera ausgestattet, sodass Ihr Fotos und Videos aus der Luft aufnehmen könnt. Sie wird durch einen Zwei-Achsen-Gimbal stabilisiert (die dritte Achse wird per Software ausgeglichen). Videos lassen sich bei 30 Bildern pro Sekunde in Full-HD-Qualität (1920 x 1080 Pixel) aufnehmen. Fotos schießt die Drohne mit 12 Megapixel. Die Kamera nimmt per Weitwinkel bei einer Blende von f/2.6 auf.

Auch in Blau kommt die DJI Spark auf den Markt. Ebenfalls in grün, gelb, rot und weiß(© 2017 CURVED)

Der Akku verfügt über eine Kapazität von 1480 mAh und soll laut Hersteller bis zu 16 Minuten Flugzeit ermöglichen. Das schafft das Fluggerät allerdings nur, wenn nicht so viel Wind geht und Ihr auch nicht zu schnell fliegt. Die Maximalgeschwindigkeit liegt bei 50 Kilometern pro Stunde. Dafür müsst Ihr aber den separat erhältlichen Controller verwenden. Das Fliegen per FPV-Brille ist auch möglich.

Durch ihre Sensoren vorne über der Kamera kann die Spark Hindernisse in bis zu drei Metern Entfernung erkennen und ihnen ausweichen. Wie die Mavic Pro verfügt die Minidrohne über eine Return-to-Home-Funktion, bei der sie nahezu am selben Punkt automatisch landet, von dem aus sie gestartet ist.

Viele Modi für coole Videos

Ihr müsst kein erfahrener Drohnenpilot sein, um mit der DJI Spark nette Aufnahmen hinzubekommen. Dafür hat der Hersteller verschiedene "Quick Shot"-Modi entwickelt, die sich mit dem Smartphone auslösen lassen:

  • Rocket Launch: Wie bei einem Raketenstart hebt die Drohne senkrecht ab und filmt nach unten.
  • Dronie: Die Drohne bewegt sich von Euch fort, während sie Euch im Blick behält.
  • Circle: Die Drohne fokussiert ein Objekt und fliegt im Kreis um es herum, ohne es aus den Augen zu lassen.
  • Helix: Die Drohne fliegt wie eine Spirale um Euch herum und steigt gleichzeitig immer höher.
  • Tap Fly: Mit einem Tip auf das Smartphone-Display fliegt die Drohne zur markierten Stelle.

Außerdem verfügt die DJI Spark über einen "Active Track"-Modus, in dem die Drohne einem Objekt automatisch folgt. Den haben wir zum Beispiel bei der GoPro Karma schmerzlich vermisst. Das ist zum Beispiel dann praktisch, wenn Ihr mit dem Fahrrad, Motorrad oder Auto unterwegs seid. Und sollte der Drohne während der Verfolgung ein Baum oder Haus im Weg sein, kann sie das Hindernis erkennen und umfliegen.

Für Fotos gibt es zudem einen Panorama-Modus. Hier zeichnet die Drohne mehrere Bilder horizontal oder vertikal auf und baut sie zu einem großen Panorama zusammen. Im Hands-on habe ich das mit unserer Gruppe ausprobiert und war mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Außerdem gibt es einen "Shallow Fokus"-Modus. Schießt Ihr damit ein Foto, auf dem Ihr und Eure Freunde nebeneinander stehen, wird der Hintergrund verschwommen. Das gibt einen ähnlichen Effekt wie beim Portrait-Modus im iPhone 7 Plus.

Preise und Verfügbarkeit

Die DJI Spark erscheint in fünf Farben: Weiß, Grün, Gelb, Rot und Blau. Marktstart der Minidrohne soll Mitte Juni 2017 sein. Das Grundpaket enthält die Drohne, einen Akku und einen Koffer und kostet 599 Euro.

Entscheidet Ihr Euch für das "Fly More"-Paket, erhaltet Ihr zusätzlich einen zweiten Akku, eine Ladeschale für bis zu drei Akkus, eine Tasche, vier Propellerschützer und den Controller für die Fernsteuerung. Weitere Akkus kosten jeweils 59 Euro. Der Controller kostet sonst einzeln 179 Euro.

Vorläufiges Fazit: kleine Drohne, großer Funktionsumfang

Die Spark eignet sich optimal für Einsteiger, bietet aber genug Möglichkeiten für Vielflieger. Klar, die Spark ist keine Mavic Pro, doch das will sie auch nicht sein. Wenn Ihr gerne die Welt von oben sehen möchtet und dafür keine 4K-Auflösung benötigt, kann die kleine, leichte Spark ein toller Begleiter für den nächsten Urlaubstrip sein.


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