Ecovacs Deebot Ozmo im Test: der Superleise-Sauger im Hands-on [mit Video]

Der Deebot Ozmo 930 von Ecovacs macht nicht nur Putzhilfen arbeitslos, sondern will auch Paare vor der Trennung bewahren. Wie er das macht? Durch Saugen und Wischen. Wir haben es ausprobiert.

Putzen kostet Zeit und Nerven. Dieser Ansicht ist auch Ecovacs, Hersteller für Staubsaugerroboter. In einer repräsentativen Studie, die Ecovacs durchführen ließ, gaben 34 Prozent der Befragten an, dass das Thema "Hausputz" in Beziehungen durchaus ein Trennungsgrund sei. Mit dem Deebot Ozmo 930 will Ecovacs deshalb nicht nur die Wohnung in Schuss halten, sondern auch gleich noch die Beziehung retten. Ist doch toll, oder?

Der Deebot Ozmo 930 ist nicht der einzige Staubsaugerroboter, den Ecovacs auf der IFA in Berlin vorstellt. Und mit einem Preis von 599 Euro sogar der teuerste (abgesehen von dem R98, der allerdings noch mit einem Handstaubsauger ausgestattet ist). Preislich beginnt die Spanne der Deebot-Roboter bei unter 200 Euro. Allerdings sind der Ozmo 930 und der Ozmo 610 die ersten autonomen Haushaltshelfer von Ecovacs, die nicht nur saugen, sondern dank der OZMO-Technologie im gleichen Arbeitsgang den Boden wischen.

300 Milliliter für 100 Quadratmeter

Der integrierte Wassertank auf der Rückseite fasst bei beiden Kompaktreinigern 300 Milliliter und soll für eine Fläche von bis zu 100 Quadratmetern ausreichen. Testen konnten wir das im Hands-On zwar nicht, aber der Wasserverbrauch dürfte auch stark von der zu wischenden Oberfläche abhängen. Über die App lässt sich zudem manuell festlegen, wie viel Wasser verwendet werden soll. Der Ozmo 930 ist aber auch selbst in der Lage, den Bodenbelag per Ultraschall zu erkennen und die Wassermenge automatisch anzupassen.

Die Roboter wischen auch nur dann, wenn das dafür erforderliche Mikrofasertuch an der Unterseite angebracht ist; soll der Ozmo nur saugen, reicht es, das Tuch zu entfernen. Teppiche ignoriert der Ozmo 930 von selbst, wenn auch Nassreinigung auf seiner To-Do-Liste steht. Denn schon beim ersten Einsatz scannt der intelligente Helfer die Umgebung per Laser nach Hindernissen und eben Teppichen ab. So bleibt der teure Flokati von Wasserschäden verschont. Ist der Ozmo nur auf Staubfang unterwegs, fallen auch Teppiche unter seinen Arbeitsbereich, die er mit doppelter Saugkraft bürstet. Allerdings nur bis zu einer Höhe von ungefähr zwei Zentimetern; bei dickeren Bodenbelegen kommt der rollende Roboter nicht mehr selbstständig über den Höhenunterschied.

Saugt nur, wo er soll

Über die App lassen sich nicht nur die Arbeitszeiten festlegen oder die Wassermenge variieren, sondern im Falle des Ozmo 930 auch virtuelle Grenzen festlegen, die er nicht reinigen soll. Dazu genügt es, innerhalb der App eine Linie über den erstellten Grundriss zu ziehen, der als tabu gelten soll. Das kann theoretisch ein ganzer Raum sein oder nur die Hundedecke. Soll der Lieblingsteppich generell nicht gesaugt werden, einfach in der App markieren und fertig. Im Hands-on hat das schon sehr gut geklappt. Spannend wird, herauszufinden, wie groß der Bereich mindestens sein muss, um vom Ozmo 930 als Sperrzone erkannt zu werden.

Dynamische Hindernisse wie Personen, Tiere oder eilig abgestellte Einkaufstüten erkennt der Roboter per Sensorik an der Front und zu den Seiten. Die Blende vorne hat zudem etwas Spiel und fungiert sozusagen als Stoßstange. So bleibt der Roboter auch intakt, wenn er ungewollt einen Fuß abkriegt. Ecovacs hat bei der Verarbeitung Wert darauf gelegt, einen möglichst robusten Korpus zu bauen. Spielende Kinder oder neugierige Katzen sollen somit keine Gefahr für das teure High-End-Produkt darstellen.

Vorläufiges Fazit

Ich würde zwar vermuten, dass mein Engagement beim Putzen nicht der ausschlaggebende Grunde wäre, dass mich meine Freundin verlässt. Mit dem Deebot Ozmo 930 kann ich aber zumindest dieses Risiko minimieren. Im ersten Hands-On hat der fleißige Roboter seine Aufgabe gründlich und diskret verrichtet. Selbst auf Teppichen war er akustisch kaum wahrzunehmen. Die maximale Lautstärke gibt Ecovacs mit 65 Dezibel an.

Dass der Ozmo 930 nicht nur saugt, sondern direkt hinterher automatisiert wischt, ist praktisch. Im Test wird sich klären, ob das in die Umsetzung gelungen ist. Fest steht aber schon jetzt, dass die Deebots den klassischen Staubsauger nur ergänzen, ihn aber nicht vollständig ersetzen können. Denn spätestens in den rechtwinkligen Raumecken kapituliert das kreisrunde Gefährt.


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