Ecovacs Deebot Ozmo 930 im Test: Es saugt und wischt der Heinzelmann

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Der Ozmo 930 auf Tuchfühlung mit dem Teppich.
Der Ozmo 930 auf Tuchfühlung mit dem Teppich.(© 2018 CURVED)

Der Deebot Ozmo 930 will Paare vor der Trennung retten. Ein ziemlich ambitioniertes Ziel für einen Staubsauger- und Wischroboter, oder? Das mussten wir austesten.

Putzen kostet Zeit und Nerven. Das weiß auch Ecovacs, seines Zeichens Hersteller für Staubsaugerroboter. In einer repräsentativen Studie fand man heraus, dass für 34 Prozent der Befragten das Thema "Hausputz" in Beziehungen durchaus ein Trennungsgrund ist. Bitte, was? Aber seien wir mal ehrlich: Das ewige Geschachere, wer denn nun mit dem Hausputz an der Reihe ist, hat schon das Zeug zum Liebestöter.

Mit dem Deebot Ozmo 930 will Ecovacs deshalb nicht nur die Wohnung in Schuss halten, sondern auch gleich noch die Beziehung retten. Ist doch toll, oder? Dafür muss er aber in erster Linie eines machen: sauber. Seinen Liebesdienst lässt sich das Helferlein übrigens gut bezahlen: Mit einem Preis von 599 Euro ist der das Flaggschiff des Herstellers. Preislich geht's bei den Deebots bei unter 200 Euro los. Allerdings sind der Ozmo 930 und der Ozmo 610 die ersten autonomen Haushaltshelfer von Ecovacs, die nicht nur auf glattem Boden und Teppichen saugen, sondern dank der OZMO-Technologie in einem Arbeitsgang den Boden wischen.

300 Milliliter für 100 Quadratmeter

Der integrierte Wassertank auf der Rückseite fasst 300 Milliliter und soll für eine Fläche von bis zu 100 Quadratmetern ausreichen. Für diesen Artikel musste unser Fotostudio als Testparcours herhalten. Das verfügt über einen hellen Holzboden, auf dem man Dreck perfekt sieht, und einen dunklen Teppich. Außerdem jede Menge Kabel, Möbel und allerlei Gebimsel, das auf dem Boden herumliegt. Bevor der Ozmo nun feucht durchwischt, muss er erstmal eine virtuelle Karte des Raums erstellen. Das funktioniert überraschend schnell dank eines Laserscanners, der in dem kleinen Aufbau über dem Gehäuse beherbergt ist. Keine Panik: Den Laser sieht man nicht. Haustiere und Kleinkinder sind also nicht in Gefahr.

Und das Gehäuse des Ozmo steckt auch etwas weg: Dynamische Hindernisse wie Personen, Tiere oder eilig abgestellte Einkaufstüten erkennt der Roboter per Sensorik an der Front und zu den Seiten. Die Blende vorne hat zudem etwas Spiel und fungiert als Stoßstange. So bleibt der Roboter auch intakt, wenn er ungewollt einen Fuß abkriegt. Ecovacs hat bei der Verarbeitung Wert darauf gelegt, einen möglichst robusten Korpus zu bauen. Spielende Kinder oder neugierige Katzen sollen somit keine Gefahr für das teure High-End-Produkt darstellen.

Reinigt nur, wo er auch reinigen soll

Der Grundriss mit vermerkten Hindernissen und Problemzonen ist wenige Minuten nach Beginn des Putzvorgangs angelegt. In Echtzeit zeigt der Roboter an, wo er sich gerade befindet. Und hat er nach getaner Arbeit angedockt, verraten kleine "Zzzzs" über seinem Standort, dass er gerade schläft.

Ein paar Worte noch zur App: Bei Amazon beklagen sich Nutzer unter anderem, dass die Software hakelig zu bedienen sei. Getestet haben wir die Ecovacs-App auf einem iPhone SE ohne Probleme. Über die Anwendung kann man zudem nicht nur Putzvorgänge einläuten und etwa die Wassermenge von niedrig bis maximal einstellen (je nach Untergrund), sondern auch Routinen für die regelmäßige Reinigung erstellen. Dabei könnt ihr zum Beispiel bestimmte Bereiche in euer Wohnung für den Roboter sperren – oder bestimmten Bereichen eine höhere Priorität zuordnen. Etwa wenn der Hausflur häufiger gereinigt werden soll. Dazu zoomt ihr einfach in den Grundriss innerhalb der App und legt mit dem Finger den Bereich fest.

Saugen kann er gut

Sensoren erkennen zudem den Untergrund. Auf Teppichen wischt der Deebot dann schlauerweise nicht, aktiviert dafür aber die kräftigere Hauptbürste für eine bessere Reinigung – und arbeitet zudem mit doppelter Saugkraft. Das funktionierte im Test gut. Selbst bei Kanten bis zu zwei Zentimetern. Auch wenn es zunächst so wirkt, als hätte sich der smarte Helfer festgefahren, nimmt er kurze Zeit später ein wenig mehr Anlauf und befreit sich so von Hindernissen und klettert kleine Kanten hoch. Dicke Räder mit ordentlich Profil machen's möglich.

Teppiche bis zu einer gewissen Höhe sind kein Problem für den Deebot Ozmo 930.(© 2018 CURVED)

Egal, was wir dem Saugroboter im Test vorsetzten: Er aß stets brav auf. Staub, Holzsplitter, Gänseblümchen, Blumenerde. Der Ozmo 930 atmet alles weg. Wer übrigens Probleme mit Haustierhaaren auf dem Boden hat, kann hier die Hauptbürste entfernt. Dann verheddern sich die Fellreste nicht mehr. Der Schmutz landet in einem kleinen Behälter, der sich unter der großen Klappe auf der Oberseite befindet und mittels Henkel schnell entnehmen und wiedereinsetzen lässt.

Wischen kann er auch

Das Wischergebnis war im Test solide. Bei maximaler Wasserabgabe war auch verschmierte Blumenerde auf Holz kein Problem. Nach dem Reinigungsvorgang in dem rund 30 Quadratmeter großen Raum war der Wasserbehälter noch halb voll. Allerdings ersetzt der Ozmo 930 für mich nicht den Wischmopp bei schweren Verschmutzungen. Vielmehr soll er dafür sorgen, dass eine Grundsauberkeit erhalten bleibt. Das gelingt ihm mühelos. Mit den Spätfolgen eines Kindergeburtstages wär der Knirps aber überfordert. Über die App lässt sich zudem manuell festlegen, wie viel Wasser verwendet werden soll. Der Ozmo 930 ist aber auch selbst in der Lage, den Bodenbelag per Ultraschall zu erkennen und die Wassermenge automatisch anzupassen.

Blumenerde saugt und wischt der Roboter weg.(© 2018 CURVED)

Wohlgemerkt: Der Roboter wischt auch nur dann, wenn das dafür erforderliche Mikrofasertuch an der Unterseite angebracht ist; soll der Ozmo nur saugen, reicht es, das Tuch zu entfernen. Teppiche ignoriert der Ozmo 930 von selbst, wenn auch Nassreinigung auf seiner To-Do-Liste steht. So bleibt der teure Flokati von Wasserschäden verschont. Standardmäßig macht die saugende Untertasse im Auto-Modus sauber. "Intensiv" reinigt eine bestimmten Fläche besonders kräftig. "Punkt" putzt eine bestimmte Stelle. "Rand" wiederum konzentriert sich auf Ecken und Kanten.

Fazit

Ja, der Ozmo Deebot 930 ist mit knapp 600 Euro alles andere als günstig. Doch dafür bekommt man ein Gerät, dass wirklich das Prädikat "Smart Home" verdient hat. Dank guter Hardware saugt der Bot nicht nur überraschend leise bei Zimmerlautstärke, sondern auch zügig und gründlich. Die Raumerkennung der Software funktionierte einwandfrei und lässt die Putzhilfe schon nach der Jungfernfahrt eigenständig arbeiten.

Bislang hatte ich privat den Deebot Slim 2 im Einsatz. Oder vielmehr nicht im Einsatz. Für Teppiche war er einfach zu schwach. Seitdem habe ich ihn dauerhaft in der Abstellkammer geparkt. Der 930 gefällt mir da deutlich besser. Dass er nach dem Saugen auch noch wischt, ist praktisch. Vor allem hätte ich bei ihm keine Angst, dass ich am Ende eines Arbeitstages nach Hause komme und sich das Gefährt mit einem Stromkabel stranguliert in einer Ecke windet. Schade, dass der smarte Helfer uns bald verlassen muss. Oder um es in den Worten unserer Fotografin zu sagen: "So sauber war das Studio noch nie."


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