Elephone S3 im Test: Randlos glücklich für unter 200 Euro?

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Elephone S3: schickes Einsteiger-Smartphone mit randlosem Display
Elephone S3: schickes Einsteiger-Smartphone mit randlosem Display(© 2016 CURVED)

Bei Elephone sind randlose Displays nicht nur den Spitzenmodellen vorbehalten: Das Einsteigermodell Elephone S3 hat einen Bildschirm, der seitlich ohne Rahmen auskommt. Was kann man noch für unter 200 Euro erwarten? Das klärt der Test.

Mit einer Dicke von 8,3 Millimetern wirkt das Elephone S3 leicht klobig, bringt 145 Gramm auf die Waage und liegt mächtig und kompakt in der Hand, ohne wirklich schwer zu sein. Ich mag das Gefühl, etwas in der Hand zu halten. Schick finde ich das Aluminium-Unibody-Gehäuse, das bei einem Einsteigermodell keine Selbstverständlichkeit ist. Das Full-HD-Display ist eigentlich schön anzusehen: knackig scharfe Auflösung und klare, satte Farben sowie ein Bild, das bis an den leicht abgerundeten Rand reicht. Doch auf der linken Seite stört ein etwa ein Pixel breiter fehlerhafter Streifen das Sehvergnügen. Auf der rechten Seite tritt dieser Fehler nicht auf, sodass es sich um einen Produktionsfehler handeln muss.

Das Innenleben entspricht dann schon eher dem typischen Einsteiger-Modell: Der mit 1,3 Gigahertz getaktete Octa-Core-Chipsatz MT6753 von Mediatek erreicht zusammen mit dem Mali-T720-Grafikchip und drei Gigabyte Arbeitsspeicher im Antutu-Benchmark rund 37.000 Punkte und bei Geekbench 3615 und 2768 Punkte im Single- und Multi-Core-Test. Im Alltag laufen das Betriebssystem und die Nutzeroberfläche flüssig. Bei Apps fallen die Ladezeiten mitunter etwas länger aus, aber sogar Spiele wie Asphalt 8 lassen sich zocken – wenn auch nur mit mittlerer Grafikqualität. Die langsame Hardware macht sich dagegen bei den eigentlich praktischen Onscreen-Gesten bemerkbar. Zeichnet Ihr zum Beispiel ein C auf das ausgeschaltete Display, ruft Ihr direkt die Kamera auf. Allerdings dauert es einige Sekunden, bis der Touchscreen die Geste verarbeitet hat.

Marshmallow und ein Fingerabdrucksensor

Der 16 Gigabyte große interne Speicher lässt sich mit einer microSD-Karte erweitern. Ab Werk belegen Android 6.0 Marshmallow und eine überschaubare Zahl an vorinstallierten Apps – so fehlen vom Play Store abgesehen die typischen Android-Apps – rund fünf Gigabyte, sodass noch etwa 11 Gigabyte für Eure Daten zur Verfügung stehen. Elephone versieht das Android auf dem S3 mit einer eigenen Nutzeroberfläche, die aufgeräumt wirkt und deren Aussehen sich über Themes ändern lässt. Mir fehlt allerdings die Multitasking-Übersicht.

Mit dem Verzicht auf (Sensor)-Tasten sorgt Elephone ebenfalls dafür, dass der Rahmen und damit das S3 klein bleibt. Die Onscreen-Tasten nehmen zwar etwas Platz vom Display weg, lassen sich aber problemlos aus- und wieder einblenden. Der Fingerabdrucksensor auf der Rückseite ist wie das Metallgehäuse bei einem Einsteigermodell keine Selbstverständlichkeit. Zudem dient er als Scroll-Taste. Leider nur auf dem Homescreen. Weder in der Galerie noch einer anderen App konnte ich die Taste zur Bedienung nutzen. Verschenktes Potenzial.

Ihr könnt in das Elephone S3 zwei SIM-Karten – je eine Nano- und eine Micro-SIM – einlegen. Dann ist allerdings kein Platz mehr für eine microSD-Karte vorhanden. Die Akkukapazität fällt mit 2100 Milliamperestunden recht klein aus - und ich komme mit ihm eher schlecht als recht über den Tag.

Die Kamera auf der Rückseite des Elephone S3 nimmt Fotos mit einer Auflösung von 13 Megapixeln auf. Die Aufnahmen gehören zum guten Smartphone-Durchschnitt. Die Farben sind ausreichend kräftig und wirken noch natürlich, wobei mir die Fotos im HDR-Modus deutlich besser gefallen. Die Detailgenauigkeit und die Präzision des Autofokus lassen allerdings zu wünschen übrig. Die Frontkamera mit fünf Megapixeln Auflösung liefert Selfies, die als Schnappschüsse für Messenger und soziale Netzwerke okay sind, aber auch eindeutig nicht zu den qualitativ besten Selbstporträts zählen.

Fazit: schöne Verpackung mit kleinem Makel

Zum Abschluss der Größenvergleich mit der Konkurrenz: Das Elephone S3 kommt auf eine Fläche von 142 x 70,5 Millimeter. Das Honor 5C und das Huawei P9 Lite verfügen ebenfalls über 5,2 Zoll große Displays sind, aber 147,1 x 73,8 und 146,8 x 72,6 Millimeter groß. Das mögen zwar nur fünf Millimeter sein, aber die können in der Hand entscheidend sein.

So sieht das Elephone S3 schick aus, liegt angenehm in der Hand und ist mit einem Preis von rund 180 Euro auch günstig. Für diesen Preis erhaltet Ihr eine aktuelle Android-Version und sogar einen Fingerabdrucksensor. Darüber hinaus erhaltet Ihr eine langsame, aber oft völlig ausreichende Hardware sowie einen Akku, der nicht für Dauernutzer gedacht ist, und eine Kamera mit durchschnittlicher Bildqualität. So können wir das S3 nur bedingt zum Kauf empfehlen.


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