Elephone S7 im Test: der 130-Euro-Galaxy-S7-Klon

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Elephone S7 mit randlosem Display.
Elephone S7 mit randlosem Display.(© 2016 CURVED)

Nicht nur der Name erinnert beim Elephone S7 an das Galaxy S7. Im Test hat uns das preiswerte China-Smartphone überrascht.

Das Elephone S7 ist nicht nur in Schwarz, wie unser Testgerät, sondern auch in einem für Smartphones untypischen, aber gerade dadurch interessanten Grün erhältlich. Beeindruckend: Seine Rückseite ist aus 15 Schichten zusammengepresst. Je nach Blickwinkel und Lichteinfall ändern sich die Reflexionen. Bei unserem schwarzen Modell aber weniger, als es Videos zufolge beim blauen oder grünen Modell der Fall zu sein scheint. Kleiner Nachteil der Rückseite: Sie ist sehr empfindlich für Kratzer.

Großes Display mit runden Kanten

Das Design des Elephone S7 ist oft als Mischung aus Galaxy S7 und Galaxy S7 Edge beschrieben worden. Das kommt mit den abgerundeten Kanten auf Vorder- und Rückseite auch hin. Doch es gibt einen deutlich spürbaren Unterschied: eine harte Kante im Rahmen, die zwar für einen guten Halt sorgt, aber den Fingern wenig schmeichelt. Beim ersten Anfassen fand ich sie unmöglich, habe mich aber mit der Zeit an sie gewöhnt. Ergonomisch ist das Elephone S7 trotzdem nicht geworden.

Das 5,5 Zoll große Full-HD-Display hat abgerundete Kanten, bei denen anders als noch beim Elephone S3 keine Streifen in der Anzeige stören. Dafür erwarten Euch kräftige Farben, stabile Blickwinkel und eine hohe Detailgenauigkeit. Durch die runden Kanten reicht der Bildschirm fast nahtlos an den Rand heran. Der Inhalt biegt sich dort leicht. Der Rand ist aber nicht wie beim Galaxy S7 Edge mit extra Funktionen belegt und als Bedienelement nutzbar.

Unter der Haube ist das Elephone S7 mit dem Helio X20 von Mediatek gut aufgestellt. Ein Mittelklasse-Chipsatz, dessen Benchmark-Ergebnisse 2015 noch für ein Topmodell gereicht hätten. Ihm stehen bei unserem Testgerät vier Gigabyte Arbeitsspeicher zur Seite. Damit halte ich die beste Ausstattungsvariante des S7 in der Hand. Es gibt noch günstigere Varianten mit zwei oder drei Gigabyte Arbeitsspeicher. Analog zum Arbeitsspeicher wächst auch der interne Speicher: Über 16, 32 und 64 Gigabyte verfügen die verschiedenen Modelle.

Eine Taste reicht

Als Betriebssystem erwartet Euch eine sehr aufgeräumte Version von Android 6.0 Marshmallow auf dem Elephone S7. Der Hersteller verzichtet nicht nur auf eine eigene Nutzeroberfläche, sondern auch auf die Installation von zusätzlichen Apps. Einzige Ausnahme: die hauseigene Service-App. Dafür sind aber auch nicht die sonst typischen Google-Dienste vorinstalliert. Sie lassen sich bei Bedarf aber aus dem Play Store installieren.

Spannend finde ich, dass das Elephone S7 mit nur einer Taste auskommt. Das ist im ersten Moment ungewohnt. Doch man hat schnell abgespeichert, welcher Klick welche Aktion nach sich zieht: kurz antippen für "Zurück", zweimal kurz antippen oder einmal drücken für die Startseite, zweimal drücken für eine App Eurer Wahl und länger gedrückt halten, um den Taskmanager zu öffnen. Falls Euch diese Art der Bedienung nicht zusagt, könnt Ihr immer noch die Softkeys aktivieren und wie gewohnt die Displaytasten tippen.

RAW-Fotos brauchen viel Licht

Das Elephone S7 überrascht bei seinen Kameras mit einer Besonderheit: Sie können RAW-Fotos im DNG-Format aufnehmen. Das ist selbst unter Top-Modellen noch nicht Standard. Kleines Problem: Die 13-Megapixel-Kamera ist auf viel Licht angewiesen. Schon ein wolkenverhangener Himmel lässt die Aufnahmen zu dunkel wirken. Der HDR-Modus schafft hier zumindest etwas Abhilfe. Solange die Beleuchtung ausreichend ist, sehen auch die Farben natürlich aus, und die Detailgenauigkeit ist völlig ausreichend. Aber jede Wolke macht sich gleich bemerkbar. Bei Kunstlicht in geschlossenen Räumen und in der Nacht nimmt die Bildqualität deutlich ab.

Das ist bei der Frontkamera mit einer Auflösung von fünf Megapixel sogar schon bei Tageslicht der Fall. Diese Aufnahmen wirken sehr pixelig. Wer Selfies machen will, sollte sich ein anderes Smartphone suchen. Die des Elephone S7 mag man niemanden zeigen.

Im Homebutton befindet sich ein Fingerabdrucksensor, mit dem Ihr das Elephone S7 schnell und zuverlässig entsperrt. Fast schon ungewohnt und dem günstigen Preis geschuldet ist der verbaute Micro-USB-Anschluss, mit dem Ihr den 3000-mAh-Akku aufladet.

Fazit: viel Smartphone für sehr wenig Geld

Restlos überzeugt mich das Elephone S7 nicht. Für 130 bis 250 Euro – von der günstigsten Ausstattungsvariante bis zum Top-Modell – erhaltet Ihr ein Smartphone, das dem Galaxy S7 und Galaxy S7 Edge zwar ähnlich sieht, aber bei der Verarbeitung nicht mithalten kann. Auch bei der Ausstattung nicht. Großes Aber: Das darf man bei dem günstigen Preis auch nicht erwarten. Für vergleichsweise so wenig Geld dann noch ein Display mit abgerundeten Kanten zu verbauen, ist eine ordentliche Leistung. Die verbaute Hardware ist zwar nicht die schnellste, aber völlig ausreichend. Nur recht enttäuschend bleibt die Kamera.

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