Eufy Genie im Test: ein Echo Dot auf Sparflamme

Der Eufy Genie sieht aus wie ein Ladepad.
Der Eufy Genie sieht aus wie ein Ladepad.(© 2017 CURVED)

Der Eufy Genie von Anker kostet noch einmal weniger als Amazons Echo Dot. Ob er ein günstiger Einstieg ins Smart Home oder ein billiger Abklatsch ist, klärt der Test.

Anker kennt man eigentlich als Hersteller externer Akkus (Powerbanks) oder Lade-Adapter für die Steckdose. Unter der Untermarke "Eufy" hat das Unternehmen aber auch Gadgets für das Smart Home im Programm. Dazu gehören unter anderem smarte Lampen und Staubsaugerroboter. Und damit Nutzer die Geräte der Eigenmarke, aber auch Produkte anderer Hersteller nicht nur mit dem Smartphone, sondern auch per Stimme steuern können, bietet Anker mit dem Eufy Genie einen günstigen smarten Speaker an.

Ein Echo Dot von Anker

Im Prinzip handelt es sich dabei um einen Klon von Amazons Echo Dot. Denn als künstliche Intelligenz zur Steuerung der Geräte kommt nicht etwa eine Eigenentwicklung zum Einsatz, sondern Amazons Alexa. Das heißt: Über den Genie könnt Ihr auch die Hue-Lampen von Philips, die Thermostaten von tado und alle anderen Geräte steuern, die mit der KI kompatibel sind. Im Test ließ sich zum Beispiel das Licht im Haus ohne Probleme auch über den Genie steuern.

In Sachen Design wirkt der Genie nicht ganz so dezent wie der Echo Dot oder der Google Home Mini. Er sieht eher aus wie eine kleine Vase und sorgt mit dem etwas länger nachleuchtenden Eufy-Logo dafür, dass er schwerer im Raum übersehen wird als die Modelle der Konkurrenz.

Bei den Anschlüssen und Bedienmöglichkeiten gibt es einige Parallelen zum Echo Dot. So bietet der Genie wie der Dot vier Tasten auf der Oberfläche. Über zwei Buttons regelt Ihr die Lautstärke, einer aktiviert das Mikrofon, der andere stellt den Genie stumm. Dann kann er Euch nicht mehr hören, lässt sich also auch nicht mehr Sprache bedienen. Strom bekommt der kleine Speaker über einen Mikro-USB-Anschluss. Daneben sitzt die Klinkenbuchse, über die Ihr den Genie an die Stereo-Anlage anschließen könnt. Schade: Per Bluetooth lassen sich keine Geräte koppeln, um etwa Podcasts oder Musik zu streamen.

Kein Klangwunder und (noch) weniger Funktionsumfang

Das ist aber nur halb so schlimm. Zwar könnt Ihr  im Test hatte sich der Eufy Genie ohne dazwischen gestaltete Stereoanlage ohnehin nicht als Klangwunder erwiesen. Das ist auch der Echo Dot nicht. Amazons Speaker klingt aber doch noch etwas besser als der Genie, der sich eher auf dem Niveau eines Radioweckers befindet und bei voller Lautstärke ganz schön scheppert. Dafür hat er sich als guter Zuhörer erwiesen. Wenn man das Codewort "Alexa" deutlich ausspricht, hört einen der Genie auch aus einigen Metern Entfernung noch und setzt Spracheingaben in die Tat um.

Abseits davon hat der Genie so seine Macken, angefangen bei der Einrichtung. Für diese braucht Ihr die Eufy-App für Android oder iOS. Habt Ihr keine anderen Geräte des Herstellers, ist sie nach dem Vorgang nutzlos. Denn Maßeinheiten und Co. legt Ihr in der Alexa-App von Amazon fest. In der zeigt sich der Genie allerdings beschränkt. Er bietet keine Anruffunktion und das Codewort lässt sich auch nicht ändern. Bei der Einrichtung fiel außerdem auf, dass der Echo-Klon nur in 2.4-Gigahertz-Netzwerken funktioniert.

Fazit: keine Konkurrenz für den Echo Dot

Der Eufy Genie kann viel, aber nicht alles, was der Echo Dot von Amazon kann. Auf der Plus-Seite steht die gute Spracherkennung des Speakers. Dass der Sound nicht optimal ist, sei mal dahingestellt. Das ist er beim Dot schließlich auch nicht. Aber fehlendes Bluetooth und die Einrichtung über zwei Apps trüben das Erlebnis. Dazu kommt, dass der Genie mit einem anvisierten Preis von 55,99 Euro nicht nennenswert günstiger ist als das Amazon-Produkt, das Ihr für 59 Euro bekommt.


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