Fitbit Blaze im Test: eine Fitness-Uhr, aber noch lange keine Smartwatch

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Eine Fitness-Uhr mit integriertem Personal Coach
Eine Fitness-Uhr mit integriertem Personal Coach(© 2016 CURVED)

Ein buntes Display, ein stylisches Gehäuse und versteckter ein Personal Trainer: Die neue Fitness-Uhr Fitbit Blaze hat einiges zu bieten. Aber hält sie im Training auch, was das Datenblatt verspricht? Der Test.

Nach einem Jahr löst die Fitbit Blaze die Fitbit Surge als Premium-Modell des Wearables-Herstellers ab. Die Fitness-Uhr kann mehr als ein Fitnesstracker, aber weniger als eine Smartwatch. Zum Funktionsumfang gehören das Zählen von Schritten und Etagen, die Berechnung von verbrauchten Kalorien und zurückgelegten Strecken. Eine Stoppuhr, ein Timer und ein Wecker sind ebenso integriert wie ein Pulsmessgerät für die dauerhafte Überwachung Eures Herzschlags.

Der Personal Trainer am Handgelenk

All die genannten Funktionen findet Ihr auch auf günstigeren Fitnesstrackern, wie dem Fitbit Charge HR, vor. Sodass der Fitbit Blaze noch mehr bieten muss – und auch zu bieten hat. So hat Fitbit die im Mai 2015 übernommene Personcal-Coach-App FitStar in die Fitness-Uhr integriert. Drei Workouts sind auf der Uhr vorhanden, weitere könnt Ihr über die FitStar-App auf die Uhr laden – wenn ich als Nicht-Nutzer von FitStar alles richtig verstanden habe. Auf dem Display sehr Ihr dann die aktuellen Übungen sowie die Zeiten für die Intervalle und Pausen. Allerdings klappt das nur bei Übungen gut, die man schon kennt. Für neue Übungen sind die digitalen Vorturner nicht genau genug. Darüber hinaus fehlen mir akustische Signale für den Start oder Stopp einer Übung, denn beim Training kann man nicht immer aufs Handgelenk schauen. Da finde ich Modelle wie von Moov Now mit einer App, die die Ansagen macht, besser.

Allerdings könnt Ihr mit der Fitbit Blaze Aktivitäten präzise tracken. Zur Auswahl stehen Fahrrad fahren, Jogging, Training mit Gewichten, Laufband, Ellipsentrainer und ein nicht genauer definierter Workout. Beim Joggen und Radfahren ruft die Fitness-Uhr noch die GPS-Daten von Eurem Smartphone ab, sofern die beiden miteinander verbunden sind. Und selbst, wenn Ihr keinen Sport protokollieren wollt, versucht die Blaze, wie andere Wearables von Fitbit, anhand von Bewegungen zu erkennen, was Ihr treibt und das in der App festzuhalten – was bei Aktivitäten, die länger als ein paar Minuten andauern, auch recht gut klappt.

Die Fitbit Blaze nutzt Bluetooth nicht nur, um Daten mit der App auf Eurem Smartphone auszutauschen, sondern auch, um Euch anzuzeigen, wer gerade anruft. Damit Ihr das bemerkt, vibriert die Uhr am Handgelenk. Mit einem schnellen Blick wisst Ihr, ob es sich lohnt, das Smartphone aus der Tasche zu holen. Das funktionierte im Test auch gut und zuverlässig. Dagegen gar nicht gelang das Benachrichtigen über eingehende Textnachrichten. Obwohl die Funktion aktiviert war, kam keine einzige Notification am Handgelenk an. Zudem ist die Auswahl an unterstützten Apps sehr eingeschränkt. Bei mir waren es nur WhatsApp, der Facebook Messenger, Hangouts und Signal.

Wieder ein neues Ladegerät

Was mich beim Fitbit Blaze, und auch vielen anderen Wearables, nervt, ist die Tatsache, dass die Hersteller zum Aufladen des Akkus nicht auf einen Micro-USB-Anschluss vertrauen, sondern ihre eigenen Schnittstellen entwickeln. Bei der Fitness-Uhr nehmt Ihr das Gehäuse aus dem Armband heraus, damit Ihr es in eine Ladeschale legen könnt. Das Urlaubsgepäck vergrößert sich damit um ein weiteres Kabel.

Die Akkulaufzeit liegt nach Herstellerangaben bei bis zu fünf Tagen. Wenn Ihr die Fitness-Uhr wie einen Fitnesstracker benutzt, kommt das hin und sie hält so lange durch wie ein Fitbit Charge HR. Aber sobald Ihr Aktivitäten aufzeichnet oder mit FitStar trainiert, verkürzt sich die Akkulaufzeit. Im Test sorgte bereits die Dauer von etwa anderthalb Stunden sportlicher Aktivitäten dafür, dass ich die Fitbit Blaze bereits am vierten Tag wieder aufladen musste, da sie den fünften nicht mehr geschafft hätte. Bis der Akku wieder voll aufgeladen ist, müsst Ihr etwa anderthalb Stunden ohne das Wearable auskommen.

Nicht schlimm, aber doch gewöhnungsbedürftig finde ich das Bedienkonzept der Fitbit Blaze. Fast alles kann ich über den Bildschirm mit Antippen und Wischen machen. Nur zum "Zurück"-Gehen muss ich die Taste am linken Rand der Fitness-Uhr drücken. Die zwei Tasten am rechten Rand haben dagegen nur auf ganz wenigen Bildschirmen überhaupt eine Funktion, die man zudem auch über Wischgesten abrufen kann. Sie sind eigentlich total überflüssig – außer vielleicht als Designelement.

Fazit: ein besserer Fitnesstracker

Im Vergleich zur Fitbit Surge ist die Fitbit Blaze etwas schicker geworden und lässt sich mit den wechselbaren Armbändern besser dem eigenen Geschmack anpassen. Zusätzlich bietet sie mit FitStar noch eine spannende Funktion mehr. Allerdings reicht Ihr Funktionsumfang nicht an richtige Laufuhren oder Smartwatches heran. So bleibt die Fitness-Uhr ein etwas besserer Fitnesstracker, der etwas mehr kann als zum Beispiel der Fitbit Charge HR, aber mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von 229 Euro auch doppelt so viel kostet wie das ein Jahr ältere Modell aktuell im Handel.


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