Fitbit Charge im Test: Fitnesstracker mit OLED-Display

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Keine günstige Motivationshilfe: der Fitbit Charge
Keine günstige Motivationshilfe: der Fitbit Charge(© 2014 CURVED)

Der Fitbit Charge ist der letzte Fitnesstracker des alten Jahres und bietet sich als Motivationshilfe an, um schon vor den Feiertagen die Pfunde von Weihnachtsgans, Keksen und Marzipan schmelzen zu lassen. CURVED-Redakteur Jan hat das Armband in der Adventszeit umgelegt.

Vor den besinnlichen Tagen geht es noch einmal hoch daher: Geschenke müssen besorgt, Weihnachtsmärkte besucht und dann auch noch Weihnachtsfeiern überstanden werden. Genug Gelegenheiten für den Fitbit Charge, nicht nur Schritte zu zählen und verbrauchte Kalorien zu berechnen, sondern auch im Zusammenspiel mit der Fitbit-App zu motivieren und sich mit weiteren Funktionen als praktisch zu erweisen.

Der Charge ist das "Einstiegsmodell" unter den drei neuen Fitnesstrackern von Fitbit und quasi der Nachfolger des Fitbit Flex. Während die App dieselbe bleibt, gibt es bei der Hardware einige Veränderungen. So ist zum Beispiel die Technik fest im Armband verbaut und lässt sich nicht wie beim Vorgänger herausnehmen. Ebenfalls neu ist das Display, das nicht nur die Uhrzeit anzeigt, sondern Euch jederzeit mit einem aktuellen Zwischenstand versorgt.

Bequemes Armband aus neuem Material

Das Armband des Fitbit Charge ist 21 Millimeter breit und steht in zwei verschiedenen Größen zur Auswahl. Ich trage die größere Variante. Der Verschluss besteht aus chirurgischem Edelstahl. Insgesamt sieben verschiedene Positionen bietet er mir an, was sinnvoll ist, denn das Armband soll weder zu fest noch zu locker sitzen.

Da immer ein Finger zwischen Armband und Handgelenk passen soll, lässt sich der Charge nach ein klein wenig Übung problemlos schließen und auch wieder öffnen. Sorgen, dass er mir unbemerkt vom Handgelenk fällt, mache ich mir aber nicht. Nach einer Woche finde ich, dass der Fitbit Charge bequem zu tragen ist und im Alltag nicht mehr stört als eine Armbanduhr. Ganz so flach und unauffällig wie der Misfit Shine oder das Mi Band von Xiaomi ist er allerdings nicht.

In den USA hatte Fitbit den Charge als Fitbit Force bereits in den Handel gebracht, musste den Verkauf jedoch im Frühjahr aufgrund von Hautreizungen bei vielen Nutzern stoppen. Der Charge ist die Neuauflage mit einem anderen Material. Das verwendet Elastomer hat sich nach Angaben des Herstellers bereits bei vielen Sportuhren bewährt und nach zehn Tagen, kann ich kein Rötungen meiner Haut erkennen.

Wer beim Fitbit Flex den Sensor aus dem Armband herausgenommen und an anderen Stellen aufbewahrt oder befestigt hat, wird mit dem Charge nicht zufrieden sein. Die Technik ist fest im Armband verbaut. Was mich nicht störte, da ich bisher keinen besseren Ort für einen Fitnesstracker gefunden habe als das Handgelenk. Wobei, manchmal böte sich das Fußgelenk an. Aber dafür bräuchte ich ein größeres Armband, das kaum ein Smartband hat.

OLED-Display verrät aktuelle Zahlen und Namen von Anrufern

Ich bin zwar bisher gut mit Fitnesstrackern ohne Display ausgekommen, die nur mit LED-Leuchten signalisieren, wie nahe ich meinem Tagesziel schon gekommen bin. Aber der Charge macht klar, dass ein paar Infos mehr nicht schädlich, sondern hilfreich sind und den ständigen Datenaustausch mit dem Smartphone überflüssig machen und so im Endeffekt auch die Akkulaufzeit beider Geräte verlängern können.

Das Display zeigt Euch die Uhrzeit sowie jeweils für den aktuellen Tag die gegangenen Schritte, die zurückgelegte Strecke, die verbrauchten Kalorien und die erklommenen Stockwerke an. Um die Anzeige zu aktivieren oder durch die verschiedenen Werte zu blättern, muss man auf den Knopf an der Seite des Gehäuses drücken.

In den Einstellungen der Fitbit-App könnt Ihr die Reihenfolge der Werte verändern oder einzelne komplett ausblenden. Für die Digitaluhr stehen vier verschiedene "Ziffernblätter" zur Auswahl. Das beleuchtete Display lässt sich auch gut im Dunkeln ablesen. Tippt Ihr zwei Mal auf den Charge, zeigt er den in der App ausgewählten Wert an, ohne dass man den Knopf an der Seite drücken muss.

Sehr praktisch finde ich eine neue Funktion des Fitbit Charge: Sie heißt "Anrufer ID" und bedeutet nichts anderes, als dass das Armband über einen eingehenden Anruf auf Eurem Smartphone informiert - inklusive dem Namen des Anrufers, wenn er in Eurem Adressbuch steht. Mein Smartphone ist meistens auf lautlos gestellt und wenn ich es auf dem Schreibtisch im Büro oder zu Hause auf den Küchentisch lege oder es an der Steckdose hängt, bekomme ich nicht jeden Anruf mit, da ich oft vergesse, den Klingelton zusätzlich zum Vibrationsalarm wieder laut zu stellen. Da kommt ein Hinweis am Handgelenk gerade recht.

Wie genau zählt der Fitbit Charge

Nachdem ich vor kurzem sieben Fitnesstracker auf ihre Genauigkeit hin überprüft habe, muss ich natürlich auch testen, wie genau der Fitbit Charge zählt. Das Ergebnis sieht gut aus. Statt 1000 von Hand gezählter Schritte zeigt er 1013 an. Eine Fehlerquote von 1,3 Prozent, die noch weit innerhalb des Toleranzbereichs liegt und ein besseres Ergebnis als beim Fitbit Flex ist sowie in der Gesamtbetrachtung für den zweiten Platz hinter dem Jawbone Up24 reicht.

So genau zählt der Fitbit Charge |Create infographics

Bei Stockwerken erscheint mir der Fitbit Charge dagegen deutlich großzügiger als ich zu zählen. So bin ich zum Beispiel heute morgen drei Etagen nach unten gegangen, aber der Fitnesstracker zeigt mir schon sechs Stockwerke an, die ich gegangen wäre. Deutlich plausibler erscheinen mir dagegen die gemessenen Schlafzeiten, die der Charge automatisch misst. Ich muss die Schlafprotokollierung weder beim Schlafengehen ein- noch beim Aufstehen ausschalten.

Die Synchronisierung der Daten erfolgt mit der App auf dem Smartphone via Bluetooth oder über einen USB-Ant+-Stecker in Eurem Computer direkt mit dem Online-Portal von Fitbit. Im Test funktionierte der Datenabgleich per Bluetooth nicht immer einwandfrei. Auch das Entfernen anderer Bluetooth-Geräte brachte nicht immer ein Besserung, so dass der Fehler doch in der Hardware oder der Software des Charge liegen könnte. Identifizieren konnte ich die Ursache aber nicht.

Ärgerlich, aber leider bei Fitnesstrackern derzeit noch üblich, ist, dass ich auch den Charge mit seinem eigenen USB-Kabel aufladen muss und unterwegs nicht das Micro-USB-Kabel von meinem Smartphone verwenden kann. Aber die von Fitbit angegeben Akkulaufzeit von mindestens sieben Tagen hielt er problemlos durch.

Nach einer Woche war die Batterie der Fitbit-App zufolge noch etwa zur Hälfte geladen. Ich hatte aber auch die Synchronisierung der Daten im Hintergrund deaktiviert und sie maximal ein Mal am Tag auf das Handy geladen. Nach zehn Tagen wies der Charge durch ein blinkendes Symbol auf seinem Display darauf hin, dass sein Akku bald leer sei.

Motivierende App mit vielen Funktionen

Ich mag die App von Fitbit. Sie ist für das Charge die gleiche wie für den Flex oder noch ältere Schrittzähler des Herstellers. Die Anwendung kann aber immer nur mit einem Fitnesstracker zur Zeit verbunden sein. Ihr Design ist aufgeräumt, übersichtlich und schick. Auf dem Dashboard sind alle wichtigen Daten direkt zu sehen.

Klickt man sie an, bekommt man den Verlauf über die letzten Tage und auch für jeden einzelnen Tag angezeigt. Wer die smarte Waage von Fitbit nicht sein eigen nennt, kann das tägliche Gewicht von Hand eintragen. Ebenfalls noch händisch einzutragen sind die Angaben zur getrunkenen Wassermenge und aufgenommenen Nahrung - eine kurze Suche in der Lebensmitteldatenbank steht hier mindestens an.

Darüber hinaus könnt Ihr Euch mit anderen Fitbit-Nutzern befreunden und mit ihnen in Konkurrenz treten. Vier verschiedene Wettkampfarten stehen bereit, in denen Ihr Eure Freunde übertrumpfen könnt.

Fazit

Der Fitbit Charge ist die logische und gelungene Weiterentwicklung des Fitbit Flex. Der Tragekomfort ist ähnlich hoch, es gibt einige Messdaten mehr und vor allem ein Display, das Werte direkt anzeigt. Die Anrufer ID ist eine schöne Zusatzfunktion. Der Charge steht auch nach Weihnachten noch in vier Farben zur Auswahl. Obwohl es an Fitbits neuem Fitnesstracker wenig auszusetzen gibt, finde ich die unverbindlichen Preisempfehlung von 129,95 Euro zu hoch. Ich würde trotz gelungener Hardware und einer sehr schönen App nicht so viel Geld für den Charge zahlen.


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