Garmin Vivofit im Test: Ein Smartband zum App-Gewöhnen

Her damit !15
Garmin Vivofit: Smartband mit informativen Display.
Garmin Vivofit: Smartband mit informativen Display.(© 2014 CURVED)

Garmin, ein alter Hase im Fitness- und Sport-Business, hat jetzt auch ein Smartband: Vivofit. Kann sich das gegen Fitbit Flex und Co. behaupten?

In Form und Größe ähnelt das Garmin Vivofit dem Fitbit Flex. Auch der Tragekomfort ist ähnlich und so stört das Smartband des Schweizer Navi-Herstellers im Alltag nicht am Handgelenk. Mit einem Gewicht von 25,5 Gramm ist es zudem leichter als eine Armbanduhr. Das Gehäuse ist bis zu einer Tiefe von 50 Metern wasserdicht. Großer Pluspunkt: Ihr braucht den Fitnesstracker nicht aufladen. Seine Batterien sollen ein Jahr lang halten. Zum Auswechseln der zwei Knopfzellen müsst Ihr das Gerät allerdings Aufschrauben, was dann etwa alle zwölf Monate einen größeren Aufwand bedeutet.

Informatives Display, aber nur im Querformat

In der Verpackung befinden sich zwei unterschiedlich lange Armbänder, die jeweils neun unterschiedliche Größeneinstellungen bieten. Das Display ist 25,5 x 10 Millimeter groß, erinnert an die LCDs von Digitaluhren und verbraucht wenig Strom. Auf ihm zeigt Euch das Vivofit die Uhrzeit und das aktuelle Datum sowie die gegangenen Schritte und die bis zum Tagesziel noch zu gehenden Schritte an. Darüber hinaus erscheinen die zurückgelegte Strecke und die verbrannten Kalorien auf dem Bildschirm. Dieser ist allerdings im Querformat angelegt, was beim Ablesen am Handgelenk nicht besonders hilfreich ist und zu unbequemen Verrenkungen verleitet. Eine Anzeige im Hochformat wäre komfortabler gewesen - und dass dies möglich ist zeigt sich zum Beispiel bei Samsungs Gear Fit.

Am Vivofit findet Ihr einen Knopf mit dem Ihr zwischen den verschiedenen Anzeigen auf dem Display umschaltet. Ungewohnt ist, dass er auch die Synchronisation der gesammelten Daten via Bluetooth startet. Hierzu müsst Ihr ihn nur lange drücken. Der Vorgang lässt sich nicht aus der Garmin Connect-App heraus starten. Die ist übrigens nicht nur für die Vivofit, sondern auch für andere Garmin-Geräte, wie die GPS-Uhr ForeRunner 220, konzipiert. Dementsprechend befüllt sie nicht alle der fünf Widgets automatisch. Zum Kalorien zählen müsst Ihr die Anwendung noch mit MyFitnessPal verknüpfen und von Hand eingeben, was Ihr gegessen und getrunken habt. Aktivitäten wie Laufen, Radfahren, Schwimmen oder Wandern müsst Ihr ebenfalls selber eintragen. Dafür ist das Vivofit nicht vorgesehen.

Optisch ist die Garmin Connect-App sehr schlicht gehalten und kommt in Weiß, Schwarz und Blau daher. Sie listet nur die Ergebnisse auf - und selbst das lösen Apps von anderen Smartbands wesentlich schicker und sorgen mit Auszeichnungen für Motivation. Ihr müsst die Daten des Vivofit nicht zwangsläufig mit der App auf Eurem Smartphone synchronisieren. Mit Hilfe des beiliegenden USB-ANT-Sticks gelangen sie auch über Euren Computer in das Webportal von Garmin Connect, wo die App sie auch hin überträgt. Die Webseite ist wesentlich umfangreicher als die App. Über das Design lässt sich auch hier streiten, aber deutlich weniger. Bei den Funktionen lässt die Community im Netz aber kaum Wünsche offen. Hier erhaltet Ihr auch Auszeichnungen, nehmt an Wettbewerben teil oder erstellt einen kompletten Trainingsplan. Hier kommen auch Sportler auf Ihre Kosten und nicht nur Menschen, die wissen wollen, wie viel sie sich am Tag bewegen.

Auf der Suche nach dem metrischen System

In unserem Vivofit waren die amerikanischen Einheiten voreingestellt, was die Einrichtung erschwerte, da ich mein Gewicht und meine Größe nicht in Pfund und in Zoll im Kopf habe. Erst tief versteckt in den Einstellungen der App konnte ich auf das metrische System umstellen und die korrekten Daten mit Kilogramm und Zentimeter eintragen. Auf dem Display erschien die zurückgelegte Strecke dann auch endlich in Kilometern und nicht mehr in Meilen.

Regelmäßige Bewegung ist wichtig und deswegen erinnert Euch das Vivofit mit einem sich füllenden roten Balken am oberen Rand des Displays daran, dass es wieder Zeit ist eine kleine Runde zu laufen. Das Smartband will auch Euren Schlaf überwachen. Aber es zeigt nicht wie andere Sensoren an wie lange und wie tief ihr geschlafen habt, sondern nur wie viel Ihr Euch in einem vorher festgelegten Zeitraum bewegt habt.

Lieber ein anderes Smartband

Das Garmin Vivofit überzeugt mich nicht. Dieses Smartband  lohnt sich nur, wenn Ihr bereits bei Garmin Connect registriert seid und den Dienst nutzt. Ansonsten würde ich für einen angenehmeren Tragekomfort das Misfit Shine und für eine ansprechendere App das Fitbit Flex oder das Jawbone Up24 empfehlen. Der Tragekomfort ist vor allem bei Fitbit fast identisch mit dem Vivofit, das Display ist allerdings informativer. Dafür setzt Garmin mit 119 Euro die unverbindliche Preisempfehlung rund 20 Euro höher an. Im Handel bekommt Ihr das Smartband aber bereits für unter 100 Euro.


Weitere Artikel zum Thema
Polaroid Snap Touch im Test: Sofort­bild­ka­mera und Smart­phone-Foto­dru­cker
Jan Johannsen1
Peinlich !7Polaroid Snap Touch: Sofortbildkamera und Fotodrucker für Smartphones.
Die Polaroid Snap Touch ist eine Mischung aus Sofortbildkamera und Fotodrucker für Smartphones. Wie gut die Mischung funktioniert, verrät der Test.
Apple MacBook Pro (2016) mit Touch Bar im Test [mit Video]
Marco Engelien4
Weg damit !32Leicht, schick, aber auch teuer: das neue MacBook Pro mit Touch Bar.
Das neue MacBook Pro ist flacher, leichter und hat die Touch Bar statt der F-Tasten. Aber ist es auch das bessere Arbeitsgerät für Profis? Der Test.
Die besten Weih­nachts­ge­schenke für Väter
Marco Engelien
Naja !8Die volle Drohnung unterm Weihnachtsbaum
Auch Papa freut sich über das richtige Geschenk zu Weihnachten. Wenn Ihr noch nicht wisst, was Ihr Eurem alten Herrn schenken sollt, klickt hier.