Gigaset GS185 im Test: So gut ist das Smartphone "Made in Germany"

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Das Gigaset GS185 wird in Deutschland zusammen gebaut.
Das Gigaset GS185 wird in Deutschland zusammen gebaut.(© 2018 CURVED)

Das Besondere am Gigaset GS185 ist der Ort an dem es zusammen gebaut wird: Bocholt. Ob man dem günstigen Smartphone anmerkt, dass es an der Grenze zu den Niederlanden und nicht in Shenzhen zusammengebaut wurde, erfahrt ihr im Test.

Zugegeben, die meisten Bauteile des Gigaset GS185 wurden importiert, aber durch den Zusammenbau des GS185 in Deutschland erhofft sich Gigaset nicht nur einen Imagegewinn, sondern will beschädigte Geräte schneller reparieren und spontaner auf Kundenwünsche eingehen können. Etwa, wenn ein Unternehmen 1000 Geräte mit dem Firmenlogo benötigt. Als Nutzer hofft man aber natürlich, sein Smartphone nie zur Reparatur einschicken zu müssen.

"Kleines" Smartphone in Metall-Optik

Das Gigaset GS185 hat zwar ein 5,5 Zoll großes Display im 18:9-Format, wirkt im Vergleich zu vielen anderen aktuellen Modellen aber klein. Es liegt mit seinem Kunststoffgehäuse in Metall-Optik angenehm in der Hand. Sein IPS-Display überzeugt mit einer hohen Blickwinkelstabilität und hat mit 1440 x 720 Pixeln eine ausreichende Auflösung. Die Farben wirken kräftig und solange die Sonne nicht direkt auf den Bildschirm scheint, ist die Helligkeit ausreichend.

In dem ordentlich verarbeiteten Gehäuse stecken mit dem Snapdragon 425 und zwei Gigabyte Arbeitsspeicher die heute sinnvolle minimale Hardware-Ausstattung. Zusammen erreichen sie keine Spitzenergebnisse in Benchmark-Tests, sind aber für alltägliche Anwendungen ausreichend und sogar technisch anspruchsvolle Spiele wie "PUBG Mobile" lassen sich spielen – wenn auch nur in niedrigster Auflösung. Der interne Speicher bietet mit 16 Gigabyte allerdings keinen Platz für viele große Spiele. Bei Bedarf lässt er sich immerhin mit einer microSD-Karte erweitern. Gute Sache: Die Speicherkarte ersetzt nicht die zweite SIM-Karte, sondern hat ihren eigenen Platz.

Die doppelte 13 bringt kein Unglück

Beide Kameras auf Vorder- und Rückseite des Gigaset GS185 nehmen Fotos mit einer Auflösung von 13 Megapixeln auf. Bei ausreichender Helligkeit, etwa Tageslicht, sind die Fotos schön anzusehen. Farben und Detailgenauigkeit sind in Ordnung. Der HDR-Modus lohnt sich, um Kontraste zu glätten und zum Beispiel aus einem weißen, überbelichteten Himmel etwas blaue Farbe und Wolken hervor zu zaubern. Panorama-Aufnahmen setzt die Software allerdings nicht besonders akkurat und vor allem in sehr niedriger Auflösung zusammen. Auch wenn es dunkler wird, gerät die Kamera schnell an ihre Grenzen. Die Linse fängt wenig Licht ein, die Software steuert kaum dagegen und das Ergebnis sind dunkle Nachtbilder mit pixeligen Motiven.

Bei den grundsätzlich sehr ordentlichen und vorzeigbaren Selfies sorgt der HDR-Modus nicht nur für ausgeglichene Kontraste, sondern zeichnet das Gesicht auch etwas weicher – und lässt glänzende Hautpartien verschwinden.

Beim Betriebssystem setzt Gigaset beim GS185 auf die aktuelle Variante Android 8.1 Oreo und spricht selber von einer puren Version, ergänzt Googles Betriebssystem aber doch um eigene Hintergründe und zwei Apps. Wirklich störender Schnickschnack fehlt aber dankenswerterweise. Der Akku fällt mit einer Kapazität von 4000 mAh groß aus. Angesichts der verbauten Hardware kann er auch für zwei Tage ausreichen, wenn man sich bei der Nutzung des Smartphones zurückhält. So oder so: Einen Tag hält er problemlos durch. Aufgeladen wird die Batterie über den Micro-USB-Anschluss.

Den Fingerabdrucksensor auf der Rückseite des Gigaset GS185 erreicht man bequem, wenn man das Smartphone in der Hand hält. Mit ihm entsperrt man es nicht nur, sondern kann auch einige Gesten zur Bedienung machen. Wenn man sich daran gewöhnt hat, ist das sehr praktisch. Über den 3,5mm-Anschluss an der oberen Kante kann man einen Kopfhörer per Kabel anschließen.

Fazit

Als Nutzer merkt man dem Gigaset GS185 den Produktionsort nicht an. Würde hinten nicht "Made in Germany" drauf stehen, könnte es auch ein gutes, ordentlich in Shenzhen zusammen gebautes Einsteiger-Smartphone sein. Das GS185 überzeugt an keiner Stelle auf ganzer Linie, befriedigt aber alle Grundanforderungen an ein Smartphone. Im Alltag ohne besondere Anforderungen ist das mehr als ausreichend und für eine unverbindliche Preisempfehlung von 179 Euro völlig in Ordnung.

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