Gigaset ME Pro im Test: Wenn größer auch besser ist

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Gigaset ME Pro: Glaspalast mit Edelstahlrahmen
Gigaset ME Pro: Glaspalast mit Edelstahlrahmen(© 2016 CURVED)

Edelstahl und Glas: Schick schaut das Gigaset ME Pro aus. Aber hält das Smartphone, was das edle Äußere verspricht? Der Test.

Falls Euch das Gigaset ME Pro bekannt vorkommt: Das ME Pro lässt sich vom Gigaset ME nur durch seine Größe unterscheiden. Beim Blick auf das Datenblatt fällt noch auf, dass die Kamera besser sein muss und der Akku größer ist. Wer den Test vom Gigaset ME schon gelesen hat, kann sich hier auf den Abschnitt über die Kamera konzentrieren.

Glas, Edelstahl und Sensoren

Mit seiner Glas-Rückseite ist das Gigaset ME Pro kein Outdoor-Smartphone, geht aber dank Gorilla Glass auch nicht kaputt, wenn Ihr es auf den Tisch legt. Zusammen mit dem Rahmen aus Edelstahl ergibt sich ein sehr hochwertiges, anmutiges Design, das am Ende aber immer noch Geschmacksache bleibt. Das Telefon liegt trotz seiner Größe angenehm in der Hand, die Rückseite ist allerdings so glatt, dass Ihr das ME Pro nicht auf schrägen Flächen ablegen solltet. Die Vorderseite dominiert das 5,5 Zoll große Full-HD-Display, das mit einer hohen Detailgenauigkeit, satten Farben und großen Betrachtungswinkeln punktet.

Auf der Rückseite des Gigaset ME Pro befindet sich ein schnell und zuverlässig arbeitenden Fingerabdrucksensor. Weniger überzeugt hat mich der Herzfrequenzsensor, auf den ich einen Finger auflegen muss, damit das Smartphone meinen Puls messen kann. Damit das klappt, muss ich eine gefühlte Ewigkeit sehr ruhig halten. Zusätzlich kann das ME Pro auch die UV-Strahlung messen. Als weitere Gesundheitsfunktion hat Gigaset einen Schrittzähler integriert, den ich aber zunächst aktivieren muss. Da ist jedes Wearable am Handgelenk komfortabler - und am Ende des Tages auch zuverlässiger.

Der Snapdragon 810 läuft sich warm

Im edlen Gehäuse des Gigaset ME Pro steckt hochwertige Technik. Trotz aller Probleme mit der Hitzeentwicklung war der Snapdragon 810 bei der Vorstellung des ME Pro im September 2015 für viele Flaggschiffe die erste Wahl. Zwar steht jetzt mit dem Snapdragon 820 der vermutlich bessere Nachfolger vor der Tür, aber dadurch wird der 810er nicht automatisch schlecht. Zusammen mit dem drei Gigabyte großen Arbeitsspeicher des ME Pro erreicht er im Antutu-Benchmark fast 73.000 Punkte - wenn er nicht warm wird. Dann sinkt das Ergebnis auf bis zu 57.000 Punkte ab, und das Smartphone wird spürbar warm, aber nicht heiß. Bei Geekbench 3 reicht es für 1025 Punkte im Single Core- und 4594 Punkte im Multi-Core-Test.

In der Praxis bedeuten diese Zahlen, dass Android 5.1.1 und die Nutzeroberfläche von Gigaset auf dem ME Pro flüssig laufen - selbst, wenn das Smartphone warm ist. Apps starten schnell, grafisch aufwendige Spiele wie Asphalt 8 lassen sich problemlos in höchster Grafikqualität zocken.

Gute Kamera, verbesserungswürdige App

Beim Test des Gigaset ME war die Bildqualität der Kamera bei zwei Testgeräten so schlecht, dass sie nur durch eine fehlerhafte produzierte Kamera zu erklären war. Beim Gigaset ME Pro sieht es dagegen deutlich besser aus - was auch bei einer heilen Kamera im ME zu erwarten ist. Denn das ME Pro verfügt mit 20 Megapixeln nicht nur über eine höhere Auflösung, sondern auch über einen optischen Bildstabilisator, der etwas längere Belichtungszeiten ermöglicht.

Statt fehlerhafter Fotos wie bei ME erfreut mich das ME Pro mit guten Fotos, die kräftige Farben aufweisen und viele Details anzeigen. Mit harten Kontrasten kommt die Kamera gut zurecht. Schaut man sich die Aufnahmen allerdings in Originalgröße an, fällt auf, dass in dunklen Bereichen die Detailgenauigkeit schnell abnimmt - was aber weder auf dem Smartphone noch auf einem Tablet oder gar auf Abzügen auffällt, wenn man nicht gerade einen Ausschnitt vergrößert. Bei Nachtaufnahmen bleibt ein Bildrauschen nicht aus, aber die Aufnahmen sind vorzeigbar und lösen keinen sofortigen Löschreflex aus.

Die Selfie-Kamera liefert Selbstporträts mit acht Megapixeln Auflösung, die man gerne an Freunde und Bekannte verschickt. Die Farben sind ähnlich gut wie bei der Hauptkamera, die Detailgenauigkeit fällt nur ein wenig schlechter aus. Die Kamera-App von Gigaset könnte aber bei der Bedienung noch besser sein. So sind zum Beispiel der HDR-Modus sowie der verstellbare ISO-Wert und der Weißabgleich in den Einstellungen versteckt und nicht direkt vom Aufnahmebildschirm aus zu erreichen.

Wenig Bloatware und ein größerer Akku

Gigaset kann zwar noch nicht sagen, wann es soweit ist, hat aber versichert, dass für die Gigaset-Modelle Android 6.0 Marshmallow erscheint. Bis dahin müsst Ihr mit Android 5.1.1 auf ME Pro vorlieb nehmen. Der Hersteller verpasst dem Smartphone seine eigene Nutzeroberfläche und greift neben den typischen Google-App auf eigene Programme zurück. Dabei handelt es sich vor allem um die kleinen Standard-Tools, die zu jedem Smartphone gehören. Aber auch eine eigene Health-Anwendung sowie ein Sicherheitstool, eine direkte Verbindung zum Telefonservice des Kundendienstes und vor allem eine Smart Remote-App. Sie und die Infrarot-Schnittstelle des ME Pro sorgen dafür, dass Ihr das Smartphone als Universalfernbedienung nutzen könnt. Die Einrichtung neuer Geräte gestaltet sich dabei denkbar unkompliziert.

Mit Amazon Kindle, Evernote und OfficeSuite hält sich die Zahl der vorinstallierten Apps in Grenzen. Vom 32 Gigabyte großen internen Speicher stehen ab Werk trotzdem nur knapp 22 Gigabyte für Eure Daten bereit. Das liegt in erster Linie daran, dass die Systemsoftware auf stolze 8,5 Gigabyte aufgebläht ist. Reicht Euch der Speicherplatz nicht aus, könnt Ihr ihn mit einer microSD-Karte erweitern. Dann ist das Gigaset ME Pro aber kein Dual-SIM-Smartphone mehr, da die Speicherkarte den Platz für die zweite SIM-Karte belegt.

Zur Datenübertragung und zum Aufladen des Akkus verfügt das Gigaset ME Pro über einen USB-C-Anschluss. Er, das mitgelieferte Netzteil und der 4000-mAh-Akku unterstützen eine Schnellladefunktion, die in zehn Minuten den Akku um 16 Prozent aufladen soll - was immerhin für drei Stunden Sprechzeit reichen soll. Im Test hielt der Akku, dessen Kapazität um 1000 mAh größer als beim Gigaset ME ist, problemlos einen Tag durch. Wer sparsam ist, kann auch zwei Tage schaffen, alle anderen müssen nicht zwangsläufig jede Nacht, aber spätestens im Verlauf des zweiten Tages an die Steckdose.

Fazit: Für alle, die es größer mögen

Das Gigaset ME Pro ist ein edles Smartphone mit guter Ausstattung und Kamera, dessen unverbindliche Preisempfehlung mit 549 Euro nicht übertrieben hoch ausfällt. Es ist das Smartphone für alle, denen das fünf Zoll große Gigaset ME zu klein ist - der größere Akku und die bessere Kamera machen sich dagegen kaum bemerkbar. Es gibt allerdings ein kleines Problem: Bei der Präsentation im Spätsommer 2015 gehörte das ME Pro eindeutig zu den Flaggschiffen. Durch den über ein halbes Jahr später erfolgten Verkaufsstart muss es jetzt allerdings mit dem Samsung Galaxy S7 und LG G5 konkurrieren.


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