Google Daydream View (2017) im Test: virtuelle Realität, realer Komfort

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Daydream View besteht aus Brille und Controller.
Daydream View besteht aus Brille und Controller.(© 2017 CURVED)

Neue Linsen sollen in Googles Neuauflage der  Daydream View für größere Blickwinkel und schärfere Bilder sorgen. Dafür kostet die Virtual-Reality-Brille mehr. Lohnt sich das? Der Test.

Mit der ersten Version der Daydream View ist Google 2016 gleich ein solides Erstlingswerk gelungen. Das Gadget überzeugte uns durch den bequemen Sitz und den WiiMote-ähnlichen Controller. 2017 folgt nun die Neuauflage, bei der man, um es mit den Worten von Googles VR-Chef Clay Bavor zu sagen, "die besten Teile" des Originals behalten und sie noch besser gemacht habe. Da ist schon klar: Viel ändert sich. Deswegen sei Euch an dieser Stelle noch einmal unser Test des Originals ans Herz gelegt. Mit seiner Aussage bezieht sich Bavor vor allem auf die Linsen, aber auch den Komfort hat man verbessert.

Smartphone rein, glücklich sein

Der Stoffüberzug, der die Brille einkleidet und so optisch von Konkurrenzmodellen wie der Samsung Gear VR abhebt, ist noch einmal etwas weicher als im Vorjahr. Besonders der gepolsterte Innenraum gefällt, weil Daydream View dadurch beim Tragen nicht drückt. Im Vergleich zum Vorgänger hat das neue Headset etwas an Gewicht zugelegt. Es wiegt nun 261 statt 220 Gramm. Die zusätzlichen 41 Gramm vielen im Test aber nicht auf.

Ein neuer Gurt, der sich zentral über den Kopf spannt, soll für zusätzliche Stabilität sorgen. Auch ohne sitzt das Headset aber fest und bequem auf der Nase.  Für US-Kunden gestaltet Google die Brille außerdem farbenfroh, in Deutschland gibt es das Headset im Google Store aktuell nur in Schwarz.

Damit die Brille Inhalte anzeigt, braucht Ihr ein Smartphone mit dem Label "Daydream Ready" als Zuspieler. Neben dem Pixel 2 und dem Pixel 2 XL sind aktuell unter anderem die Samsung-Geräte Galaxy S8 und Galaxy Note 8, das LG V30 und das Asus ZenFone AR kompatibel mit der VR-Brille. Um beides miteinander zu benutzen, ladet Ihr Euch einfach die Daydream-App aufs Smartphone, aktiviert den VR-Modus und legt das Gerät in die Klappe der Brille. Ein fester Gummizug und gummierte Abstandhalter sorgen dafür, dass es auch im hitzigen VR-Gefecht nicht verrutscht.

Ein größeres Blickfeld mit mehr Schärfe

Damit die Inhalte richtig zur Geltung kommen, hat Google neue Linsen verbaut. Sie bieten ein etwas größeres Blickfeld und sollen für ein schärferes Bild sorgen. Da gibt es im Vergleich zu ersten Version aber gefühlt keine Unterschiede. Wir haben Daydream mit einem Pixel 2 XL ausprobiert. Trotz des hochauflösenden Displays und der verbesserten Linsen waren einzelne Pixel immer noch deutlich zu erkennen.

Und so richtig scharf wirkte die Wiedergabe von der siebten Episode der "Star Wars"-Trilogie in "Netflix VR" auch nicht. Ein Drehrad, um die Schärfe anzupassen, wie es zum Beispiel die Samsung Gear VR bietet, hat die Daydream nämlich nicht.

Nach wie vor sehr gut gefällt mir der Controller, der sich für die Bedienung per Bluetooth mit dem Smartphone verbindet und je nach Anwendung als Fernbedienung, Gamepad oder Lenkrad dient. Auch ihn hat Google nach eigenen Angaben verbessert. Eine Veränderung ließ sich aber im Test nicht ausmachen. Der Controller funktioniert 2017 genauso gut und bietet den gleichen Mehrwert wie das ein Jahr alte Modell.

Guter Druckpunkt: der Controller für Daydream View überzeugt.(© 2017 CURVED)

Was im Test außerdem positiv auffiel: Die Anzahl der verfügbaren Apps im Play Store hat sich  verzehnfacht. Standen zum Start von Daydream gerade einmal 25 kompatible Anwendungen zur Verfügung, sind es 2017 über 250. Vom simplen virtuellen Darts-Spiel über die "Sky VR"-App, die Euch unter anderem im F1-Renner von Lewis Hamilton fahren lässt bis hin zu Vollpreis-Spielen wie "Need for Speed No Limits VR" ist mittlerweile alles im virtuellen Play Store zu finden.

Fazit: Aufpreis ohne echten Mehrwert

Die neue Daydream View ist nur ein kleines Upgrade des Vorgängers, das sich Google aber vergleichsweise fürstlich bezahlen lässt. Statt 69 kostet die Brille nun 109 Euro. Die Unterschiede fallen allerdings so marginal aus, dass man ruhigen Gewissens auch weiterhin zur älteren Version greifen kann. Die reicht für kurze Abstecher in virtuelle Welten locker aus.


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