Google Pixel Buds im Test: Warum einfach, wenn es auch kompliziert geht?

Her damit !9
Googles Pixel Buds
Googles Pixel Buds(© 2017 CURVED)

Die Pixel Buds sollen Googles Antwort auf Apples AirPods sein. Wo sich die kabellosen Kopfhörer unterscheiden und was sie gemeinsam haben, klärt der Test.

Apples komplett kabellose Kopfhörer, die AirPods, mögen vielleicht etwas lustig aussehen, wenn man sie in den Ohren trägt. Aber die Einrichtung ist einfach wie genial: Ihr öffnet einfach das kleine Ladecase, schon sind sie mit dem iPhone verbunden. Fertig. Der Haken: Natürlich funktionieren die AirPods nur in Verbindung mit Apple-Geräten so einfach, für Android-Smartphones gab es bislang keine Alternativen. Zusammen mit den neuen Pixel-2-Geräten hatte Google im Herbst 2017 allerdings sein "Pixel Buds" vorgestellt. Die In-Ears sollen ähnlich wie die AirPods problemfreies Koppeln ermöglichen.

Nicht alles ist so einfach wie versprochen

Aber ganz so leicht geht der Start dann doch nicht von der Hand. Zwar reicht es, Bluetooth auf dem Smartphone zu aktivieren, damit das Gerät die Pixel Buds findet. Mit einem Klick auf "Verbinden" ist es aber nicht getan. Wollt ihr die Pixel Buds im vollem Umfang nutzen, müsst ihr zunächst den Google Assistant einrichten. Damit dieser richtig funktioniert, benötigt die KI wiederum Zugriff auf die Standortdaten. Ohne könnt ihr ihn nicht in Verbindung mit den Pixel Buds benutzen. Habt ihr die Einrichtung abgeschlossen, reicht allerdings das Öffnen das Etuis, um die Pixel Buds zu koppeln. Wie bei Apple.

Um den Google Assistant zu aktiveren, tippt ihr und haltet ihr das Touchpad am linken Ohrhörer. Danach könnt ihr eure Frage einsprechen. Beeindruckend: Die KI antwortet nahezu direkt und ohne merkliche Verzögerung auf alle Anfragen. Tippt ihr zweimal kurz auf den Ohrhörer, liest euch der Assistant auch eingegangenen Nachrichten vor. Bei neuen Nachrichten meldet er sich auch proaktiv. So verpasst ihr beim Musikhören nichts.

Apropos Musik: Die Pixel Buds klingen für In-Ears gar nicht einmal so übel. Der Sound kommt sauber rüber. Songs von Spotify klingen sehr detailreich. Nur bei basslastigen Titeln wünscht man sich etwas mehr Wumms. Den haben die Pixel Buds leider nicht. Natürlich könnt ihr auch die Musikwiedergabe direkt über die In-Ears steuern. Einmal Tippen startet oder pausiert einen Track. Um die Lautstärke zu regulieren, wischt ihr nach vorn (lauter) oder nach hinten (leiser). Das funktioniert besser als bei den meisten anderen Kopfhörern mit dieser Lösung.

Die Pixel Buds als Universal-Übersetzer

Das große Killer-Feature, das Google bei der Vorstellung vorführte, war aber weder der Assistant, noch die einfache Handhabe, sondern die Übersetzerfunktion. Tragt ihr die Pixel Buds, könnt ihr einfach den Assistant aktivieren und die KI bitten, das Gesprochene zum Beispiel in Englisch zu übersetzen. Dann sprecht ihr einfach das ein, was ihr sagen wollt, euer Smartphone gibt die Übersetzung dann an euer Gegenüber aus.

Beides funktioniert zügig, ist aber eigentlich fauler Zauber. Denn genauso gut könnt ihr einfach die Übersetzer-App nutzen und direkt ins Smartphone sprechen und das eurem Gesprächspartner reichen. Das wirkt im direkten Gespräch wahrscheinlich auch offener und weniger distanziert. Der einzige Unterschied zur "Pixel Buds"-Methode: Ihr müsst in der App zwischen Eingangs- und Ausgangssprache hin- und herwechseln. Das kostet keine Sekunde Zeit. Dazu kommt: Für die Funktion müsst ihr die Pixel Buds schon mit einem Pixel koppeln. Alle anderen Features funktionieren mit anderen Android-Geräten ab Android 6.0.

Etwas Übung ist erforderlich, wenn ihr die Pixel Buds wieder ins Etui legen wollt.(© 2017 CURVED)

Und zuletzt müssen noch über das Ladecase reden. Denn natürlich könnt ihr die Pixel Buds auch unterwegs aufladen, wenn mal der Strom ausgeht. Ganz einfach wird das aber nicht: Weil die In-Ears mit einer Schlaufe versehen sind, müsst ihr ganz schön fummeln, bis alles korrekt im Case liegt. Und wie Google sagt: "Nachdem Sie Ihre Pixel Buds in das Lade-Etui gelegt haben, wickeln Sie das Kabel innen um den Rand des Etuis und schließen Sie den Deckel. So einfach ist das." Naja.

Fazit: Es gibt noch einiges zu verbessern

Die Pixel Buds sind eine wilde Mischung aus einfacher Bedienung, Augenwischerei und Knotenchaos. Sie überzeugen mit schnellem Koppeln bei Android-Geräten und die gute Integration des Google Assistant. Für 149 Euro gibt es keinen besseren Kopfhörer, der so gut mit der KI zusammenarbeitet und sich sich so leicht koppeln lässt.

Wenn ihr auf den Assistant verzichten könnt, haben wir hier übrigens aktuelle kabellose In-Ears miteinander verglichen. Soll lieber ein Bügel dazwischen sein, findet vielleicht in diesem Artikel den richtigen Bluetooth-Kopfhörer für euer Smartphone.


Weitere Artikel zum Thema
Google Pay: Künf­tig könnt ihr Freun­den komfor­ta­bel Geld senden
Christoph Lübben
In Deutschland könnt ihr via Google Pay mit dem Smartphone zahlen – bald auch unter Freunden
Google Pay ermöglicht künftig offenbar direkte Transaktionen unter Nutzern. Zudem soll die App auch Tickets und Bordkarten abspeichern können.
YouTube-App bekommt Inko­gni­to­mo­dus
Lars Wertgen
Bibliothek, Posteingang und Abos sind im Inkognitomodus nicht aktiv
In der YouTube-App schaut ihr Videos auf Wunsch nun still und heimlich – ohne Verlauf. Der Inkognitomodus ist da.
LG Q6 erhält Update auf Android 8.1 Oreo
Lars Wertgen
LG Q6: Das Oreo-Update erweitert die Funktionen der Kamera-LED
Überraschung: Android 8.1 Oreo kehrt offenbar auf dem LG Q6 ein. Das Smartphone bekommt neben den üblichen Oreo-Features einige weitere Funktionen.

Diese Website verwendet Cookies, um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern. Durch die weitere Nutzung der Website stimmen Sie dem zu. Um mehr über die von uns verwendeten Cookies zu erfahren und wie man sie deaktiviert, können Sie unsere Cookie-Richtlinie aufrufen.