GoPro Hero6 Black im Test: das Hands-On [mit Video]

Die GoPro Hero6 Black hat erstmals einen extra entwickelten Prozessor eingebaut, der die Frameraten verdoppelt. Wir haben die neue Actioncam beim Mountainbiken und auf dem Oktoberfest ausprobiert.

Äußerlich ist die Kamera gleich geblieben. Das ist auch wichtig, da das Zubehör wie auch die Karma-Drohne auf dieses Gehäusemaß angepasst sind. Wie schon der Vorgänger ist auch die Hero6 Black bis zu zehn Meter wasserdicht. Die neue Hero6 Black ist ab sofort für 569,99 Euro erhältlich.

Eigener Prozessor für mehr von allem

Zum ersten Mal hat GoPro den verbauten Prozessor selber designt. Der sogenannte GP 1 sorgt vor allem für eine Verdopplung der Frameraten. In 4K-Qualität (3840 x 2160 Pixel) nehmt Ihr Videos jetzt mit 60 Bildern pro Sekunde auf. In Full-HD-Qualität (1920 x 1080 Pixel) sind es sogar 240 Bilder pro Sekunde, sodass sich tolle Zeitlupenaufnahmen erstellen lassen. Auch die Akkulaufzeit kann sich sehen lassen. Mit einem voll aufgeladenen Akku konnte ich vier Stunden unterwegs sein. Die Kamera war dabei fast immer an und hat insgesamt knapp 100 Clips und Fotos aufgezeichnet.

Außerdem sorgt der neue GP1-Chip für einen höheren Dynamikumfang. Realistischere Farben und bessere Kontraste sind das Resultat. Und das kann sich tatsächlich sehen lassen. Auch im Dunkeln sind die Aufnahmen heller, sodass mehr zu erkennen ist. Was auch auffällt: Schwenkt Ihr die Kamera von einem dunklen Bereich zu einem hellen, stellt die Hero6 die Belichtung sehr schnell um.

Fotos schießt Ihr jetzt mit zwölf Megapixeln und bei Bedarf in HDR. Der Unterschied ist in unserer Beispielaufnahme im Gegenlicht deutlich zu sehen: Wir bekommen sattere Farben und mehr Details durch höhere Kontraste.

HDR-Vergleich bei Gegenlicht: Details und Farben kommen besser zu Geltung(© 2017 CURVED)

Drei neue Mounts

GoPro ist für seine praktischen Mounts bekannt, mit denen Ihr die Kamera in verschiedenen Winkeln und Einstellungen befestigen könnt, um coole Videos zu schießen. Mit der Hero6 Black kommen drei Mounts hinzu.

  • Shorty: Der Shorty ist Selfie-Stick und Tripod in einem. Ausgezogen passen mindestens drei Leute auf das Selfie. Der Tripod steht für seine kleine Größe erstaunlich stabil. Insgesamt gefällt der Shorty durch seine Kompaktheit und die Möglichkeit ihn schnell auszuziehen und aufzustellen. Die Kamera wird per neuer Daumenschraube befestigt, die auch einen Münzschlitz hat, sodass Ihr sie mit einem Geldstück lösen oder festziehen könnt, wenn es mit den Fingern mal nicht klappt.
  • Handler: Den Handler habe ich vor allem in der Achterbahn auf dem Oktoberfest sehr gerne genutzt. Denn er hat eine Handgelenkschlaufe, sodass mir die Kamera nicht aus dem Wagen fallen konnte. Der Handler ist außerdem wasserdicht, sodass Ihr ihn zum Surfen oder Tauchen mitnehmen könnt.
  • Bite: Den neuen Bite-Mount konnten wir noch nicht selber ausprobieren, doch das Konzept klingt super: Ihr beißt auf eine Schiene, an der die GoPro-Kamera befestigt ist. Ein Kissen hinter der Kamera liegt auf Eurem Kinn auf, sodass Ihr Euch beim Aufprall auf Euer Surfbrett die Kamera nicht ins Gesicht drückt. Außerdem lässt sich die Kamera trotz Zähne zusammenbeißen weiterhin per Sprachbefehlen steuern.

Neue Flugmodi für Karma-Drohne

Die Karma Drohne ist streng genommen auch "nur" ein Mount der Kamera, da sie ohne GoPro nicht fliegt. Der Hersteller hat dieser gerade ein großes Update spendiert, sodass ihre Flugmodi um vier Funktionen erweitert wurde. Beim Ausprobieren der Hero6 Black konnte ich auch die neuen Karma-Modi testen.

Mit dem neuen "Follow Me"-Modus folgt Euch die Drohne automatisch, wenn Ihr Euch bewegt. Das passiert per GPS-Tracking des Controllers. Heißt aber auch: Der Controller darf nicht zugeklappt sein. Follow Me lässt sich also nicht  benutzen, wenn Ihr zum Beispiel eine Quad- oder Motorradtour macht. Das ist auch so gewollt - schließlich soll der Drohnenpilot immer ein Auge auf seinem Flugobjekt haben. Als ich an der Isar entlangspazierte, folgte mir die Drohne im Test problemlos. Sie musste dafür allerdings recht hoch in der Luft sein.

GoPro Karma(© 2017 CURVED)

Außerdem kommen drei weitere Flugmodi hinzu: "Watch", "Cable Cam" und "Look Up Tilt". Im Watch-Modus bleibt die Drohne an einem festen Punkt, dreht sich aber immer zum Drohnenpiloten, wenn er sich um die Karma bewegt. Das funktionierte im Test sehr flüssig, auch wenn mir spontan keine Situation einfällt, wo ich diesen Modus verwenden würde. Im Cable-Cam-Modus legt Ihr bis zu zehn Wegpunkte fest, die die Drohne bei der Videoaufnahme abfliegen soll. Das hat mir sehr gut gefallen, denn Ihr könnt auch die Geschwindigkeit zwischen den einzelnen Wegpunkten durch einen Touch-Slider bestimmen. Bei "Look Up Tilt" wird die Kamera nach oben geneigt, um oberhalb des Horizonts zu filmen. Den letzten Modus haben wir noch nicht ausprobiert.

Per Software zum geschnittenen Video

GoPro hat für seine Actioncam zwei Apps für Eure Smartphones oder Tablets entwickelt: Eine, mit der Ihr die Kamera verbindet und Aufnahmen synchronisiert. Und eine, die automatisch aus Euren Clips fertige Videos schneidet. Mit der Hero6 Black werden die Clips nun auch drei Mal schneller an Euer Gerät per WLAN gesendet. Das habe ich im Test deutlich gemerkt, denn das war für mich im vergangenen Jahr immer der Flaschenhals.

Die "Quik"-App schneidet automatisch kleine Videos aus Euren Momenten. Beim Auswählen der Clips könnt Ihr noch von Hand Highlight-Marker setzen, wenn Ihr bestimmte Szenen unbedingt im Video haben wollt. Nachbearbeiten ist auch möglich. Hier könnt Ihr noch Details verbessern oder Texte hinzufügen. Folgendes Video ist vollständig automatisch aus meinen Aufnahmen entstanden. Ich habe lediglich zwei Texttafeln für die neuen Modi der Karma-Drohne eingefügt.

Vorläufiges Fazit: Die beste Actioncam?

Die neue GoPro Hero6 Black ist vielseitig einsetzbar, flexibel und liefert tolle Video- sowie Fotoaufnahmen. An einem Tag habe ich viel mit der Kamera ausprobieren können und bekam fast ausschließlich hochwertige Aufnahmen. Der erste Eindruck: Rundum zufrieden. Die Messlatte für Konkurrenz-Produkte liegt sehr hoch.

Lediglich die Sprachbefehle sind zu Beginn etwas gewöhnungsbedürftig, da Ihr immer den exakten Befehl verwenden müsst, damit sie richtig reagiert. Ich sagte zum Beispiel öfter "Aufnahme starten" statt "Starte Videoaufnahme" und löste damit einen Schuss im Burst-Modus, also eine Serienaufnahme von Fotos aus, statt ein Video aufzuzeichnen.

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