Hisense Sero 8 Pro im Test: Derby der Ruhrpott-Tablets

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Hisense Sero 8 Pro: 8 Zoll großes Tablet mit hoher Auflösung.
Hisense Sero 8 Pro: 8 Zoll großes Tablet mit hoher Auflösung.(© 2015 CURVED)

Nach dem Spiel ist vor dem Spiel: Das Hisense Sero 8 Pro tritt nach Derby der Sponsoren von Schalke 04 und Borussia Dortmund auf dem grünen Rasen zum Fernduell gegen das Honor T1 von Huawei an. Der heutige Testkandidat "aus Gelsenkirchen" ist auf dem Papier der klare Favorit, aber wir wissen ja alle: Das Spiel ist rund und der Ball hat 90 Minuten!

Hisense gehört zu den chinesischen Elektronik-Herstellern, die nach und nach ihre Produkte auch in Europa auf den Markt bringen und hat in Deutschland zuerst Fernseher sowie Kühlschränke und Waschmaschinen verkauft. Mit dem Sero 8 Pro und anderen Tablets versucht das Unternehmen jetzt auch seine mobilen Geräte hierzulande zu etablieren. Auf die Smartphones müssen wir allerdings noch warten.

Viele Pixel und harte Kanten

Das Hisense Sero 8 Pro hat ein schickes, schlichtes Design. Eine gewisse Ähnlichkeit mit dem iPad lässt sich nicht abstreiten, aber wie eine billige Kopie wirkt es nicht. Mit 6,3 Millimetern ist es sogar deutlich dünner als das ähnlich große iPad mini 3, aber doch dicker als das größere iPad Air 2 oder das neue Xperia Z4 Tablet von Sony.

Der Metallrahmen des Hisense Sero 8 Pro könnte aus den Hochöfen des Ruhrpotts stammen. Auch der Großteil der Rückseite besteht aus Metall, nur jeweils ein etwa ein Zentimeter große Streifen am oberen und unteren Rand besteht aus Kunststoff. Hisense spart sich allerdings die Anfertigung eines Unibody-Gehäuses, und so sind kleine Spalten zwischen Rahmen und Rückseite zu erkennen, die das Tablet nicht ganz so edel wirken lassen, wie die Modelle von Apple.

Zusätzlich sind die Kanten nicht so abgerundet wie bei den verschiedenen iPads, sondern deutlich härter und schärfer. Dadurch liegt das Sero 8 Pro nicht so angenehm in der Hand wie die iOS-Geräte. An anderer Stelle ist Schärfe dagegen nicht schlecht. Nämlich beim acht Zoll großen Display des Tablets, das über 2048 x 1536 Pixel verfügt und damit die gleiche Auflösung hat, wie die aktuelle iPad-Generation.

Das Display überzeugt mit einem gestochen scharfen Bild, einer hohen Leuchtkraft und einer großen Blickwinkelstabilität. Spiegelungen bleiben aber auf seiner Oberfläche nicht aus und sind im Freien so stark, dass das Tablet dort quasi unbrauchbar ist.

Am ganzen Gehäuse des Sero 8 Pro findet Ihr nur eine Taste: Den Einschaltknopf auf der Oberkante. Die Lautstärke reguliert Ihr über Schaltflächen auf dem Display, was bedeutet, dass man die Lautstärke nur bei eingeschaltetem Bildschirm verstellen kann. Ich passe sie allerdings auch gerne an, wenn der Touchscreen nicht leuchtet und hätte lieber die eine große oder zwei kleinere zusätzliche Tasten am Gehäuse.

Nach dem Einschalten erst einmal aufräumen

Wenn es um die Rechenleistung geht, vertraut Hisense beim Sero 8 Pro auf den mit 1,8 Gigahertz getakteten RK3288-Prozessor von Rockchip. Zusammen mit dem zwei Gigabyte großen Arbeitsspeicher erreicht er im Antutu-Benchmark 34.098 Punkte. Das ist zwar nur die Hälfte dessen, was das Samsung Galaxy S6 geschafft hat, sollte aber für 90 Prozent der Anwendungen problemlos ausreichen. Zumindest Android 4.4.4 und die von mir ausprobierten Apps liefen angenehm flüssig und auch anspruchsvollere Spiele wie Asphalt 8 - allerdings mit vom Spiel selbstgewählter mittlerer Grafikqualität.

Vom 16 Gigabyte großen internen Speicher, der sich mit einer microSD-Karte um bis zu 32 Gigabyte erweitern lässt, stehen rund 9,5 Gigabyte für Eure eigenen Daten zur Verfügung. Der Rest ist durch das Betriebssystem und die zahlreichen vorinstallierten Apps wie Netflix, Twitter, Vevo, Flipboard, Facebook, Evernote, Dolphin Browser, Spotify oder dem DU Speed Booster - um nur einige zu nennen - belegt. Aber immerhin könnt Ihr alle Anwendungen, die nicht direkt von Google stammen und nach Vorgabe aus Mountain View installiert sein müssen, mit einigen Klicks vollständig entfernen.

Die Kameras sind in meinen Augen bei einem Tablet nicht so wichtig, und deswegen kann ich es verschmerzen, dass die 8-Megapixel-Rück- und die 1,9-Megapixel-Frontkamera des Sero 8 Pro nicht so gut sind. Während die Selfie-Kamera schon mit geringen Unterschieden zwischen hellen und dunklen Bereichen große Probleme bekommt, wirken die Aufnahmen der Fotokamera ausgeblichen und blass. Damit kann und will man im Stadion keine Bilder machen.

Der Akku weist mit 4500 Milliamperestunden eine große Kapazität auf. Die Laufzeit im WLAN-Betrieb liegt allerdings nur bei zehn Stunden und ist damit zwar nicht kurz, aber auch nicht besonders herausragend. GPS und Bluetooth sind natürlich mit an Bord, aber auf die Möglichkeit, eine SIM-Karte einzulegen, müsst Ihr verzichten und könnt mit dem Hisense Sero 8 Pro nicht unterwegs mobil surfen.

Gute Ansätze, aber nicht alles ist perfekt

Für mich ist das Hisense Sero 8 Pro trotz aller Kritik - harte Kanten, spiegelndes Display und schlechte Kameras - der eindeutige Derbysieger gegen das Honor T1 von Huawei. Das Display ist scharf und knackig, das Gehäuse gut verarbeitet und die Leistung der Hardware völlig ausreichend.

Das Tablet steht neben der getesteten silbernen Variante auch in Blau und Rot zur Auswahl. Die unverbindliche Preisempfehlung liegt bei 249 Euro. Das Honor T1 kostet dagegen nur 130 Euro – und damit war die Niederlage am Ende auch nicht wirklich überraschend....


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