Honor 10 im Test: das günstige P20 im Hands-on

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Das Honor 10
Das Honor 10(© 2018 CURVED)

Notch, Dualkamera und eine Glasrückseite. Das klingt verdächtig nach dem Huawei P20. Tatsächlich geht es hier aber ums Honor 10. Wo die Unterschiede liegen, erklären wir im Hands-on.

Unser Test hat gezeigt: Das Huawei P20 ist besonders in Sachen Kamera ein ziemlich gutes Smartphone, mit 625 Euro aber nicht für jedermann erschwinglich. Wie gut, dass es auch die Unternehmenstochter Honor gibt. Die hat am 15. Mai 2018 in London das Honor 10 vorgestellt, ein Smartphone, das dem Huawei P20 nicht nur sehr ähnlich sieht, sondern auch ähnliche Funktionen mitbringt – und nicht ganz so viel kostet.

Wie fühlt sich das Honor 10 an?

Eine Rückseite aus Glas, ein Rahmen aus Metall. Bei Huawei kriegt ihr fürs Geld richtig etwas geboten. Und auch beim günstigeren Honor müsst ihr auf das Premium-Feeling nicht verzichten. Denn das Smartphone besteht aus den gleichen Materialien, die allerdings in einem ziemlichen Widerspruch zueinander stehen. Der stabile Metallrahmen sorgt für ein robustes Gefühl, die Glasrückseite strahlt dagegen eine gewisse Zerbrechlichkeit aus.

Allerdings ist diese Materialkombination bei vielen Herstellern aktuell in Mode. Auch beim Honor 10 fühlt sie sich das Zusammenspiel sehr hochwertig an. Für den perfekten Sitz in der Hand hätten die Ränder aber durchaus noch etwas geschwungener sein können. Was das Luxus-Gefühl etwas trübt, sind die Fingerabdrücke, mit denen die Rückseite des Honor 10 am Ausstellungsstand schon recht schnell übersät war. Auch hier gilt die Ansage: Hülle oder Mikrofasertuch.

Die Rückseite des Honor 10 reflektiert das Licht schön – und zieht Fingerabdrücke an.(© 2018 CURVED)

Beides ist eigentlich Frevel zu gleichen Teilen. Denn wer das Smartphone ohne Hülle mit sich führt, riskiert Kratzer. Durch die glatte Oberfläche läuft das Smartphone außerdem Gefahr, vom Tisch zu rutschen. Das ist uns mit Vorgängern mehr als einmal passiert. Wer die Rückseite dagegen hinter Kunststoff versteckt, der verpasst die tollen und immer aussehenden Reflexionen, die entstehen, wenn Licht auf die Rückseite fällt. Um diesen Effekt zu erzielen, hat Honor offenbar hart gearbeitet. Zumindest nahm die Vorstellung der Rückseite gut 20 Minuten der Präsentation in Anspruch.

Wie viel Huawei P20 steckt im Honor 10?

Vorn bestimmt natürlich das Display die Optik. Und hier wird es etwas schwer, das Honor 10 vom Huawei P20 zu unterscheiden. Denn beide Geräte kommen mit der Notch genannten Aussparung am oberen Display-Rand. Über deren Nutzen scheiden sich die Geister. Christian Schwamkrug, Design Director bei Porsche Design, hatte das Element zuletzt als "störend" bezeichnet. Deswegen kommt das Huawei Mate RS Porsche Design auch ohne die Einkerbung. Huawei und Honor vertrauen dagegen wohl auf den Coolness-Faktor der Notch.

Das Honor 10 kommt natürlich mit Notch.(© 2018 CURVED)

Eine weitere Ähnlichkeit ist der Fingerabdrucksensor, der auch beim Honor 10 unterhalb des Displays untergebracht ist – allerdings unter Glas. Damit enden aber die Gemeinsamkeiten. Denn der Bildschirm des Honor 10 ist tatsächlich etwas größer als der des P20. Er misst in der Diagonalen 5,84 Zoll. Das P20 kommt "nur" auf 5,7 Zoll. Inhalte zeigt der Bildschirm mit 2280 x 1080 Pixeln an. Das wirkte vor Ort am Stand knackig scharf.

Auf der Rückseite ist die Dualkamera ein guter Indikator dafür, mit welchem Smartphone ihr es zu tun habt: Die des Honor ist wie beim iPhone 8 Plus horizontal angebracht, beim P20 hat sich Huawei am iPhone X orientiert und die Doppel-Knipse vertikal angebracht. Am deutlichsten wird der Unterschied aber an einem kleinen Detail: Dem Honor 10 fehlt der der Leica-Schriftzug. Zur Erinnerung: Seit mehreren Jahren arbeitet Huawei bei der Entwicklung seiner Kameras mit der deutschen Edelmarke zusammen. Honor bleibt das verwehrt.

Die Kamera mit smarter Unterstützung

Das muss aber nichts schlechtes bedeuten. Schon in der Vergangenheit hat Honor gezeigt, dass auch ohne große Namen gute Ergebnisse drin sind. Im Falle des Honor 10 soll eine Dualkamera mit einem 16-Megapixel-Farbsensor und einem Monochrom-Sensor mit 20 Megapixeln (jeweils f/1.8) tolle Fotos ermöglichen. Um das Optimum aus der Knipse herauszuholen, stattet der Hersteller sein Gerät (Achtung, Déjà-vu!) wie das Huawei P20 mit einer künstlichen Intelligenz aus.

Die Kamera-App des Honor 10 gleicht der des Huawei P20 fast 1:1.(© 2018 CURVED)

Diese Bilderkennung soll dabei helfen, dass auch ungeübten Fotografen gute Schnappschüsse gelingen. Sie erkennt selbstständig mehrere Aspekte des Szenarios vor den Linsen und stellt daraufhin die Parameter selbstständig passend ein. Das Ergebnis sollen dynamischere Bilder sein. Beim Huawei P20 und erst recht beim Huawei P20 Pro sorgte die gleiche Technik für sehr gute Ergebnisse. Ob die Auch mit dem Honor 10 in dem Maße möglich sind, können wir aber erst im Test richtig bewerten.

Außerdem darf natürlich ein Bokeh-Modus nicht fehlen, mit dem ihr Personen im Vordergrund ausschneiden und den Hintergrund unscharf werden lasst. Das soll auch bei Gruppenfotos gut funktionierten. Damit das gut funktioniert, blendet das Smartphone automatisch einen Rahmen, in dem möglichst jeder Protagonist auf dem Foto stehen sollte. Zusätzlich spendiert Honor einen "Portrait Lightning"-Modus, mit dem ihr diverse Belichtungsmöglichkeiten, wie etwa ein Bühnenlicht, simulieren könnt.

Selfie-Freunde dürfen sich auf eine Frontkamera mit 24 Megapixeln freuen. Im P20 sorgte das Pendant (ebenfalls 24 Megapixel) für eine sehr hohe Detailgenauigkeit, kräftige Farben und eine ausgeglichene Beleuchtung. Das lässt darauf hoffen, dass das Honor 10 ebenfalls schicke Selbstporträts knipst.

Die Dualkamera des Honor 10.(© 2018 CURVED)

Genug Leistung für alle Aufgaben

Im Inneren taktet der Kirin 970. Der Chip ist nicht mehr ganz taufrisch, kam er doch schon im Oktober 2017 vorgestellten Huawei Mate 10 Pro erstmals zum Einsatz. Die Testergebnisse aus der P-Serie bescheinigten dem Prozessor aber auch 2018 noch eine hohe Arbeitsgeschwindigkeit. Sämtliche Apps und Spiele aus dem Play Store könnt ihr mit der Ausstattung ohne Probleme zocken. Für Apps, Fotos, Videos und Co. gibt es vom Hersteller wahlweise 64  oder 128 Gigabyte Speicher. Hier solltet ihr weise wählen: Die Möglichkeit zur Speichererweiterung gibt es nicht. Ein Akku mit 3400 mAh verspricht dazu eine gute Ausdauer.

Als Betriebssystem installiert Honor das aktuelle Android 8.1 Oreo, darüber legt der Hersteller seine eigene Oberfläche, genannt EMUI 8.1. Die sieht dem iPhone-Betriebssystem iOS deutlich ähnlicher als etwa die nahezu unverfälschte Android-Version, die auf den Nokia-Smartphones zum Einsatz kommt. Zum Glück ist Android aber so vielfältig, dass ihr euch einfach eine andere Oberfläche aus dem Play Store herunterladen könnt.

Preise und Verfügbarkeit

Das Honor 10 mit 64 Gigabyte ist ab sofort in Schwarz, Silber und Blau für 399 Euro verfügbar. Für das 128-Gigabyte-Modell werden 449 Euro fällig. Diese Variante gibt es ab dem 16. Mai 2018 zusätzlich in Grün.

Vorläufiges Fazit: Potenzial zum Spartipp

Die Unterschiede zwischen dem Honor 10 und dem Huawei P20 sind auf den ersten Blick marginal. Beide Geräte kommen mit einer Dualkamera samt KI-Unterstützung, ausreichend Leistung für den Alltag und einem modernen Design. Das Honor 10 aber ungleich günstiger als das 629 Euro teure Huawei P20. Dafür fehlt dem Smartphone der Leica-Schriftzug. Ob das ein Nachteil für das Gerät wird, wird der Test zeigen. Auf den ersten Blick hat das Honor 10 aber das Potenzial zum Spartipp.


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