Honor 3C im Test: Viel Smartphone für 140 Euro

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Das Honor 5c im Test
Das Honor 5c im Test(© 2014 CURVED)

Mit dem Honor 3C erweitert Huawei das Angebot seiner neuen Marke Honor um ein günstiges Dual-SIM-Smartphone mit einem fünf Zoll großen Touchscreen und EmotionUI als Benutzeroberfläche. Was die preiswerte Ergänzung zum Honor 6 bietet, lest Ihr in unserem Test.

Während man das Honor 6 in Deutschland anfangs selber importieren musste, verkauft Huawei das Honor 3C, das nur vom Namen her eine Ähnlichkeit mit dem iPhone 5c hat, gleich von Anfang an auch regulär im Deutschland. Immerhin ist der chinesische Hersteller inzwischen mit der Marke Honor hierzulande auch offiziell aktiv. Zu den beiden Smartphones gesellt sich noch das Tablet Honor T1.

HD-Display mit Fingerabdrücken

Die Rückseite des Honor 3C besteht aus Kunststoff und liegt angenehm in der Hand. Sie ist allerdings glatt und dadurch nicht besonders griffig. Trotzdem lässt sich das Smartphone sicher greifen und halten. Der Hersteller bietet ein Wechsel-Cover in fünf verschiedenen Farben an. Die Verarbeitung ist ordentlich, die Tasten haben angenehme Druckpunkte, und nur die kleine Spalte zwischen Front- und Rückseite bietet ein wenig Grund zu meckern, ist aber kein gravierender Mängel.

Das Display vom Honor 3C ist fünf Zoll groß und verfügt über eine HD-Auflösung mit 1280 x 720 Pixeln. Die Blickwinkel sind groß und angenehm stabil, die Oberfläche aber nicht frei von störenden Spiegelungen, die vor allem durch Lichtquellen entstehen. Der Bildschirm leuchtet hell genug, die Farben wirken natürlich und die Auflösung ist ausreichend.

Nur wenn man genau hinschaut, erkennt man leichte Unschärfe an den Rändern von Buchstaben – und mit einem iPhone 6 darf man das Einsteiger-Smartphone natürlich nicht vergleichen. Negativ ist mir dagegen aufgefallen, dass sowohl der Touchscreen als auch die Rückseite vergleichsweise stark anfällig für Fingerabdrücke sind. Da hilft nur regelmäßiges Putzen.

Acht Megapixel, vier Rechenkerne und zwei SIM-Karten

Die Hardware-Ausstattung des Honor 3C entspricht dem, was man bei einem günstigen Einsteigergerät erwartet. Überraschungen bleiben aus - positive und negative. Als Prozessor kommt der MT6582 von Mediatek zum Einsatz, dessen vier Rechenkerne mit 1,3 Gigahertz getaktet sind.

Ihm zur Seite stehen zwei Gigabyte Arbeitsspeicher. Gemeinsam sorgen sie dafür, dass die Nutzeroberfläche und Apps ruckelfrei laufen und sich auch die Ladezeiten in akzeptablen Grenzen bewegen - wenn man nicht gerade das Tempo von Flaggschiffen wie dem LG G3 oder Galaxy S5 gewohnt ist. Im Antutu-Benchmark schafft das 3C 19.848 Punkte. Bei Spielen mit rechenintensiver Grafik, wie Asphalt 8, reicht es nur für mittlere Qualitätseinstellungen, da bei höchster Bildqualität die Apps nicht mehr ruckelfrei laufen.

Der interne Speicher des Honor 3C ist mit acht Gigabyte knapp bemessen. Vor allem, da für Eure eigenen Daten nur etwa 4,5 Gigabyte zur Verfügung stehen. Der Rest ist durch das Betriebssystem und die vorinstallierten Apps belegt. Aber immerhin könnt Ihr die Speicherkapazität unkompliziert mit einer microSD-Karte erweitern.

Den Steckplatz für die Speicherkarte und die zwei SIM-Karten - es handelt sich ja schließlich um ein Dual-SIM-Smartphone - erreicht Ihr nur, wenn Ihr den Lithium-Polymer-Akku herausnehmt. Mit einer Kapazität von 2300 Milliamperestunden hält er bei durchschnittlicher Nutzung problemlos einen ganzen Tag durch und macht bei intensiver Nutzung spätestens nach acht Stunden schlapp.

Die Kamera nimmt Fotos mit einer Auflösung von acht Megapixeln auf und bewegt sich im guten Mittelfeld der Smartphone-Kameras. Bei schlechter Beleuchtung ist sie erstaunlich lichtstark, was aber nicht bedeutet, dass die Aufnahmen frei von Bildrauschen und Artefakten wären.

Für den Hauptzweck einer Smartphone-Kamera - Fotos schnell online zu stellen - kann man das Honor 3C aber gut verwenden. Die Selfie-Kamera auf der Vorderseite löst mit fünf Megapixeln auf und erweist sich als ähnlich lichtstark. Als Hilfsmittel für gelungene Selbstporträts blendet sie in der oberen Ecke direkt unter der Kamera einen kleinen Eye-Catcher ein, damit Ihr ganz unbewusst in die Linse schaut.

Android mit Emotionen

Auf dem Honor 3C ist ab Werk Android 4.2.2 Jelly Bean installiert; ein Update auf Android 4.4.2 Kitkat ist für den Januar angekündigt, steht aber bis zum Abschluss des Tests noch nicht zum Download bereit. Über das Betriebssystem legt Huawei seine Benutzeroberfläche EmotionUI 2.0, die zusätzlich zu den Android-Einstellungen noch einige praktische Optionen bereit hält.

Hierzu gehören der Handschuh-Modus, der den Touchscreen empfindlicher macht, so dass er auch Eingaben erkennt, wenn Ihr Handschuhe tragt, was gerade im Winter nicht zu verachten ist. In der Bewegungssteuerung lässt sich einstellen, dass doppeltes Antippen den Bildschirm einschaltet - was ich sehr praktisch find. Auch vier verschiedene Wischgesten lassen sich aktivieren, die auch bei ausgeschaltetem Display dafür sorgen, dass sich wahlweise der Browser, die SMS-, die Telefon- oder die Kamera-App öffnet.

Als einzige Auswirkung der aktivierten Einhandbedienung habe ich bisher bemerkt, dass die virtuelle Tastatur am linken oder rechten Bildschirmrand zusammengestaucht wird. Dabei lässt sich im unteren Bereich der gesamte Touchscreen noch recht gut mit dem Daumen erreichen. Anders sieht es mit der oberen Ecke auf der der Hand gegenüberliegenden Seite aus - die erreicht man trotz eingeschalteter Einhandbedienung nicht besser.

Praktischer für einige Anwendungsszenarien finde ich die Simple UI, eine Benutzeroberfläche, die mit wenigen großen Symbolen auskommt und die Ihr individuell gestalten könnt. Sie bietet sich für allen für Nutzer an, denen die Standard-Ansicht zu kleinteilig ist und zu viele Optionen bietet.

Durch die alte Android-Version bedingt, erscheinen die Zurück- und die Home-Tasten nicht am unteren Rand des Bildschirms, sondern befinden sich als berührungsempfindliche Flächen im Rahmen direkt unterhalb des Displays. Als dritte Taste im Bunde steht Euch die Menü-Taste zur Verfügung, die mit dem Update auf Android 4.4.2 durch die Multitasking-Übersicht ersetzt werden müsste.

Die EmotionUI gefällt mir grundsätzlich, die Optik selber bleibt natürlich Geschmacksache, lässt sich aber auch den eigenen Vorstellungen anpassen. Ansonsten ist Jelly Bean inzwischen veraltet, und das Update auf KitKat ist ein Schritt in die richtige Richtung, bringt Euch aber nicht zur aktuellsten Version Lollipop.

Alles, was ein Smartphone können muss

Das Honor 3C liegt in vielen Punkten weit hinter den Top-Smartphones zurück, aber selbst das genügt heute noch, um ein brauchbares Smartphone zu sein. Die verwendeten Materialien sind nicht edel, das Display hat nicht die höchste Auflösung, der Prozessor ist nicht der schnellste und die Kamera nicht die Beste, aber trotzdem kann man mit ihm alles gut machen, was man mit einem Smartphone machen will – und das für 140 Euro.

Als kleinen Bonus gibt es die Dual-SIM-Funktion. Aber selbst, wer nur eine SIM-Karte einlegt, kann mit dem Honor 3C problemlos online gehen, Apps installieren, Fotos aufnehmen und natürlich auch telefonieren und SMS versenden.


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