Das Honor 5C im Test: Kann so günstig noch gut sein?

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Das Honor 5C bietet eine anständige Leistung zum kleinen Preis.
Das Honor 5C bietet eine anständige Leistung zum kleinen Preis.(© 2016 CURVED)

Mit dem Honor 5X hat die Huawei-Tochter Anfang 2016 einen Preis-Hit gelandet. Das Honor 5C ist noch günstiger. Ob es immer noch für ein gutes Smartphone reicht? Der Test.

Gerade einmal 199 Euro kostet das Honor 5C. Da darf zum Anfang die Frage erlaubt sein, ob das "C" im Namen für "cheap", also billig steht – oder frei nach Hans Sarpei für Gefahr. Gefährlich könnte das Smartphone nämlich für andere Hersteller werden. Für den günstigen Preis bietet das Honor zumindest auf den Papier eine anständige Ausstattung.

Anders als beim Vorgänger Honor 4C steckt die Technik des Honor 5C nicht im Plastik- sondern im Aluminiumgehäuse. Für den Preis ist das keine Selbstverständlichkeit. Allerdings hat das Unternehmen zugunsten des Materials wohl bei der Designabteilung gespart. Zwar ist das Smartphone solide verarbeitet, optisch kann es sich aber nicht von anderen Huawei- oder Honor-Geräten abheben. Im Prinzip sieht es aus wie das etwas teurere Honor 5X, nur mit einem kleineren Bildschirm. Das Honor 5C misst 5,2, das 5X 5,5 Zoll. Wollt Ihr die weiteren Unterschiede erkennen, müsst Ihr schon ganz genau hinsehen.

Die Performance stimmt

Der größte Unterschied beim Design: Beim 5C verzichtet Honor auf den Fingerabdrucksensor. Der Rest ist zweckmäßig: Die Bedientasten liegen allesamt rechts, links befindet sich der Schacht, in den entweder zwei Nano-SIM- oder eine Nano-SIM und eine microSD-Karte passen. Oben liegt der Kopfhörer-Anschluss, unten zwischen den Stereo-Speakern die Mikro-USB-Buchse. Die Kamera auf der Rückseite ragt etwas aus dem Gehäuse heraus. Auch das kennt man schon vom Honor 5X.

Erst bei der Ausstattung unterscheiden sich beide Smartphones: Das Honor 5C kommt nicht mit dem Snapdragon 616, sondern mit dem Kirin-650-Chip. Der Prozessor stammt von HiSilicon, einer weiteren Huawei-Tochter, und verfügt über vier Kerne á 2 Gigahertz und vier Kerne á 1,7 Gigahertz. Dem zur Seite stehen zwei Gigabyte Arbeitsspeicher. Im AnTuTu-Benchmark kam das Smartphone mit dieser Ausstattung auf durchschnittlich 53.000 Punkte. Nicht nur mit Blick auf den Preis ist das ein guter Wert. Das 5C hängt das 5X (33.000 Punkte) und höherpreisige Konkurrenten wie das Moto G4 Plus (45.000 Punkte) und das Sony Xperia XA (47.000 Punkte) locker ab.

Schneller als der Rest: Das Honor 5C hängt die Konkurrenz in der Preisklasse ab.(© 2016 CURVED)

Um die Performance müsst Ihr Euch also keine Sorgen machen. Weder in den Menüs noch in Spielen wie "Modern Combat 5: Blackout" oder "Asphalt 8: Airborne" kam es zu merklichen Rucklern. Aber irgendwo müssen die bei Honor doch einsparen, oder? Ja. Der Festspeicher ist nur 16 Gigabyte groß. Braucht Ihr mehr Platz, müsst Ihr in eine microSD-Karte (bis 256 GB) investieren. Dass nur Bluetooth 4.1 und kein WLAN-ac an Bord sind, dürfte kaum stören, gehört aber sicherlich auch zu den Sparmaßnahmen.

Kamera mit Schwächen im Dunkeln

Bei der Kamera gibt es kaum Unterschiede zu der im Honor 5X. Beide lösen mit 13 Megapixeln auf und machen bei Tageslicht gute Bilder. Lediglich der Autofokus könnte etwas schneller scharf stellen. Im Dunkeln sieht es anders aus. Sobald das Licht nicht mehr stimmt, verrauschen die Bilder. Da spielt es keine Rolle, ob Ihr mit der normalen oder der 8-Megapixel-Frontkamera fotografiert. Letztere lieferte bei Tageslicht schöne, detaillierte Fotos.

Zumindest konnte ich jede Falte in meinem bald 30 Jahre altem Gesicht erkennen. Eitle Menschen können auch den Verschönerungsmodus aktivieren. Dann glättet die Software Unebenheiten im Gesicht und macht die Augen größer. Richtig natürlich sehen die Ergebnisse nicht aus. Für einen kleinen Spaß zwischendurch taugt das Feature aber. Videos nehmt Ihr in Full-HD mit 30 Bildern pro Sekunde auf. Das geht bei der Preisklasse in Ordnung. 4K kann man hier nicht erwarten.

Auch an der Laufzeit gibt es nichts zu rütteln. Das Honor hat einen Akku mit 3.000 mAh. Laut Hersteller soll er 1,3 Tage durchhalten. Tatsächlich ist abends auch noch etwas Saft in der Batterie, wenn Ihr über Tag viele Fotos geschossen und gezockt habt. Über Nacht solltet Ihr das 5C trotzdem laden. Sonst seid Ihr am nächsten Vormittag auf der Suche nach einer Steckdose. Außerdem gibt es keine Schnellladefunktion.

Bei der Software verfährt Honor wie üblich. Über das aktuelle Android 6.0 Marshmallow legt der Hersteller die EMUI-Oberfläche in der Version 4.1. Für Nutzer bedeutet das: Es gibt keinen App-Drawer. Stört Euch das, installiert Ihr einfach einen alternativen Launcher. Immerhin haben sich die Chinesen davon verabschiedet, auch App-Symbolen von Drittanbietern einen neuen Look zu verpassen. Auf dem Huawei Mate 8 ist das neue Instagram-Logo bis heute nicht angekommen. Beim Honor 5C ist das anders. Sehr schön!

Selfies: Links zieht der Verschönerungsfilter Falten glatt, rechts seht Ihr den Redakteur mit Ledergesicht.(© 2016 CURVED)

Fazit: Honor lässt kaum Wünsche offen

Mit dem Honor 5C hat sich die Huawei-Tochter selbst übertroffen – beziehungsweise unterboten. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist derzeit von anderen etablierten Herstellern nicht zu überbieten. Geräte wie das Moto G (Plus) kosten bis zu 100 Euro mehr. Das einzige Feature, dass ich wirklich vermisst habe, ist ein Fingerabdrucksensor. Den bietet aber auch kaum ein anderes Smartphone in dieser Preisklasse. Lange Rede, kurzer Sinn: Wenn Ihr auf der Suche nach einem günstigen, aber leistungsstarken Smartphone seid, macht Ihr mit dem Honor 5C nichts verkehrt.


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