Honor 7x im Test: Mehr Smartphone braucht man nicht

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Das Honor 7x
Das Honor 7x(© 2017 CURVED)

Nur Top-Smartphones wie das Galaxy Note 8 und das iPhone X kommen mit Randlos-Display und Dualkamera? Falsch! Auch das Honor 7x will mit dieser Ausstattung punkten. 

Seit dem Mobile World Congress 2017 ist die Marschrichtung für neue Smartphones klar: Geräte mit einem Bildschirm mit möglichst dünnen Rändern sind voll im Trend. Bislang gab es solche Geräte aber fast ausschließlich in höheren Preissegmenten. Das Samsung Galaxy Note 8 oder das iPhone X kosten zum Beispiel Minimum 1000 Euro. Das Honor 7x ist deutlich erschwinglicher. Ihr bekommt das Gerät bereits für 299 Euro.

Viel Display in wenig Gehäuse

Der Slogan "Max Your View" macht schon klar: Das Display steht hier im Vordergrund. Tatsächlich fallen die Ränder beim Honor 7x nicht ganz so dünn aus wie bei den hochpreisigen Konkurrenten. Die Zahlen beeindrucken trotzdem: Honor verbaut nach eigenen Angaben ein 5,96 Zoll großes Display in einem Gehäuse, in dem bislang für ein 5,5-Zoll-Display Platz war. Nicht übel! Obwohl der Bildschirm mit einer Auflösung von 2160 x 1080 Pixeln (Full HD Plus) nicht ganz so hoch ausfällt wie bei den Konkurrenten, geht die Darstellung der Inhalte aber durchaus in Ordnung.

Zum Problem könnte nur das Format werden: Durch das längere Display zeigt das Honor 7x Videos und Co. nicht in 16:9, sondern in 18:9 an. Das bietet Vorteile in diversen Spielen, weil in der Theorie der Blickwinkel größer wird. Viele Apps sind für das Format aber noch nicht angepasst. Die vorläufige Lösung: Ein Vollbild-Modus skaliert die Inhalte hoch. In YouTube könnt ihr in 16:9-Videos via Geste reinzoomen, damit die Clips im Vollbild angezeigt werden. Allerdings ist dann das Geschehen am Bildrand nicht mehr komplett sichtbar.

Eingefasst ist das Display in ein Aluminiumgehäuse, das einen stabilen und wertigen Eindruck macht. An den vier Ecken setzt Honor dazu auf Pufferzonen, die Stürze auffangen sollen. Zu wild solltet ihr es mit dem Telefon aber nicht treiben. Denn es kann zwar ein paar Spritzer Wasser verzeihen, offiziell ist es aber nicht wasserdicht. Das ist aber das einzige echte Manko am Gehäuse. Sicher, beim Ladeanschluss hätte man statt auf micro-USB 2.0 auch auf USB-C setzen können. Ohne USB 3.0 dauern Datenübertragungen via Kabel zudem länger. Letztendlich bekommt Ihr auch so den Akku voll. Darüber hinaus glänzt das Honor 7x mit dem fixen Fingerabdrucksensor und dem Kopfhöreranschluss. Alternativ zum Kabel könnt ihr Kopfhörer aber auch via Bluetooth 4.1 mit dem Smartphone verbinden.

Dualkamera mit Personenerkennung

Ein weiteres besonders Merkmal neben dem Display ist die Dualkamera. Die ist abseits der Spitzenklasse nämlich keinesfalls Standard. Beim Honor setzt sie sich aus einem Schwarzweiß-Sensor mit 2 Megapixeln und einem Farbsensor mit 16 Megapixeln zusammen. Ersterer ist nur für die Tiefenschärfe zuständig. Das heißt, dass ihr in Aufnahmemodi "Große Blende" und "Portrait" den Hintergrund unscharf werden lassen könnt, um Objekte bzw. Menschen hervorzuheben. Im Modus "Große Blende" könnt ihr den Fokus und die Unschärfe auch nachträglich noch bestimmen.

Hervorgehoben hat der Hersteller vor allem die verbesserte Personenerkennung. Denn für die Software ist es gar nicht so einfach, Menschen auf Fotos so auszuschneiden, dass Details wie Haare nicht unscharf werden. Das gelingt häufig recht gut, manchmal erkennt die Software aber nicht alle Haare. Gut gefällt der Schönheitsfilter, der nicht nur Geschlechter erkennt, sondern Bilder nun auch dezenter und nicht mehr so übertrieben weichzeichnet wie Modelle anderer Hersteller.

Aber die Kamera hat sprichwörtlich auch Schattenseiten: Ohne das richtige Licht verlieren die Fotos schnell an Details und wirken stark überzeichnet. Das haben wir beim Testen bei typischem Hamburger Schietwetter und auch bei Innenaufnahmen feststellen können. Ein Grund für die verminderte Qualität bei schlechten Lichtverhältnissen ist, dass der Hersteller lediglich auf eine Blende von f/2.2 setzt.

Mehr Leistung braucht kein Mensch

Im Inneren kommt mit dem Kirin 659 zwar nicht der leistungsstärkste Chip zum Einsatz. Das merkt man im Alltag aber kaum. In Zusammenarbeit mit 4 Gigabyte (GB) Arbeitsspeicher sorgt er für eine flotte Bedienung. Apps öffnen sich schnell, Spiele laufen flüssig. Mehr Leistung braucht man nicht, wenn man das Smartphone nur für WhatsApp, Facebook und ein kleines Spielchen zwischendurch benutzt.

Für Porträt-Fotos verbaut Honor eine Dualkamera.(© 2017 CURVED)

Ein Akku mit üppigen 3.340 mAh sorgt für einen Tag Laufzeit. Das Aufladen dauert allerdings etwas, da Honor auf eine Quickcharge-Technologie bei diesem Modell verzichtet. Auch der Speicher ist erstmal ausreichend. Obwohl Honor zahlreiche Apps und Games vorinstalliert, bleiben Euch noch über 48 GB für Fotos, Videos und Co. Reicht das nicht aus, rüstet Ihr per microSD-Karte bis zu 256 GB nach.

Kritik gibt es für das Betriebssystem. Das Honor 7x in unserer Redaktion läuft mit Android 7.0 Nougat. Diese Version ist bereits über ein Jahr alt. Ein Update auf das aktuelle Android 8.0 Oreo stellt Honor erst für das zweite Quartal 2018 in Aussicht. Potenzielle Käufer müssten also bis zum Frühjahr 2018 auf ein zeitgemäßes – und vor allem sichereres – System warten.

Fazit: Ein gutes Gerät zum vernünftigen Preis

Akku, Leistung, Kamera: In den meisten Kategorien schneidet das Honor 7x zufriedenstellend ab. Punktabzüge gibt es aber für das über ein Jahr alte Betriebssystem. Wer sich daran nicht stört, bekommt mit dem Honor 7x ein durchaus brauchbares Gerät, das mit einem Preis von 299 Euro auch nicht zu teuer ausfällt. Erhältlich ist das Smartphone in den Farben Blau, Schwarz und Rot.

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