Honor 8X im Test: Das neue Mittelklasse-Smartphone aus China im Hands-on

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Schicke Mittelklasse für's kleine Budget: Das neu bHonor 8X
Schicke Mittelklasse für's kleine Budget: Das neu bHonor 8X(© 2018 CURVED)

Ein Mittelklasse-Smartphone für Preisbewusste: Das Honor 8X bringt auf den ersten Blick alles mit, was ein wettbewerbsfähiges Smartphone in diesem Segment braucht: Mit nahezu randlosem Display, einer Dualkamera inklusive künstlicher Intelligenz, einem brandneuem Prozessor und ordentlich Akkukapazität soll das Smartphone für gerade mal 250 Euro in seinem Segment Dampf machen. Ob’s funktioniert, zeigt unser Test.

Auf den ersten Blick unterscheidet sich das Honor 8X kaum von den teureren Flaggschiff-Modellen der Mitbewerber. Vor allem der Screen-to-Body-Ratio, also das Verhältnis von Bildschirm und Rahmen, fällt positiv auf - weil es nämlich kaum Rahmen gibt: Auf dem 6,5-Zoll-FullView-Display füllt der Screen nach Herstellerangaben rund 91 Prozent der Vorderseite aus, der untere Rand misst gerade mal 4,25 Millimeter - Dimensionen, die man sonst beispielsweise beim iPhone XS Max findet.

To be or Notch to be - Großes Display mit kleiner Ausspaarung

Um diese Werte zu erreichen, nutzt auch dieses Modell die “Notch” genannte Aussparung am oberen Rand, in der die Frontkamera untergebracht ist. Und mit der schicken Glasrückseite, eingefasst in einen Metallrahmen, leistet sich das Gerät ein ästhetisches Design in einem schlanken, eleganten Rahmen, das gut in der Hand liegt, aber aufgrund der Rückseite aus Glas auch leicht rutscht, wenn man es ablegt. Allerdings, und da merkt man die Mittelklasse, ist es vor Wasser oder Staub nicht geschützt.

Die meisten aktuellen Smartphones wachsen in die Länge, nicht in die Breite, so auch das Honor 8X. Mit einem Seitenverhältnis von 19,5:9 reiht es sich bei den aktuell üblichen Größenverhältnissen ein. Die Auflösung liegt mit 1080 x 2340 zwar nicht am oberen Ende des Möglichen, der erste Eindruck der Darstellung ist aber völlig in Ordnung: Das Display gibt Inhalte richtig scharf, detailliert und farbenfroh wieder. Zudem hat man sich bei Honor Gedanken um die Gesundheit unserer Augen gemacht und einen vom TüV Rheinland zertifizierten Eye-Comfort-Modus eingebaut. Der soll die vom Bildschirm ausgehende Blaulicht-Strahlung reduzieren, um eine Ermüdung der Augen zu vermeiden. Weitere Ausstattungsmerkmale sind ein rückseitig angebrachter Fingerabdrucksensor, Gesichtserkennung und NFC. Erfreulich ist, dass Fingerabdrucksensor und Kamera weit genug auseinander liegen, um auf der Suche nach dem Sensor nicht versehentlich auf die Kamera zu fassen. Nachteil: Die Kamera liegt relativ nah am Rand, so dass man aufpassen muss, um bei beidhändiger Nutzung nicht den Finger vor der Linse zu haben.

Die Kamera setzt auf Künstliche Intelligenz

Die Dualkamera auf der Rückseite löst mit 20 Megapixeln und 2 Megapixeln auf, die Selfiekamera bringt es auf 16 Megapixel. Das ist sicherlich nicht die Welt, in diesem Segment aber im Soll. Die Kamera arbeitet mit Künstlicher Intelligenz, was bedeutet dass sie 500 vorprogrammierte Szenarien in Echtzeit erkennt und die Kameraeinstellungen optimiert, um die Fotoqualität zu verbessern. Unter anderem gibt es eine Bewegungserkennung, die actiongeladene Bilder scharf einfangen soll. Auch den beliebten Bokeh-Effekt, der Vorder- und Hintergrund unterschiedlich scharf stellt hat das Gerät an Bord. Außerdem lässt sich mit HDR ein Hochkontrastmodus zuschalten, der auch unter schwierigen Lichtverhältnissen für gleichmäßig ausgeleuchtete Bilder sorgen soll.

Viel Rechnerei also, mit der die Fotos angepasst werden, und entsprechend sehen die Bilder auch aus: Detailliert, aber teilweise mit etwas zu knackigen Farben - was bei der Vielzahl an automatischen Justierungen nicht verwunderlich ist: Starke Kontraste und satte Farben sehen beim Schnappschuss in den Himmel mit Schäfchenwolken zwar hübsch aus, aber manchmal vergaloppiert sich die Automatik schon mal. Zum Beispiel in der Königsdisziplin Nachtaufnahmen. Szenen mit wenig Licht bringen jede (Smartphone)-Kamera an ihre Grenzen, mit dem Honor 8X hat man mehrere Möglichkeiten, schlecht ausgeleuchtete Motive einzufangen. Ohne zusätzliche Justierung zeigt das Bild, neben Rauschen und Unschärfe, einen unnatürlichen Rotstich, der auch nicht verschwindet, wenn man die Künstliche Intelligenz hinzu schaltet. Mit HDR wird die Farbwiedergabe realistischer, aber Unschärfe und Rauschen bleiben. Die beste Darstellung erreicht man mit dem Nachtmodus, den Huawei mit dem P20 Pro eingeführt hat. Er  stabilisiert die wackeligen Aufnahmen aus der Hand, im Ergebnis bedeutet das deutlich geringeres Rauschen und merklich geringere Unschärfe.

Neben Fotos kann die Kamera auch Videos aufnehmen, mit regulärer Geschwindigkeit, aber auch in einer Super-Zeitlupe, bei der im 16-fachen Slow-Motion-Modus mit 480 Bildern pro Sekunde gedreht wird.

Neuer Prozessor der etwas mehr verspricht, als er halten kann

Das 8X ist das erste Honor-Smartphone, das mit dem neuen Kirin 710-Chipsätzen bestückt wird, der mit bis zu 2,2 Gigahertz taktet und auch im Mate 20 Lite von Huawei verbaut wurde, für das man immer noch über 300 Euro bezahlen muss. Der Prozessor stellt zwar eine deutliche Verbesserung gegenüber dem Vorgänger dar, dem Kirin 659, an die Leistung seines Namensvetters aus dem Hause Qualcomm, dem Snapdragon 710 kommt er allerdings nicht heran. Honor verspricht im Vergleich zur vorherigen Generation eine um 75 Prozent bessere Leistung, bei der Grafik sollen es sogar 130 Prozent sein.

Anwendungen starten zackig, Bilder und Videos laufen flüssig auf Honors Benutzeroberfläche EMUI 8.2 die wiederum auf Android Oreo aufsetzt. Das Gerät gibt es mit 64 oder 128 GB internen Speicher, 4 GB RAM und es unterstützt microSD-Karten mit bis zu 400 GB. Gleichzeitig ist das Gerät Dual-SIM-fähig, es lassen sich also zusätzlich zur Micro-SD-Karte zwei SIM-Karten und damit auch zwei Rufnummern in dem Gerät unterbringen. Das Honor 8X hat und einen großen Akku mit 3,750 mAh, der mit einer einzigen Ladung mehr als einen Tag halten soll. Beim Ladeanschluss setzt Honor übrigens noch auf Micro-USB.

Fazit

Am Honor 8X gibt es nicht viel zu mäkeln: Schickes Design, großes Display mit wenig Rahmen, eine anständige Kamera, ausreichender Prozessor für alle Alltagsaufgaben. Dazu kommen Features wie ein Fingerabdrucksensor und Gesichtserkennung. Einige Abstriche muss man machen, so ist das Gerät nicht wasserdicht und lädt nur über Micro-USB. Dabei muss man aber auch bedenken, dass wir hier von einem Mittelklasse-Gerät für 249 Euro sprechen. Und so haben wir es beim Honor 8X mit einem durchaus attraktiven Preis-Leistungsverhältnis zu tun. Das muss den chinesischen Smartphone-Herstellern erstmal jemand nachmachen.

Preise und Verfügbarkeit

Nachdem das Gerät auf dem chinesischen Markt bereits länger erhältlich ist, kann man es jetzt auch bei uns bestellen: Die Version mit 64 Gigabyte Speicher ist zum Preis von 249 Euro zu haben, für 279 Euro gibt es 128 Gigabyte, jeweils mit 4 Gigabyte RAM.
Zur Auswahl stehen die Farben Blau und Schwarz später soll es auch eine Variante in Rot geben.

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