Honor 9 Lite im Test: Ein glatter Preistipp

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Das Honor 9 Lite mit spiegelglatter Rückseite.
Das Honor 9 Lite mit spiegelglatter Rückseite.

Es muss nicht immer teuer sein: Das Honor 9 Lite bietet ausreichend Leistung im schicken Gehäuse für wenig Geld. Ob es bei der Sache auch einen Haken gibt, klären wir im Test.

Wer auf der Suche nach einem günstigen Smartphone ist, der muss oft zu Kompromissen bereit sein. Wenig Speicher, ein Display mit niedriger Auflösung und ein klobiges Gehäuse: Mindestens ein Merkmal trifft immer zu. Honor will es mit dem Honor 9 Lite anders machen. Es kostet nur rund 230 Euro. Das sieht man dem Gerät aber nicht auf den ersten Blick an.

Fühlt sich das bei dem Preis billig an?

Statt eines Aluminum- oder Kunststoffgehäuses setzt der Hersteller auf einen Rahmen aus Metall und eine Rückseite aus Glas. Diese Kombination gibt es eigentlich nur bei hochpreisigen Smartphones wie dem Huawei Mate 10 Pro oder dem iPhone 8. Kostenpunkt: ab 700 Euro aufwärts. Abstriche bei der Verarbeitung müsst ihr beim günstigen Smartphone nicht machen. Alles fühlt sich solide und sehr hochwertig an.

Einen Haken gibt es aber: Während höherpreisige Modelle in der Regel wasserdicht sind, ist beim Honor Vorsicht geboten. Einen Schutz gegen Untertauschen bietet das Telefon nicht. Außerdem ist die Glas-Rückseite zwar sehr schön anzusehen, aber auch extrem glatt. Unser Testgerät ist und deswegen mehr als einmal vom Tisch gefallen. Außerdem zieht die Oberfläche Fingerabdrücke an, das sieht schnell nicht mehr schick aus. Wer es mit dem Honor ernst meint, kommt um eine Hülle nicht herum.

Stimmt die Leistung?

Beim Bildschirm setzt Honor auf das sogenannte Fullview-Display. Im Klartext: Es gibt nur sehr schmale Ränder ums Display. Das ist aktuell bei vielen Herstellern modern. Dank einer Auflösung von 2160 x 1080 Pixeln zeigt das Smartphone alle Inhalte scharf an. Nur die Farben könnten noch etwas kräftiger sein. Surft man mit dem Gerät auf CURVED, wirkt das Grün zum Beispiel etwas blass.

Dafür stimmt die Leistung. Auf Augenhöhe mit den aktuellen Top-Smartphones bewegt sich das Honor 9 Lite zwar nicht. Im Alltag ist das aber kaum spürbar. Ihr könnt fix durch die Menüs navigieren, Apps öffnen sich ohne nennenswerte Wartezeit. Auch zum Spielen reicht die Leistung locker aus. Die Smartphone-Version des Prügel-Klassikers "Tekken" bereitete dem Honor 9 Lite zum Beispiel keine Probleme.

Auch vorn hat das Honor 9 Lite eine Dualkamera.(© 2018 CURVED)

Macht das Honor 9 Lite etwas besonders?

Fotos knipst ihr mit der Dualkamera auf der Rückseite. Mit der könnt ihr im Modus "Große Blende" Objekte schön hervorheben, in dem der Hintergrund unscharf gemacht wird – auch noch nach der Aufnahme. Die Bilder sollen dann so aussehen, also ob sie mit einer Spiegelreflexkamera geschossen wurden. Das klappt aber nicht immer. Es kommt vor, dass die Kamera auch Objekte im Vordergrund, etwa Haare, unscharf macht. Hier sieht man dann den Unterschied zu höherpreisigen Kameras. Farben und Details können dagegen überzeugen.

Eine Besonderheit gibt es noch bei der Frontkamera. Denn auch für Selfies gibt es eine Dualkamera, die im Porträt-Modus den Hintergrund unscharf machen soll. Auch hier überzeugt die Funktion aber nicht zu 100 Prozent. Zusätzlich gibt es noch einen Schönheitsfilter, der Falten glätten soll. Der ist aber nicht mehr als eine nette Spielerei, die Ergebnisse sehen sehr künstlich aus. Die besten Selfies im Test knipste ich ohne Porträt-Modus. Die sind dann zwar nicht faltenfrei, dafür detailreich.

Was muss ich sonst noch wissen?

Auf dem Honor 9 Lite kommt das aktuelle Android 8.0 Oreo zum Einsatz. Schade ist nur, dass der Hersteller unnötig viele Apps vorinstalliert. Das minimiert nicht nur den 32 Gigabyte großen Speicher, sondern sorgt teilweise auch für Dopplungen unter den vorhanden Apps. Immerhin lassen sich die meisten Anwendungen auch entfernen. Braucht ihr mehr Speicher, könnt ihr per microSD-Karte bis zu 256 Gigabyte nachrüsten. Der Akku des Honor 9 Lite ist ausdauernd und hält mindestens einen Tag. Schade: Eine Schnellladefunktion gibt es leider nicht.

Fazit: Besser geht es günstig nicht

Für 230 Euro ist das Honor 9 Lite ein glatter Spartipp. Die Leistung ist ausreichend, das Gerät schick und die Kamera liefert brauchbare Fotos. Erst, wenn ihr mehr wollt, etwa ein wasserdichtes Gehäuse oder einen zuverlässigeren Portätmodus, müsst ihr mehr Geld auf den Tisch legen.

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