Honor View 10 im Test: Preis-Tipp für leistungshungrige Sparfüchse

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Das Honor View 10
Das Honor View 10(© 2018 CURVED)

Das Honor View 10 hat einen Chip für Künstliche Intelligenz, eine Dualkamera und verspricht viel Leistung. Warum es trotzdem nicht für eine Spitzenposition reicht, klärt der Test.

Wer ein neues Smartphone braucht und auf der Suche nach einem Preis-Leistungs-Tipp ist, der kommt an Honor nicht vorbei. Huaweis Tochtermarke will vor allem junge Käufer bedienen und setzt auf günstige Preise, knausert aber nicht bei der Ausstattung. Mit dem Honor View 10 beziehungsweise Honor V10 hat das Unternehmen im Dezember ein Gerät vorgestellt, das die Konkurrenz mit Hilfe künstlicher Intelligenz übertrumpfen soll.

Modernes Display-Design und starke Ausstattung

Um so viel Hightech für vergleichsweise günstige 500 Euro in den Handel zu bringen, muss man natürlich den Rotstift ansetzen. Etwa beim Gehäuse. Das besteht komplett aus Aluminium und nicht aus der aktuell modernen Mischung aus Alu-Rahmen und Glasrückseite. Die Folge: Das Honor View 10 ist weder wasserdicht, noch könnt ihr den Akku kabellos aufladen.


Die Rückseite erweckt den Eindruck, als hätte sich die Designabteilung vom iPhone 7 inspirieren lassen. Schlimm ist das nicht. Schließlich sind so die Antennenstreifen oben und unten fast unsichtbar. Anders als beim Apple-Smartphone gibt es beim Honor View 10 aber einen Kopfhöreranschluss. Der liegt unten direkt neben dem USB-C-Ladeanschluss, der leider nur USB 2.0 unterstützt – weshalb Datenübertragungen über den Anschluss nicht ganz so flott sind. Das einzige, was am Gehäuse wirklich stört, ist die sehr arg hervorstehende Dualkamera, die dafür sorgt, dass das Smartphone auf keiner Unterlage plan aufliegt.

Die Vorderseite besteht fast nur aus Display. Allerdings fallen die Ränder nicht ganz so minimalistisch aus wie bei den Geräten der Konkurrenz. Honor hat sogar noch Platz genug, um den Fingerabdrucksensor unter dem Bildschirm zu platzieren. Das Display selbst misst sechs Zoll, bietet ein Seitenverhältnis von 2:1 beziehungsweise 18:9 und löst mit 2160 x 1080 Pixeln (Full HD Plus) auf. Damit ist die Auflösung zwar niedriger als etwa beim Samsung Galaxy S8, reicht aber immer noch für ein scharfes Bild aus. Probleme gibt es beim Videoschauen. Denn die meisten Filme, Serien, Vlogs und Co. auf Amazon, Netflix oder YouTube sind im 16:9-Format gedreht. Entweder müsst ihr unschöne Ränder in Kauf nehmen oder ihr passt das Bild über den Vollbildmodus an. Dann gehen aber Details verloren.

Etwas besser sieht es mit den Details bei der Musikwiedergabe via Bluetooth 4.2 aus: Das Honor View 10 verfügt über den Codec "aptX HD", was die Klangqualität bei der kabellosen Übertragung verbessert. Allerdings setzt das voraus, dass euer Kopfhörer oder Abspielgerät "aptX HD" oder zumindest "aptX" ebenso unterstützt.

Die Künstliche Intelligenz bleibt künstlich

Im Inneren taktet mit dem Kirin 970 der aktuell schnellste Chip der Huawei-Tochter HiSilicon. Zudem sind 6 GB an Arbeitsspeicher verbaut. Damit bewegt sich das Honor View 10 auf Augenhöhe mit dem Nokia 8 und dem sehr ähnlich ausgestatteten Huawei Mate 10 Pro. Das bedeutet: Es bringt genügend Leistung für alle Apps und Spiele mit. Dem zur Seite steht eine sogenannte Neural Processing Unit, kurz NPU, die den Einsatz einer künstlichen Intelligenz (KI) ermöglicht. Mit dieser und der Hilfe der optimierten App Microsoft Translator kann das Smartphone zum Beispiel blitzschnell Texte übersetzen.

Besonders hilfreich soll die KI aber beim Fotografieren sein. Dank einer Objekterkennung findet das Honor View 10 für jedes Motiv automatisch die richtigen Einstellungen für die Dualkamera. Tatsächlich erkannte die Kamera-App des Smartphone im Test viele Objekte zuverlässig. Blumen wurden als solche identifiziert, Büsche aber als Pflanzen. Kurios bis lustig: Einen Hund hielt die KI für eine Katze. Autos wurden per se nicht erkannt.

Dennoch geht die Qualität der Fotos in Ordnung, an die Spitzenklasse reicht die Kamera aber nicht heran. Verbaut ist eine 16-MP-Hauptkamera mit einer Blende von f/1.8. Unterstützt wird diese für bessere Details von einer Schwarz-Weiß-Kamera, die über 20 Megapixel verfügt. Die Farben wirken echt, Details wurden in den meisten Fällen gut eingefangen. Spaß macht außerdem der Bokeh-Modus, mit dem ihr Objekte dank der zweiten Kameralinse hervorheben und den Hintergrund unscharf machen könnt. Zu genau solltet ihr aber nicht hinsehen. Bei der Ansicht am Computer fällt auf, dass Details wie Haare manchmal unsauber ausgeschnitten sind. Kaum zu gebrauchen ist der Porträt-Modus mit Bokeh-Effekt bei der Frontkamera, die über 13 MP bei einer Blende von f/2.0 verfügt. Hier lässt der Schönheitsfilter zwar gekonnt die Falten verschwinden, Haare werden aber noch unsauberer ausgeschnitten. Das führt zu unfreiwillig komischen Ergebnissen.

Starker Akku, viel Speicher, Android Oreo

Punkten kann das Honor View 10 dann wieder bei der Akkulaufzeit. Hier soll die KI das Nutzerverhalten analysieren und die Ressourcen optimal verteilen. Das klappt ziemlich gut. Bis zu zwei Tage sind mit dem Smartphone möglich, danach muss es an die Steckdose. Das ist absolut in Ordnung. Dank der Schnellladetechnologie "Supercharge" füllt sich der Akku auch innerhalb von knapp 30 Minuten wieder auf bis zu 50 Prozent auf.

Abgerundet wird die Ausstattung durch den 128 Gigabyte (GB) großen Speicher, von dem euch nach dem ersten Einschalten noch 116 GB zur Verfügung stehen. Wer noch mehr Platz braucht, rüstet per microSD-Karte bis zu 256 GB nach. Alternativ zur Speichererweiterung könnt ihr aber auch eine zweite SIM-Karte in das Gerät einlegen. Als Betriebssystem installiert Honor Android 8.0 Oreo mit der Oberfläche EMUI 8. Damit gehört das View 10 zu den wenigen Geräten, auf denen Googles aktuelles Betriebssystem läuft. Bei einem Neu-Gerät darf man das aber voraussetzen.

Fazit: ordentlich abgeliefert

Für 499 Euro erhaltet ihr mit dem Honor View 10 ein Smartphone, das sich leistungstechnisch auf Augenhöhe mit Geräten aus der Spitzenklasse bewegt. Gut gefallen haben uns die lange Akkulaufzeit und das aktuelle Betriebssystem. Das nicht wasserdichte Gehäuse und die teilweise unsauberen Bokeh-Aufnahmen verhindern eine Platzierung in den Top 10. Dass das besser geht, beweist die Konzernmutter Huawei mit dem Huawei Mate 10 Pro. Das ist aber auch stattliche 300 Euro teurer. In der Klasse um die 500 Euro muss sich das View 10 höchstens dem OnePlus 5T geschlagen geben. Deshalb gilt auch dieses Gerät wieder als ein Preis-Tipp für leistungshungrige Sparfüchse.

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