HTC Desire 626 im Test: Auch ein Plastikrücken kann entzücken

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Das HTC Desire 626 bietet viel fürs Geld - nur kein gutes Gehäuse.
Das HTC Desire 626 bietet viel fürs Geld - nur kein gutes Gehäuse.(© 2015 CURVED Montage)

Mit dem HTC Desire 626 schicken die Taiwaner ein neues Mittelklasse-Smartphone ins Rennen. Ob sich der Kauf lohnt, klären wir im Test.

299 Euro soll das HTC Desire 626 kosten. Dafür erhaltet Ihr in erster Linie eines: Plastik. Das muss ja nicht gleich etwas Schlechtes sein, denn es gibt ja auch schicke Geräte mit Kunststoffgehäuse. Auch das HTC macht optisch keinen schlechten Eindruck. Allerdings knarzt das Gehäuse besonders beim Aufheben vom Tisch und wirkt nicht fertig verarbeitet. In der Hand liegt das Smartphone aber gut. Mit einem Gewicht vom 135 Gramm ist es dazu noch angenehm leicht.

Auf der linken Seite befindet sich eine kleine Klappe, die die Steckplätze für je eine Nano-SIM-Karte und eine microSD-Speicherkarte beherbergt. Auf der anderen Seite findet Ihr die Lautstärkewippe und darunter den Einschaltknopf. Der Akkudeckel ist verklebt, der Akku also nicht wechselbar. Schade! Angenehm sind mir die Kameras aufgefallen. Die Knipsen sind richtig im Gebäude verbaut, ragen also nicht heraus. So liegt das Smartphone plan auf dem Tisch. Warum ist das nicht Standard in der Luxusklasse?

Fünf Zoll und nur HD sind noch okay

Das Display des Desire 626 misst fünf Zoll und bietet nur HD-Auflösung, also 1280 x 720 Pixel. Bei genauerer Betrachtung sind also einzelne Bildpunkte zu erkennen. Es gilt wie schon beim Motorola Moto G3:  Im Großen und Ganzen geht der Bildschirm in Ordnung. Farben stellt er ordentlich dar, Texte lassen sich gut lesen. Auch im Freien bei direkter Sonneneinstrahlung gibt es keine Probleme mit der Lesbarkeit.

Im Inneren stecken wie beim Motorola Moto G3 ein Snapdragon-410-Prozessor mit vier Kernen und zwei Gigabyte Arbeitsspeicher. Das bringt dem Desire 626 im Geekbench 3 1450 Punkte im Mulit-Core-Test ein. Damit bewegt sich das Smartphone auf Niveau eines Nexus 4 aus dem Jahr 2013. Für eine flotte Bedienung reicht das aber locker aus. Auch ein Spielchen zwischendurch ist mit dem Desire 626 kein Problem. Bei Titeln wie “Hearthstone - Heroes of WarCraft” oder “The Witcher - Battle Arena” kommt das Smartphone aber schnell an seine Grenzen.

Die Kamera auf der Rückseite nimmt Fotos mit 13 Megapixeln und Videos in Full-HD auf. Hobbyfotografen gibt HTC eine Vielzahl an Einstellungsmöglichkeiten an die Hand. So bestimmt Ihr etwa die ISO- und Lichtwerte manuell. Für kurzweiligen Spaß sorgt die Funktion “Passfoto Automat”. Über diese nimmt die 5-Megapixel-Frontkamera vier Selfies nacheinander auf und schneidet sie automatisch zu einer Collage zusammen. Mein erster Eindruck von beiden Kameras ist, dass sie fix auslösen und brauchbare Bilder machen.

Wie eingangs erwähnt, könnt ihr den 16 Gigabyte großen Speicher des Smartphones mit einer microSD-Karte erweitern. Laut HTC schluckt das Desire 626 theoretisch Karten mit einer Größe von bis zu 512 Gigabyte. Praktisch sind wohl eher 128 Gigabyte realistisch. Der Grund ist ganz einfach: Größere Karten gibt es so gut wie nicht zu kaufen. Und wenn doch, zahlt ihr für eine 256-Gigabyte-Karte locker 200 Euro. Die doppelte Größe kostet mehr als Smartphone selbst.

Android 5.1 Lollipop mit vielen Extras

Als Betriebssystem kommt das aktuelle Android 5.1 Lollipop zum Einsatz. Darüber stülpt HTC seine Sense-Oberfläche. Die bringt einige Sonderfunktionen mit. Da ist zum Beispiel der Feedreader BlinkFeed, den Ihr mit einem Wisch nach rechts auf dem Homescreen aufruft. Dort stellt Ihr Euch eine interaktive Zeitung nach Eurem Geschmack zusammen.

Ebenfalls praktisch finde ich die Möglichkeit, mir auf dem Homescreen die Apps anzeigen zu lassen, die ich gerade brauche. Dazu habe ich die Auswahl zwischen den Modi "Unterwegs", "Zuhause" und "Arbeit". Über die Einstellungen könnt Ihr dann festlegen, ob sich das Smartphone an den gespeicherten WLANs oder an einer Adresse orientieren soll. Komme ich zum Beispiel bei der Arbeit an, zeigt mir der Homescreen Google Drive, die Kalender und eine Notiz-Anwendung. Passt mir das nicht, kann ich mir aber auch andere Apps aussuchen. Autofahrer dürfen sich über den Auto-Modus freuen. Der reduziert die Software auf das Wesentliche, macht Icons größer und bietet eine eigene Spracherkennung abseits von Google Now.

Gut für den Fahrer: Im Auto-Modus beschränkt sich das HTC Desire 626 aufs Wesentliche.(© 2015 CURVED)

Was dagegen nicht so toll ist: Um manche Tools nutzen zu können, braucht Ihr einen HTC-Account. Einfach Themes aus dem Theme-Store herunterzuladen, funktioniert zum Beispiel nicht. Das gilt übrigens auch für einfache Hintergrundbilder.

Ein Smartphone, das Spaß macht

Abgesehen vom knarzendem Gehäuse macht das HTC Desire 626 einen guten Job. Müsste ich mich entscheiden, ich würde es wahrscheinlich dem ähnlich ausgestatteten Motorola Moto G3 vorziehen. Das Display macht auf mich einen besseren Eindruck. Außerdem ist das Gehäuse griffiger und liegt angenehmer in der Hand. Gegen einen Kauf spricht für mich die Unklarheit, ob HTC das Smartphone auf absehbarer Zeit mit neuer Software auf Stand bringt.


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