Das HTC One A9s im Test

Für einen Preis von 299 ist das HTC One A9s ein höherpreisiger Einsteiger-Smartphone. Lohnt sich die Ausgabe trotzdem? Wir machen den Test.

Achtung, jetzt wird es etwas verwirrend. Denn: Das HTC One A9s soll nicht der Nachfolger zum HTC One A9 sein. Sondern als Einsteiger-Gerät für Leute dienen, die sich das HTC 10 (oder HTC 10 Evo) nicht leisten können oder wollen. Der Name kommt schlicht daher, dass das A9s aussieht wie das A9 aus dem Vorjahr. Wer etwas genauer hinsieht, wird aber auch Ähnlichkeiten zu einem anderen Smartphone erkennen. Die Antennenstreifen und die Form des Gehäuses erinnern schon sehr stark an die iPhone-6-Serie. Allerdings hat das HTC kein Unibody-Gehäuse. Die Rückseite wurde verklebt.

Wer hat's erfunden? Das HTC One M7 hatte zuerst Kamera-Streifen, das Design des A9s erinnert trotzdem ans iPhone 6.(© 2016 HTC/Apple)

Geringe Auflösung zugunsten der Leistung

Bei den Anschlüssen und Bedienmöglichkeiten gibt es keine Überraschungen: Unten sitzen der micro-USB-Anschluss und den Köpferhörereingang, links der Einschub für eine SIM- und eine microSD-Karte und den Einschalter, rechts dann die Lautstärkewippe. Unter dem Bildschirm liegt der Homebutton mit integriertem Fingerabdrucksensor. Das Display misst wie beim A9 fünf Zoll in der Diagonale, löst aber nur mit 720p auf.

Das klingt nicht mehr zeitgemäß. HTC hat dafür eine Erklärung: Die niedrige Auflösung soll der Akkulaufzeit und der Leistung zugute kommen. Drin steckt mit dem Helio P10 nämlich nur ein Mittelklasse-Chip, dem aber immerhin drei Gigabyte RAM zur Seite stehen. Tatsächlich lassen sich mit der Ausstattung auch anspruchsvolle Titel zocken. Ihr solltet Euch aber darauf einstellen, dass die Ladezeiten etwas länger ausfallen und die Texturen verwaschen aussehen.

Google Fotos und keine Bloatware

Die weitere Ausstattung komplettieren 32 Gigabyte Festspeicher. Per microSD-Karte könnt Ihr diesen theoretisch um zwei Terabyte erweitern. Praktisch gibt es Karten in der Größenordnung noch nicht. Macht aber auch nichts. Denn HTC wirbt ohnehin mit unendlichem Speicher. Zumindest für Fotos. Denn wie bei jedem aktuellen Android-Telefon ist Google Fotos vorinstalliert. HTC verzichtet aber auf eine separate Galerie-App.

Jetzt müsste nur noch die Foto-Qualität der 13-Megapixel-Kamera stimmen. Die Ergebnisse sind allerdings durchwachsen. Details und Schärfe gehen in Ordnung. Die Kamera liefert manchmal aber ziemlich blasse Farben. Dazu kommt, dass die Selfies mit der Fünf-Megapixel-Kamera einen leichten Rotstich haben. Ansonsten gibt Euch HTC aber eine Kamera-App an die Hand, in der Ihr Euch voll austoben dürft. Profi-Modus, Zeitraffer, oder die Funktion ZOE-Fotos, mit der Ihr zusätzlich zum Foto einen kurzen Videoclip aufnehmt: Alles ist dabei.

Das Betriebssystem (Android 6.0 Marshmallow) hat HTC nach eigener Aussage von der Sense-Oberfläche getrennt. So wollen die Taiwaner schnellere Updates sowohl für die Oberfläche als auch fürs System liefern. Wann es für das Gerät Android 7.0 Marshmallow geben wird, konnte man uns nicht sagen. Nur so viel: Die technischen Voraussetzungen sind beim HTC One A9s gegeben. Positiv ist aufgefallen, dass HTC bei der Einrichtung fragt, welche Apps Ihr installieren wollt. Das kommt dem Speicher zugute.

Fazit: Die Konkurrenz bietet mehr

299 Euro soll das HTC One A9s kosten. Damit ist das Smartphone mindestens 50 Euro zu teuer. Das Moto G4 Plus, das ebenfalls für rund 300 erhältlich ist, hat zum Beispiel einen höher aufgelösten Bildschirm und bietet deutlich mehr Leistung. Außerdem hat Lenovo für das G4 Plus nicht nur Android Nougat, sondern auch gleich Android O versprochen.


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