HTC RE Camera im Test: Schneller als die GoPro

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HTC Re Cam
HTC Re Cam(© 2014 CURVED)

Action-Kameras gibt es von vielen Anbietern, aber der König unter diesen Kameras ist eindeutig GoPro und seine Hero-Serie. Der taiwanische Smartphone Hersteller HTC versucht nun mit seiner RE Camera, dem Herrscher die Krone zu entreißen. CURVED-Redakteur Shu hat die neue Action-Kamera getestet und sagt Euch, was die RE by HTC besser macht als der Klassenprimus. 

Die RE von HTC fällt schon wegen der ungewöhnlichen Optik auf: Entfernt erinnert mich die Kamera an die gute alte Flip-Kamera oder auch an die Sanyo Xacti. Wer diese Geräte nicht kennt, wird beim Anblick der RE Kamera eher an ein Mini-Periskop, einen Inhalator oder gar eine Armee-Taschenlampe denken. Aber HTC hat sich bewusst für das eigenwillige Design entschieden, da sich diese Form nun mal als sehr praktisch in der Handhabung erweisen soll.

Design und Funktionen

Schon Anfang Oktober, während der Präsentation der RE Camera und des Selfie-Smartphones Desire EYE in New York, durfte ich die neue Actionkamera aus dem Hause HTC in den Händen halten und kurz antesten. So seltsam sie auch aussieht, so genial sind die zahlreichen Details der RE Kamera. Aber fangen wir erst einmal mit den technischen Gegebenheiten an.

In der RE von HTC steckt ein mit 146 Grad sehr weitwinkliges Objektiv, das mit einer Blende von f/2.8 aufwarten kann. Damit lässt sich die Kamera auch ohne Display verwenden: Einfach die Kamera auf das zu fotografierende oder zu filmende Objekt ausrichten, und schon ist es im Bild. Ein von Sony entwickelter 1/2.3-CMOS-Sensor zeichnet Fotos mit 16 Megapixeln auf, Videos wahlweise in 1080p oder 720p mit jeweils 30 Frames pro Sekunde, wobei auch eine Zeitlupenfunktion zur Verfügung steht. Dann zeichnet die Kamera in 720p mit 96 Bildern in der Sekunde auf. Sämtliche Fotos und Videos werden auf einer micro-SD-Karte gespeichert. Eine 8-GB-Karte ist schon im Lieferumfang enthalten. Die RE kann auch Speicherkarten bis zu einer Größe von 128 GB aufnehmen.

Bestens für Schnappschüsse geeignet

Das Design der Action-Kamera aus Taiwan ist ungewöhnlich, aber nicht unpraktisch. Der untere Teil des Periskops dient als Griff und verfügt im Knick über einen großen silbernen Auslöser. Einmal kurz gedrückt, schon ist das Foto geschossen. Drückt man die Taste etwas länger, beginnt die Videoaufzeichnung. An der Front unterhalb des Objektivs befindet sich noch ein zweiter Knopf. Dieser dient dazu, in die Zeitlupenaufnahme zu wechseln. Einen Ein- und Ausschalter sucht man an der RE vergebens, da sie sich permanent im Standby befindet. Packt man die Kamera am Griff, dann ist sie sofort einsatzbereit – ein kapazitiver Berührungssensor am Gehäuse der Kamera macht's möglich. Die RE ist also tatsächlich eine Point-and-Shoot-Kamera erster Güte.

Der fest verbaute Akku ist mit 820 mAh nicht gerade ein Dauerläufer. HTC verspricht aber, dass eine Akkuladung ausreicht, um 1000 Fotos zu knipsen oder eine 100 Minuten lange Full-HD-Videosequenz aufzuzeichnen. Ist der Akku aufgebraucht, muss er per Micro-USB aufgeladen werden. Auf die gleiche Weise lassen sich auch die Bilder und Videos von der RE auf einen PC oder Mac überspielen.

Das Smartphone ist das Display

Natürlich lässt sich die RE von HTC auch per WLAN oder Bluetooth an ein Smartphone koppeln. HTC stellt dafür sowohl eine iOS- als auch Android App zur Verfügung. Windows Phone-Nutzer können die RE von HTC aktuell leider nicht mit ihrem Smartphone koppeln, sondern müssen die Lifestyle-Actionkamera als Standalone-Gerät nutzen. Für meinen Test habe ich die RE Camera an ein Honor 6 mit Android 4.3 gekoppelt und per iOS App mit einem iPhone 6 Plus. Beides ging problemlos und zügig vonstatten. Über die App kann man die Einstellungen der Kamera verändern und erhält so auch Zugriff auf die geschossenen Fotos und Videos.

Auch wenn es nicht notwendig ist, das Smartphone als Liveview-Monitor einzusetzen, so ist es doch ganz nützlich. Gerade YouTuber werden das Feature sicher gerne verwenden, um etwa den Bildausschnitt zu kontrollieren. Praktisch ist auch das 1/4-Zoll-Stativgewinde. So lässt sich die RE Camera auch auf ein Gorilla Pod schrauben und in den verrücktesten Positionen anbringen.

Bild- und Videoqualität

Neben der einfachen Bedienung sollte natürlich auch die Bildqualität bei einer Action-Kamera oder Lifestyle-Kamera, wie HTC die RE Camera auch gerne bezeichnet, begutachtet werden. Die maximale Fotoauflösung von 16 Megapixeln schafft die RE im 4:3 Format – wer lieber in 16:9 fotografieren möchte, dem stehen „nur“ 12 oder 8,3 Megapixel zur Verfügung. Auch wenn der Sensor mit 1/2.3 Zoll im Vergleich zu zahlreichen Smartphones größer ausfällt, ist die Qualität der Bilder und Videos nicht signifikant besser. Trotzdem reicht sie  aus, um den Alltag zu dokumentieren und die Ergebnisse auf Facebook, Twitter und YouTube zu teilen. Damit ihr Euch selbst eine Meinung bilden könnt, haben wir hier noch Testvideos und -Bilder aufgezeichnet.

Die eingebauten Mikrofone sind für atmosphärische Untermalung ausreichend. Um aber Interviews oder sonstige Dialoge aufzuzeichnen, sind sie wenig geeignet.

Fazit:

Die RE von HTC besticht durch die Optik, das simple Bedienkonzept sowie die sehr schnelle Einsatzbereitschaft. Als ständiger Wegbegleiter, um wichtige Lebensereignisse mit Fotos und Videos zu dokumentieren, ist sie sicher eine sehr gute Alternative zu der Einsteigerversion der GoPro Hero-Serie. So schnell einsatzbereit wie die RE ist weder eine GoPro noch eine Smartphone-Kamera. Mit einer UVP von 199 Euro (bei Amazon gibt es die RE auch schon für 149,- Euro)  ist die RE zwar kein wirkliches Schnäppchen, aber wer eine Action-Cam sucht, die allzeit bereit ist, findet kaum eine bessere Alternative.

Künftig könnte die HTC RE Camera für YouTuber noch etwas interessanter werden: Die Entwickler in Taiwan werkeln fleißig an der Software, um in einem der künftigen Updates der RE App eine YouTube-Livestreaming-Funktion unterzubringen. Damit ließe sich dann wirkliche Live-Action streamen.


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