HTC U Play im Test: das Glanzstück

Her damit !27
HTC U Play: Glas statt Metall
HTC U Play: Glas statt Metall(© 2017 CURVED)

Das HTC U Play hat eine neue auffällige Rückseite erhalten. Sie glänzt. Stark. Was das Mittelklasse-Smartphone außerdem zu bieten hat, erfahrt Ihr im Test.

Die neue U-Serie von HTC löst die One-Serie ab. HTC hat sich nicht nur für einen neuen Namen entschieden, sondern auch für ein neues Gehäusematerial: Glas statt Metall. Zum Einsatz kommt aber kein simples Glas, sondern ein Verbund aus mehreren zusammengepressten, unterschiedlich eingefärbten Glasschichten. So soll die Rückseite nicht nur robust sein, sondern spiegelt das Licht auch stark. Je nach Blickwinkel und Lichteinfall ändert sich das Erscheinungsbild und auch die Farben zeigen unterschiedliche Nuancen. So ist unser Testgerät zwar Tiefschwarz, aber auch Grün- und Blautöne lassen sich erkennen.

Full-HD und Helio P10

Die Glasrückseite hat allerdings einen Nachteil, der unstrittig ist: Sie zieht Fingerabdrücke an. Zudem ist das HTC U Play mit seinem 5,2 Zoll großem Display eigentlich vergleichsweise handlich.

Der Bildschirm verfügt über eine Full-HD-Auflösung und bietet kräftige, natürlich wirkende Farben, eine hohe Detailgenauigkeit und große Blickwinkel. Nur das Schwarz dürfte ruhig noch etwas dunkler sein.

Bei der Hardware wird deutlich, dass es sich beim HTC U Play um ein Mittelklasse-Modell handelt. Als Chipsatz kommt der Helio P10 von Mediatek zum Einsatz. Drei Gigabyte Arbeitsspeicher stehen ihm zur Seite. Gemeinsam sorgen sie dafür, dass das Smartphone für alltägliche Aufgaben genug Leistung hat. Die Nutzeroberfläche ist flüssig animiert, Apps starten mit kurzen Ladezeiten, und auch Spiele wie Asphalt Xtreme lassen sich zocken. Bei Benchmarktests reicht es für mittelmäßige Ergebnisse: 729 und 2839 Punkte bei Geekbench und knapp über 54.000 Punkte bei Antutu. Zum Vergleich: Die aktuellen Flaggschiffe schaffen über 140.000 Punkte.

Alte Süßigkeiten: Marshmallow statt Nougat

Kein Verständnis habe ich dafür, dass HTC das U Play mit Android Marshmallow ausliefert. Fast ein Jahr nach der erste Test-Version und fast ein halbes Jahr nach der finalen Version Android Nougat sollte das neue Betriebssystem keine Frage mehr sein. Da ist es nur ein kleiner Trost, dass das Update demnächst erscheinen soll. Die Sense UI ist wie gewohnt aufgeräumt. HTC verzichtet wie schon beim HTC 10 auf doppelt installierte Apps neben den Google-Diensten.

Die Bedienung erfolgt über einen Homebutton und Softkeys neben ihm und folgt den gängigen Gepflogenheiten von Android. Im Homebutton befindet sich ein Fingerabdrucksensor, mit dem Ihr das HTC U Play schnell und zuverlässig entsperrt. Reichen Euch die 32 Gigabyte interner Speicherplatz, von denen fast 23 Gigabyte für Eure Daten frei sind, nicht aus, könnt Ihr die Kapazität mit einer microSD-Karte erhöhen. Der Akku verfügt mit 2500 mAh über eine durchschnittliche Kapazität und hält einen Tag durch.

Die Boomsound-Lautsprecher waren vor einigen Jahren das Markenzeichen von HTC und einem guten Sound fühlt sich der Hersteller immer noch verpflichtet - inzwischen aber auf anderen Wegen. Statt auf Lautsprecher setzt HTC beim U Play auf Kopfhörer. Da das Smartphone keine Kopfhörerbuchse besitzt, schließt Ihr die mitgelieferten Lauscher am USB-C-Anschluss an. Sie nutzen dessen digitalen Möglichkeiten aus und vermessen mit einer Art Sonar Euer Ohr. "HTC USonic" heißt die Funktion. Und sie funktioniert: Ich musste nur eine Taste drücken und wurde mit einem deutlich verbesserten Klang belohnt.

16 Megapixel im Doppelpack

Beide Kameras des HTC U Play liefern Fotos mit 16 Megapixeln. Während die Frontkamera für Selfies auf einen Ultrapixel-Modus zurückgreifen kann, bietet Euch die Hauptkamera auf der Rückseite einen optischen Bildstabilisator und einen Autofokus mit Phasenerkennung. Bei Tageslicht überzeugen mich die Aufnahmen mit einer hohen Detailgenauigkeit und natürlich wirkenden, kräftigen Farben. Starke Kontraste gleicht die Kamera allerdings nur wenig aus, sodass sich oft die Aktivierung des HDR-Modus lohnt. Für Panorama-Aufnahmen steht Euch dieser aber nicht zur Verfügung. Wird das Licht weniger, kann die Kamera des HTC U Play seine Qualität nicht halten. Spätestens in der Nacht sind die Bilder grobkörnig und verwaschen.

Bei den Selfies, die ordentlich aussehen und die man gerne teilt, lohnt sich der HDR-Modus nicht. Er arbeitet bei der Frontkamera vergleichsweise dezent und dunkelt helle Bereiche nur wenig nach, lässt die schwarze Jacke auf den Testbildern im Gegenzug aber grauer aussehen.

Mit dem Sense Companion hat sich HTC seinen eigenen smarten Assistenten gebaut, den Ihr auch auf dem HTC U Play nutzen können sollt. Allerdings stand er vor dem offiziellen Verkaufsstart am 20. Februar 2017 noch nicht zur Verfügung, sodass ich ihn hier nicht bewerten können.

Fazit

Man kann mit dem HTC U Play zwar zocken, aber auch nach dem Test erschließt sich mir die Namenswahl nicht. Es ist weder ein explizites Gaming-Gerät, noch auf irgendeine Weise verspielt. Stattdessen erhaltet Ihr ein solides Mittelklasse-Smartphone mit auffälligem Design, völlig ausreichender Hardware und guter Kamera. Bis zum Update auf Android Nougat bleibt das alte Betriebssystem der größte Schwachpunkt. Dazu kommt noch eine unverbindliche Preisempfehlung von 449 Euro. Nicht gerade günstig für ein Mittelklasse-Gerät.


Weitere Artikel zum Thema
Galaxy Book: Surface-Konkur­rent von Samsung ist ab sofort erhält­lich
Michael Keller4
Mit dem Galaxy Book setzt Samsung seine "Tab Pro S"-Reihe fort
Auf dem MWC 2017 hat Samsung das Galaxy Book vorgestellt. Nun ist der Tablet-Notebook-Hybride auch hierzulande erhältlich.
OnePlus 5: Das sagt Pete Lau zu den Vorwür­fen
Michael Keller5
Das Design des OnePlus 5 erinnert an das des iPhone 7 Plus
Das OnePlus 5 musste schon vor dem Release viel Kritik einstecken, nicht zuletzt wegen des Designs. Nun äußert sich der OnePlus-CEO zu den Vorwürfen.
Erste ARKit-Apps zeigen: Apple ist bei Augmen­ted Reality weiter als Google
Guido Karsten3
Her damit !6Mit den passenden AR-Apps löst das iPhone in Zukunft den Zollstock ab
Mit iOS 11 erhalten iPhone-Nutzer die Möglichkeit, ARKit-Apps auszuführen. Erste Previews davon machen schon jetzt einen praktischen Eindruck.