HTC Vive Wireless Kit und Vive Tracker im Hands-on [mit Video]

Auf dem Mobile World Congress konnten wir die kabellose Variante der HTC Vive ausprobieren. Auch der neue Vive Tracker, mit dem Ihr Alltagsgegenstände in die virtuelle Realität integrieren könnt, machte im ersten Kurztest eine gute Figur.

Flüssige Roboterkämpfe

So ganz kabellos ist der aktuelle Prototyp dann doch nicht: Von der Brille geht ein kurzes Kabel ab, das mit der Batterie verbunden ist. Klar, irgendwie muss das Headset ja auch mit Strom versorgt werden. Diesen Akku dürft Ihr in Eure Hosentasche stecken. Mir ist dieser momentan noch viel zu groß. Steckt man das Teil in die Tasche und geht in die Hocke, wird es unangenehm. Aber in der finalen Version soll dieser noch verkleinert werden.

Das Kabel geht nur vom Headset zur Hosentasche.(© 2017 CURVED)

Im Vorfeld waren wir davon überzeugt, dass es Verzögerungen in der Übertragungsrate geben wird – doch davon war nichts zu spüren. Alles lief flüssig. Wir haben allerdings nur ein Spiel probieren können, bei dem man als Spieler nicht herumläuft, sondern sich nur dreht und in die Hocke geht, um zu schießen und sich zu ducken. Die uns entgegenkommenden Roboter bewegten sich flüssig. Technisch gesehen wird das Bildsignal unkomprimiert mit WirelessHD (60 Ghz, bis zu 3,5 Gigabyte pro Sekunde) übertragen. Transmitter und Receiver brauchen dafür permanenten Sichtkontakt. Entwickelt wird das Addon übrigens nicht direkt von HTC, sondern vom chinesischen Partner TPCast.

Spieler 2 kommt per Smartphone dazu

Wer das Geld in die Hand nimmt und sich eine VR-Brille samt PC zulegt, weiß wie ein Portemonnaie bluten kann. Dass unsere Freunde auch so viel Geld ausgeben, ist dadurch recht unrealistisch. So enden Spielesession meist damit, dass einer in der VR Spaß hat, während die Freunde warten, dass sie an der Reihe sind. Jetzt könnt Ihr mit Eurem Smartphone am Spiel teilnehmen.

HTC Vive und Smartphones: Der neue Tracker wurde hier an die Plastikwaffe gekoppelt(© 2017 CURVED)

Vor kurzem präsentierte HTC auch einen kabellosen Tracker, den Ihr auf Alltagsgegenstände packen könnt, um diese als Objekte ins Spiel zu integrieren oder andere Körperteile im Spiel sichtbar zu machen. Bei unserer Demo saß dieser an einer kleinen Plastikwaffe. Darauf klemmt Ihr Euer Smartphone und taucht somit ebenfalls in dasselbe Spiel ein. Der Spieler, der die VR Brille trägt, erkennt Euch durch den Tracker an der Waffe. So rennt Ihr Euch nicht gegenseitig über den Haufen.

HTC Vive und Smartphones: Während ein Spieler die Brille trägt, kann der andere am Handy mitzocken(© 2017 CURVED)

Die Spieledemo hieß "Cover me". Hier steht Ihr auf einer Fläche und von den Seiten kommen Gegnerwellen auf Euch zu, die Ihr abschießen müsst. Es gibt auch Punkte – wer von Euch also die meisten Gegner eliminiert, gewinnt. Ein dritter Spieler kann übrigens auch als Beobachter am Spiel teilnehmen. Er kann sich wahlweise die Sicht vom VR-Spieler oder von Smartphone-Spieler auf sein Tablet streamen.

HTC Vive und Smartphones: Das kleine Display war vor allem bei dem Beispiel-Shooter schwer zu erkennen(© 2017 CURVED)

Spannend wird es auch, wenn Ihr keine Lust habt, Euer Zimmer für das VR-Spiel auszuräumen. Ihr könnt zum Beispiel Stühle als Block markieren und diesen dann als Deckung benutzen.

Preis und Verfügbarkeit

Entwickler können den Tracker ab dem 27. März für 120 Euro kaufen. Endkunden bekommen diesen erst später im Jahr. Damit will der Hersteller sichergehen, dass bis zur Markteinführung genug Zubehör und Einsatzmöglichkeiten für den Tracker entwickelt wurden.

Das kleine Addon, damit Eure Brille kabellos wird, kostet etwa 250 Dollar und erscheint im Sommer. Der Akku soll hier für etwa eineinhalb Stunden Zocken reichen. Die größere Variante mit fünf Stunden Akkulaufzeit soll später im Jahr erscheinen.

Vorläufiges Fazit

Wer noch keine HTC Vive hat, aber unbedingt eine kaufen möchte, sollte sich die kabellose Variante ansehen. Der Vorteil nicht mehr über das Kabel zu stolpern ist schon praktisch. Ich persönlich warte allerdings auf die nächste Generation der VR-Brillen in der Hoffnung, dass dann die Auflösung endlich besser ist. Dass man beim Spielen jeden Pixel so präsent wahrnimmt, nervt mich ziemlich – und dafür ist mir die Vive noch viel zu teuer.


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