Huawei Ascend P6: Selfie-Smartphone, das länger hält

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5-Megapixel-Kamera mit "Beauty Mode" - das Killer-Feature für Selfie-Süchtige.
5-Megapixel-Kamera mit "Beauty Mode" - das Killer-Feature für Selfie-Süchtige.(© 2014 CURVED)

Die Suche nach den Alternativen scheint grenzenlos: Das iPhone ist auch im achten Jahr nach dem Launch noch der Goldstandard – doch Goldstandards haben eben ihren Preis.  Stolze 599 Euro kostet Apples Mittelklasse-iPhone, das quietschbunte  5c in Plastikverbauung immer noch – eine Stange Geld für nicht mal das beste Apple-Smartphone, das als iPhone 5s 100 Euro höher startet.

Huawei spendiert der Generation Instagram eine 5 Megapixel Front-Kamera und ein Killerfeature: den Beauty Mode für alle Selfie-süchtigen Smartphone-Fotografen

Entsprechend hat die Android-Welt, die nach Marktanteilen inzwischen himmelweit vorne liegt, ein leichtes Spiel. Samsung reitet seit Jahren auf der Erfolgswelle, bekommt jedoch inzwischen auch aus China gehörige Konkurrenz. Der 1988 gegründete Telekomkonzern Huawei ist bereits nach Samsung und Apple die Nummer Drei der Branche – und meint es sehr ernst: Wachstum von zumindest zehn Prozent streben die Chinesen an.

Ascend P6: Vom Design fast schon ein iPhone 5-Nachfolger

Flaggschiff der neuen Smartphone-Macht: Das Ascend P6, das seit vergangenem Sommer im Handel ist. Wie gut ist Chinas Antwort auf das iPhone bzw. Galaxy S4 nun? Vor allem der Preis ist das schlagende Argument: Für ganze 260 Euro ist das Ascend P6 inzwischen ohne Vertrag zu haben. Trotzdem ist das China-Android-Smartphone, das ganze 118 Gramm wiegt und damit nur 5 Gramm schwerer ist als das iPhone 5s, kein Billig-Gerät.

Im Gegenteil: Das Ascend P6 könnte vom Design fast wie ein iPhone-Nachfolger durchgehen und ist mit einer Dicke von 6 mm sogar noch flacher als das iPhone 5s. Es kommt mit einem stabilen Aluminiumrahmen daher, der schon beim iPhone 4 überzeugt hatte. Im Gegensatz zu Bestseller-Modellen wie dem Galaxy S4 oder HTC One kommt das Gehäuse ganz ohne Kunststoff aus und ist wie das iPhone 5s aus Metall. Für Nutzer, denen edles Design wichtig ist, ist es also die einzige Alternative zum iPhone.

Fast 2 Zentimeter größeres Display als beim iPhone

Der große Vorteil gegenüber dem fast dreimal so teuren iPhone: Das Huawei Ascend P6 reitet auf der Welle der immer größeren Displays. 4,7 Zoll (11,9 cm) ist die Bildschirmdiagonale des Ascend P6 groß – und damit fast zwei Zentimeter größer als beim iPhone, was eine App-Reihe in Höhe und Breite ausmacht. Obwohl das P6 nur HD-Auflösung anbietet, ist die Pixeldichte mit 313 ppi fast so hoch wie beim iPhone 5c (326 ppi). Vor allem Fotos und eine Foto-App wie Instagram machen auf dem Ascend P6 einfach mehr Spaß.

Das gilt auch in der Anwendung. Die Hauptkamera ist deutlich besser als beim iPhone 5c – insbesondere bei schlechten Lichtverhältnissen und in Räumlichkeiten. Hier ist das Huawei Ascend P6 im HDR-Modus dem iPhone 5c und sogar 5s überlegen, obwohl die Auflösung bei beiden mit 8 Megapixeln gleich hoch ist.

Killerfeature "Beauty Mode" dank 5 Megapixel-Frontkamera

Das eigentliche Highlight jedoch: Das Ascend P6 besitzt eine der besten Frontkameras überhaupt, die es auf 5 Megapixel bringt. Doch da ist noch mehr: Huawei ergänzt die Front-Kamera um eine besondere Funktion – den sogenannten „Beauty Mode“, ein Killerfeature für die Selfie-süchtige Instagram-Generation. Besonders Frauen dürften dem erstaunlich vorteilhaften Verfremdungseffekt, der Augenringe, Falten oder äußere Makel wie ein Photoshop-Profi beseitigt, Gefallen finden.

Als wäre es ein iPhone-Nachfolger: Look und Feel des Huawei P6 machen was her.

Und es gibt noch mehr Pluspunkte für das 260-Euro-Smartphone:

Der Akku: Die erstaunlich schwache Akkuleistung des iPhone 5, die auch beim Nachfolger 5s nur marginal verbessert wurde, ist ein Hauptgrund gegen das iPhone. Es erscheint bis heute schwer nachvollziehbar, warum sich Apples Akkuleistung seit dem iPhone 4S tatsächlich verschlechtert hat. Huawei hat so schlagende Argumente klar auf seiner Seite: Das Ascend P6 ist zwar auch kein Akkuwunder, hält aber etwa einen Tag bei intensiver Nutzung (iPhone dagegen 4 bis 5 Stunden).

Ein guter Service dazu: Der Hinweis auf leistungshungrige Apps, der beim iPhone fehlt. Wer den Ratschlägen folgt (etwa: kaum Widgets auf den Homescreens verwenden), hat mehr von seinem Smartphone. Beim iPhone werden – im Gegensatz zum neuen stationären Betriebssystem Mavericks – keine ähnlichen Lösungen angeboten.

Telefon-Qualität: Telefonate scheinen besser durchzukommen. Es gab Situationen, in denen das iPhone bei bester Netzabdeckung passen musste und Anrufe beim Huawei durchgingen.

Benachrichtigungs-LED: Wer kennt das nicht auf dem iPhone: Ist eine neue Nachricht eingetroffen oder nicht? Also: Homebutton drücken – keine Nachrichten; oben rechts abschalten – total nervig. Natürlich gibt es die Benachrichtigungsfunktion, aber eben nur, wenn man sie in dem Augenblick auch auf dem Display wahrnimmt. Beim Android genügt ein kurzer Blick auf das Smartphone und man erkennt , ob eine neue Nachricht eingetroffen ist. Das Gerät muss man dafür nicht in die Hand nehmen: es leuchtet.

Man kann das iPhone auf dem Schreibtisch neben sich liegen lassen und sieht ggf. direkt, ob eine interessante Nachricht eingetroffen ist, ohne das Gerät anzufassen. Verpasst man hingegen diese Benachrichtigung, liegt da Android mit der LED vorne.

Google Now: Zwar gibt es Googles persönlichen Assistenten beim iPhone auch als App, die Integration ist aber naturgemäß in der Android-Umgebung besser gelungen. Google Now ist ein echtes Killerfeature:  Wichtige Infos (z.B. Flugnummer, Verspätung, Wetter, Versandinfos) werden ohne weitere Web-Suche mit einem Wisch angezeigt.

Handschuhbedienung: Und noch ein Pluspunkt gerade in diesen kalten Wintertagen: die Möglichkeit der Handschuhbedienung. Dafür braucht es beim iPhone schon Spezialhandschuhe.

Huawei P6 schlägt iPhone 5c in Preis und Kameraausstattung

Es hat viele Jahre gebraucht, bis ein richtiger iPhone-Killer auf den Markt kam. Im Jahr acht nach Einführung sind zwischen Android-Geräten und dem iPhone keine Performance-Unterschiede mehr zu erkennen. Auch die Bedienung ist längst vergleichbar. Der Unterschied zwischen iOS 7 und Android gleicht also dem zwischen Barcelona und Real Madrid – es ist eine Geschmacksfrage.

Im Vergleich zu ähnlich teuren, aber wenig wertig verarbeiteteten  Smartphones, wie sie Samsung mit seinem Plastik-Galaxy anbietet, erscheinen die Wechselargumente kaum zwingend. Anders ist die Lage nun zwischen dem edel verarbeiteten Huawei Ascend P6 und etwa Apples eigenem Plastik-Smartphone: dem immer noch doppelt so teuren iPhone 5c. Die Leistung hinkt hinter dem P6 doch her: Insbesondere die vollkommen veraltete iKamera oder der schlechte Akku machen das iPhone zur zweiten oder sogar dritten Wahl. Man bekommt weniger Leistung zum etwa doppelten Preis.

Dieses Killerargument lässt sich wohl nur von eisenharten Apple-Fans entkräften, denen die Zugehörigkeit zur Apple-Welt und dem iTunes-Ökosystem wichtiger sind. Für flexible Nutzer, die nicht vom Dogma der Apple-Welt bestimmt sind, ist das Huawei Ascend P6 eine echte Alternative oder das ideale Einstiegssmartphone, das in wenigen Wochen mit dem Mate 2 einen 6 Zoll großen Phablet-Bruder bekommt.

Im April soll dann bereits der Nachfolger P7 auf den Markt kommen, der mit einer Frontkamera von 8 Megapixeln und einer Hauptkamera von 13 Megapixeln mit 5 Zoll großem Display ausgeliefert wird. Es könnte ein langer Frühling und Sommer für Apple bis zum iPhone 6-Launch werden…


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