Huawei Honor T1 im Test: Viel Tablet für nur 130 Euro

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Günstiges Tablet mit 8 Zoll Display und HD-Auflösung.
Günstiges Tablet mit 8 Zoll Display und HD-Auflösung.(© 2015 CURVED)

Huawei will für das Honor T1 nur 130 Euro haben. Dafür bekommt Ihr ein Tablet mit 8-Zoll-Display, einem Quadcore-Prozessor, einer 5-Megapixel-Kamera und vier Designs für die Nutzeroberfläche. Ob das ein guter Deal ist? Unser Test verrät's.

Auf die zwei Smartphones Honor 6 und dem Honor 3C lässt Huawei mit dem Honor T1 das erste Tablet seiner neuen Marke folgen. Nachdem schon die beiden Smartphones in der Redaktion für gut befunden wurden, bin ich gespannt, wie sich das Tablet schlägt.

Kunststoffgehäuse mit Metalloptik

Das Honor T1 ist dezent schick und wirkt mit der Kombination aus Weiß und Silber sehr leicht. Spätestens in der Hand bemerkt man aber, dass nicht nur die weißen Bereiche aus Kunststoff bestehen, sondern auch die Rückseite mit Metalloptik. Das Tablet liegt gut in der Hand, ist aber kein wirklicher Handschmeichler.

So spürt man die Übergänge zwischen dem silbernen und weißen Kunststoff auf der Rückseite deutlich, und auch der Rand fühlt sich nicht schön an. Die Kante, an der die Rundung der Rückseite beginnt, ist zu hart und drückt sich zu sehr in die Finger rein.

Das acht Zoll große Display des Honor T1 hat zwar eine HD-Auflösung von 1280 x 720 Pixeln, schaut man sich allerdings zum Beispiel Buchstaben genau an, fällt auf, dass die Kanten unscharf sind. In der täglichen Nutzung mit einem typischen Abstand von mindestens 30 Zentimetern zu den Augen, fallen diese Unschärfen aber nicht störend auf.

Mich dagegen stört es im Alltag mehr, dass die Blickwinkelstabilität nicht die beste ist. Zwar kann man den Displayinhalt bei einem Blickwinkel von rund 70 Grad noch erkennen, doch bereits zwischen 10 und 15 Grad ist eine deutliche Veränderung der Farben zu bemerken.

Quad-Core-Prozessor und Stromsparfunktionen

Bei einem Preis von 130 Euro darf man keine Hardware der Spitzenklasse erwarten. Aber keine Sorge, auch wenn der Quad-Core-Prozessor nur mit 1,2 Gigahertz getaktet ist und nur einen Gigabyte Arbeitsspeicher an seiner Seite hat, die Nutzeroberfläche läuft fix und ruckelfrei. Auch die weit verbreiteten Apps lassen sich problemlos benutzen. Die mitunter etwas längeren Wartezeiten stören nicht und fallen nur auf, wenn Ihr ein schnelleres Gerät direkt daneben liegen habt.

Im Antutu-Benchmark erreicht das Honor T1 16.158 Punkte und sortiert sich damit im unteren Mittelfeld ein. Selbst Spiele mit aufwändigerer Grafik lassen sich spielen - jedoch meistens nicht mit der höchsten Bildqualität. Mein Lieblingsspiel zum Vergleich der Grafikleistung, das Rennspiel Asphalt 8, stürzt auf dem Tablet allerdings immer ab und lässt sich nicht spielen. Alle anderen Apps, die ich gestartet hatte, liefen fehlerfrei, so dass ich von einem Einzelfall ausgehe.

Das Honor T1 verfügt über einen 16 Gigabyte großen internen Speicher. Davon stehen Euch zwölf Gigabyte für Eure Daten zur Verfügung, was eine gute Quote ist, die nicht alle Geräte mit dieser Speichergröße bieten. Bei Bedarf könnt Ihr die Kapazität mit einer microSD-Karte noch erweitern – allerdings nach Herstellerangaben nur um maximal 32 Gigabyte, was bedeutet, dass der Kartenschacht mit microSDXC-Karten nicht zurecht kommt, was inzwischen aber Standard sein sollte.

Sollte der Speicherplatz einmal knapp werden, findet Ihr im Tablet-Manager ein Werkzeug, das Euch hilft, den Speicher zu bereinigen. Es löscht den Cache sowie App- und Systemreste und hilft beim Entfernen von nicht mehr benötigten Apps und App-Paketen. Zusätzlich bietet das Tool an, große Dateien, wie zum Beispiel Videos, zu komprimieren und so Platz zu sparen.

In meinen Augen sind Tablets keine mobilen Geräte, um Fotos aufzunehmen. Deswegen kann ich die Entscheidung von Huawei auch nur schwer nachvollziehen, beim Honor T1 eine Rückkamera mit fünf Megapixeln und eine Frontkamera mit 0,3 Megapixeln zu verbauen. Ich würde ein Tablet viel eher für Videochats gebrauchen als zur Aufnahme von Video und Bildern  – deswegen kann ich gut auf die Kamera auf der Rückseite verzichten und würde mich viel mehr über einen 5-Megapixel-Sensor auf der Vorderseite freuen, den Aufnahmen mit 0,3 Megapixeln will ich meinen Gesprächspartnern nicht antun.

Wenn man nicht gerade ohne Unterbrechung Spiele zockt, kommt man mit dem 4800-Milliamperestunden-Akku des Honor T1 gut über den Tag. Bei sehr intensiver Nutzung machte die Batterie spätestens nach sieben Stunden schlapp, hält man sich ein wenig zurück könnte man mit ihr sogar zwei Tage überstehen.

Damit Ihr möglichst lange etwas von dem Tablet habt, hat Huawei mehrere Stromsparfunktionen im Tablet-Manager versteckt. Zur Auswahl stehen drei Modi für ein eine maximale, eine ausgewogene oder eine reduzierte Leistung der Hardware. Darüber hinaus zeigt das Tool im Hintergrund laufende energiehungrige Apps an, natürlich mit der Option sie zu beenden. Zusätzlich gibt es eine Liste mit Anwendungen, die weiter laufen dürfen, wenn der Bildschirm ausgeschaltet ist.

Design mit einem Fingerdruck verändern

Bei der Software setzt Huawei leider auf Android 4.3 Jelly Bean. Das funktioniert zwar, ist aber nicht mehr zeitgemäß und führt dazu, dass Apps, die mindestens Android 4.4 KitKat benötigen, sich nicht installieren lassen. Zu einem möglichen Update auf Android 5.0 Lollipop oder wenigstens KitKat äußerte sich der Hersteller bisher noch nicht.

Gefällt Euch die Optik von Huaweis Nutzeroberfläche Emotion UI nicht, müsst Ihr nicht zwangsweise selber Hand anlegen und das Design verändern. Auf dem Honor T1 stehen vier verschiedene Designs zur Auswahl, durch die Ihr nicht nur das Hintergrundbild, sondern auch die Icons der systemeigenen Apps verändert. Der weniger schöne Rahmen um die Icons von Drittanbieter-Apps bleibt bestehen und lässt sich beim Designkonzept von Huawei nicht vermeiden, da die externen Logos nicht im nötigen Format vorliegen.

Die virtuellen Tasten sind immer auf dem Display zu sehen. Das ist zwar einerseits praktisch, weil man so immer weiß, wo man drücken muss. Andererseits wird die Fläche zur Anzeige von bildschirmfüllenden Apps oder Filmen unnötig verkleinert. Ich persönlich mag es, wenn sie sich nach kurzer Zeit ausblenden und zusammen mit der Statusleiste, die auch beim Honor T1 verschwindet, erst wieder erscheinen, wenn ich von oben in das Display herein wische.

Für den Preis ein sehr gutes Tablet

Mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von 130 Euro ist das Honor T1 sehr günstig, sodass man geneigt ist, den einen oder anderen Mängel zu akzeptieren. So ist das Kunststoffgehäuse nicht ganz perfekt verarbeitet, und das Display hat nicht die größten Blickwinkel, aber die Hardware ist schnell genug, um fast alle Apps nutzen zu können.

Im Feld der Tablets für weniger als 150 Euro würde ich das Honor T1 hinter dem Tolino Tab 7 einordnen, und da dieses höchstens noch in Restbeständen verfügbar ist, ist das Tablet von Huawei trotz der Kritik eine klare Kaufempfehlung in dieser Preisklasse.


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