Das Huawei Matebook E im Test

UPDATEHer damit !11
Das Matebook E von Huawei
Das Matebook E von Huawei(© 2017 CURVED)

Tablets sind out, Hybriden in: Das könnte man zumindest meinen, wenn man auf die Produktpaletten eben jener Hersteller blickt, die in den vergangenen Jahren noch mit Tablets um die Gunst der Nutzer gekämpft haben. Während Huawei seine MediaPad-Reihe nur noch mit kleinen Updates versorgt, gibt man im Notebook-Segment ordentlich Gas.

Oder treffender formuliert: Man macht dem Notebook-Segment weiter Konkurrenz. Und damit letzten Endes auch dem anderen, neuen Matebook mit dem Zusatz "X". Dabei handelt es sich um das erste Laptop aus dem Huawei. Das Matebook E wiederum ist der eigentliche Nachfolger des ersten Matebooks aus 2016. Das heißt: Es lässt sich als Notebook und als Tablet verwenden.

Look & Feel

Schick ist es, das Matebook E. Die von uns getestete Variante kam mit goldenem Gehäuse und brauner Hülle, die innen Weiß ausgestattet ist. Das passt zum weißen Rahmen um das Display. Allerdings, kein Wunder, ist eine weiße Tastatur mit weißem Trackpad und weißer Handballenablage extrem anfällig für Schmutz. Eine schwarze Ausführung, wie die des Vorgängers, gibt es in diesem Jahr nicht. Davon abgesehen ist die Verarbeitung rundum hochwertig. Das Alugehäuse des Tablets kommt an Vorder-und Rückseite mit abgeschliffenen Kanten, die für Grip sorgen. Der Goldton wirkt nicht billig, ebenso die Lederoptik der Tastatur. Auch gefällt mir der Braunton der Hülle.

Was mich hingegen überhaupt nicht überzeugt, ist das Scharnier auf der Rückseite der Hülle. Damit lässt sich der Displaywinkel relativ frei einstellen. Eigentlich praktisch. Doch die Handhabung ist alles andere als komfortabel. Zum einen braucht es so viel Kraft, dass man davon ausgehen kann, dass der Mechanismus nach einigen hundert Öffnungen verbogen ist. Zum anderen muss man das Display mit der anderen Hand festhalten, weil es so viel Kraft braucht, dass sich sonst die Hülle vom magnetischen Pogo-Pin auf der Tabletunterseite lösen würde.

Weil Huawei diese neuen Mechanismus einsetzt, ist im zugeklappten Zustand auch nicht mehr die Gehäuseseite geschützt, wie es beim Vorgänger der Fall war. Das ist auch bei einem Surface Pro oder iPad Pro der Fall. Doch dieser Kladden-Look des 2016er-Matebooks hatte in meinen Augen einen klassischen Chic.

Mit einer Dicke von 6,9 Millimetern liegt es gleichauf mit dem iPad Pro. Beim Gewicht kommt das Huawei-Tablet auf 640 Gramm, liegt aber mit Tastatur bei 1100 Gramm. Ob mit oder ohne Tastaturhülle: Neben dem Powerbutton und den Knöpfen für die Lautstärke hat Huawei einen USB-C-Anschluss verbaut. Der Hersteller legt einen entsprechenden Dongle mit einem regulären USB-Anschluss sowie einem VGA-, HDMI- und weiteren USB-Typ-C-Port. Die Hardware

Das Display

...ist über jeden Zweifel erhaben. 2160x1440 Pixel auf 12 Zoll sorgen bei diesem IPS-Display für ein knackscharfes Bild mit guten Kontrasten. Auch bei Videos kann der Bildschirm punkten. Im Vergleich mit dem Panel im iPad Pro spiegelt mir der Screen allerdings zu stark, um damit auch im Freien ungestört zu arbeiten.

Der Prozessor

Bei Hybriden steckt die gesamte Technik im Displaypart. Schließlich muss das Gerät auch ohne Tastatur und Hülle funktionieren. Damit einher gehen meist auch Einbußen in Sachen Performance gegenüber der Notebook-Konkurrenz. Die sind umso spürbarer, weil auf dem Matebook kein Android, sondern ebenfalls Windows 10 läuft. Das Huawei MateBook E verfügt über einen Core-i5-Prozessor. In der Variante Core i5-7Y54 ist der Chipsatz vor allem eines: stromsparend. Allzu viel Leistung bringt das Gerät damit nicht auf die Straße. Für Office-Anwendungen reicht die Hardware vollends aus. Die verbauten vier Gigabyte RAM sind allerdings recht knapp bemessen und mit vielen geöffneten Tabs im Browser und laufendem Office auch permanent ausgefüllt. So liefert der Huawei-Hybrid nicht so viel Leistung wie die Konkurrenten Microsoft Surface Pro und Samsung Galaxy Book. Schneller als die meisten Tablets ist es aber allemal.

Die Lautsprecher

...erwähnen wir meist nur mit einem Satz, wenn sie denn ihre Arbeit gut verrichten. Leider fallen sie beim Matebook E negativ auf. Sie strahlen im Notebook-Modus im Paar nach oben ab. Doch wer einmal den harman&kardon-Sound aus einem MediaPad von Huawei gehört hat, wird enttäuscht sein. Der Klang ist blechern, Bass ist fast nicht vorhanden. Einfach schade, wenn ein hervorragendes Display doch eigentlich zum Filmeschauen einlädt. Da klingen die vier Lautsprecher im iPad Pro um Welten besser.

Die Tastatur

...hat im Vergleich zum Smart Keyboard von Apple einen großen Vorteil: Sie verfügt über eine Hintergrundbeleuchtung, die sich in zwei Stufen heller oder eben ganz ausschalten lässt. Der Hub ist gut, auch lässt sich mit der Größe gut arbeiten. Das Trackpad reagiert unverzüglich auf Eingaben, allerdings braucht es für meinen Geschmack etwas zu viel Kraft bei einem Klick.

Der Akku

Die nackten Zahlen: 33.7Wh (4430mAh@7.6V). Zusammen mit einem Prozessor, der fürs Stromsparen gebaut wurde, verspricht man sich da eigentlich lange Laufzeiten. Doch nach rund dreieinhalb Stunden ist in der Regel Schluss. Ein Dauerläufer ist das Matebook E also nicht – dem energiehungrigen Display sei Dank.

Die Software

Huawei installiert Windows 10 auf dem Matebook E. Das lässt sich darauf genauso gut bedienen, wie auf jedem anderen Windows-Laptop. Ergänzt wird das Software-Angebot sinnvoll um den Matebook Manager. Er verwaltet unter anderem Treiber-Updates und rät nachdrücklich zur Aktualisierung, sollten diese veraltet sein. Ganz und gar nicht sinnvoll ist die Partitionierung der Festplatte. Von den 256 Gigabyte der verbauten SSD entfallen 142 GB auf die zweite Partition. Das bedeutet wiederum, dass sich die nur 96 GB der Systempartition sehr schnell füllen. Zum Start sind schon 57,4 GB belegt. Hier lohnt sich was eine Neuinstallation mit vorangegangener Neupartitionierung.

Davon abgesehen fallen in der Benutzung von Windows 10 auf dem Matebook E keine Einbußen auf. Allerdings kommt man bei der technischen Ausstattung auch nicht auf die Idee, rechenintensive Spiele zu zocken. Der Hybrid ist ganz klar als mobiles Office ausgelegt.

Fazit

Während uns das Matebook X überzeugt hat, wirkt das Matebook E ein wenig lieblos überarbeitet. Zwar erlaubt das neue Scharnier mehr Freiheiten beim Betrachtungswinkel. Auch überzeugen Display, Verarbeitung und die Tastatur in der Hülle. Dafür machen die zahmen Lautsprecher das Matebook als Medientablet zur bedingt geeignet. Zudem macht die mäßige Akkuleistung all jenen ein Strich durch die Rechnung, die den Hybrid unterwegs auch mal länger ohne Steckdose betreiben müssen. 1200 Euro ruft Huawei dafür auf. So viel kostet auch ein iPad Pro mit 12,9 Zoll und Tastatur. Zum Vergleich: 1399 Euro werden für das MateBook X fällig. Nachdem wir beide Huawei-Neuzugänge getestet haben, müssten wir festhalten: Auch wenn es 200 Euro mehr sind, scheinen diese auch besser investiert zu sein – außer man will das E-Modell häufig auch als reines Windows-Tablet ohne Tastatur nutzen.

Weitere Artikel zum Thema
Huawei MateBook X und MateBook E sind nun erhält­lich
Christoph Lübben
Das Huawei MateBook E kann auch mit einem Stylus bedient werden
Das Huawei MateBook X und das Huawei MateBook E sind ab sofort auf dem Markt. Beide Geräte sind gut ausgestattet, jedoch nicht günstig.
Huawei MateBook E: Neues Conver­ti­ble-Tablet erscheint Ende Juni
Michael Keller1
Das Huawei MateBook E soll einen besseren Neigungswinkel bieten als der Vorgänger
Zusammen mit dem MateBook X hat Huawei auch ein neues 2-in-1-Gerät vorgestellt: Das MateBook E soll nicht zuletzt bei der Video-Wiedergabe glänzen.
Huaweis neues Top-Smart­phone soll ausse­hen wie das iPhone X
Guido Karsten7
Hier ist noch keine Notch: Das Huawei Mate 10 Pro besitzt über dem Bildschirm zumindest noch einen schmalen Rand
Auch Huawei will die Bildschirmränder verschwinden lassen. Dabei greift der Hersteller womöglich bald auf ein Designelement des iPhone X zurück.