Huawei MateBook X im Test [mit Video]

Das Huawei MateBook X ist kleiner als ein A4-Blatt und ähnelt Apples MacBook. Ist es mehr als eine Kopie mit Windows? Wir haben ein paar Tage mit Huaweis erstem Notebook verbracht.

Bisher hat Huawei mit dem MateBook auf die Kombination aus Tablet und Tastatur gesetzt. Ein Hybrid eben. Nun folgt mit dem MateBook X der erste richtige Laptop. Das X steht für "eXtreme", ein Hinweis auf die laut Hersteller starke Leistung des kleinen MacBook-Konkurrenten.

Klein und kompakt

Dabei könnt das "X" auch für "extrem kompakt" stehen: Elf Millimeter kürzer als eine A4-Seite und dann auch noch dünner als die Konkurrenz von Apple ist das "X". Es ist lediglich 150 Gramm schwerer als das 12-Zoll MacBook, hat jedoch einen 13,3-Zoll Bildschirm.

Insgesamt ist das MateBook X sehr gut verarbeitet. Das Gehäuse fühlt sich hochwertig an und sieht auch so aus. Besonders der Bildschirm hat uns sehr gefallen. Das 13-Zoll-Display löst mit 2160 x 1440 Pixeln auf und ist scharf und kontrastreich. Auch die Farben sehen auf dem blickwinkelstabilen IPS-Panel sehr ansprechend aus. Das Display hat sehr schmale Ränder (4,4mm) und durch sein 3:2-Format laut Huawei eine größere Bildfläche als Apples Notebook derselben Größe im 16:9-Format. Leider spiegelt es sehr, was das Arbeiten im Freien einschränkt. Schade ist auch, dass sich das MateBook X nicht allzu weit aufklappen lässt.

Performance und Anschlüsse

Am Huawei MateBook X finden wir nur drei Anschlüsse: einen Kopfhörerausgang und zwei USB-Ports Typ C. Leider kommt hier noch der ältere Standard USB 3.1 Generation 1 (vormals USB 3.0) zum Einsatz. Schade für ein Gerät, das sich sonst so fortschrittlich präsentiert. Und alles andere als "extrem". Der USB-Anschluss auf der linken Seite ist zudem nur für den Stromanschluss verwendbar, die Videoausgabe funktioniert nur am rechten Anschluss. Immerhin: Huawei legt einen Adapter für weitere Anschlüsse (USB-Typ-C, USB-Typ-A, HDMI, VGA) bei.

Für die Rechenleistung kommt Intels i5-7200U Prozessor (2,5 - 3,1 GHz) zum Einsatz. Für die Grafik sorgt die integrierte HD 620. Acht Gigabyte Arbeitsspeicher runden die Ausstattung ab. Für Eure Daten steht Euch eine SSD mit 256 Gigabyte zur Verfügung. Vorinstalliert ist Windows 10. Sehr stolz ist man bei Huawei außerdem darauf, dass kein Lüfter zum Einsatz kommt. Der Laptop wird komplett passiv gekühlt und ist dadurch nicht hörbar.

Die Leistung des Huawei MateBook X reicht zum Arbeiten völlig aus(© 2017 CURVED)

Diese Ausstattung reichte im Test zum Arbeiten komplett aus. Im Benchmark mit PC Mark 8 erreichte das Gerät im Work-Modus 2898 Punkte, im Home-Test 2631 Punkte. Möchtet Ihr zwischendurch aber auch gern mal das ein oder andere Spiel zocken, wird es zwecks fehlender Grafikkarte schwierig. Doch die HD 620 GPU sorgt immerhin dafür, dass auch Spiele wie "Overwatch", "Die Sims 4", "Tomb Raider" oder "BioShock Infinite" auf niedrigsten Grafikeinstellungen laufen. Allerdings müsst Ihr dafür auch die Auflösung auf 1280 x 720 Pixel oder sogar 1024 x 768 Pixel herunterstellen.

Im Akkutest kam das Huawei MateBook X auf 4:46 Stunden. Im normalen Betrieb hielt es etwa acht Stunden(© 2017 CURVED)

Bei normaler Benutzung, also Textverarbeitung und Surfen im Netz, reichte der Akku um die acht Stunden. Schaut Ihr Filme oder Youtube-Videos, wird die Laufzeit etwas geringer ausfallen. In unserem Benchmark-Test mit PC Mark 8 Work kamen wir auf 4:46 Stunden bei mittlerer Bildschirmhelligkeit.

Tastatur und Touchpad

Bei dem kleinen Formfaktor des Huawei MateBook X bleibt nicht viel Platz für eine Tastatur. Doch sie fügt sich gut ins Design ein und hat dieselbe Farbe wie das Gehäuse. Mir persönlich ist sie allerdings zu flach. Der Hub ist sehr kurz, längeres Tippen wurde anstrengend. Die Pfeiltasten für hoch und runter sind sehr klein geraten und eigentlich nur halbe Tasten, da sie sich den Platz für eine Taste teilen müssen. Außerdem sind die Tasten "Strg" und "Fn" vertauscht. Das führt zu Problemen, wenn Ihr an bestimmte Shortcuts gewöhnt seid.

Die Tastatur gehört zu den Schwachstellen des Huawei MateBook X(© 2017 CURVED)

Das Touchpad machte dagegen einen sehr guten Eindruck. Es ist glatt, sodass man schnell mit dem Finger darübergleiten kann. Der Mauszeiger stoppt dennoch sofort, wenn Ihr den Finger anhaltet oder loslasst. Gesten werden ebenfalls unterstützt. Es gibt zwar keine separaten Maustasten, aber an das Klickpad konnte ich mich gut gewöhnen.

Der Fingerabrucksensor sitzt in der Power-Taste(© 2017 CURVED)

Sehr gut gelungen ist auch der Fingerabdrucksensor. Er sitzt in der Power-Taste und ist mit Windows Hello verknüpft. Das Entsperren des Laptops funktionierte stets zuverlässig. Beim Booten ist der Laptop innerhalb von wenigen Sekunden hochgefahren.

Guter Sound durch Dolby Atmos

Laptop-Lautsprecher überzeugen selten mit gutem Klang. Doch beim Huawei MateBook X kommt zum ersten Mal Dolby Atmos zum Einsatz. Hier werden Motoren verwendet, um die Lautsprecher, die sich in einer Leiste vor dem Bildschirm über der Tastatur befinden, auszurichten. Besonders die Sprache ist deutlicher wahrzunehmen als bei anderen getesten Laptops. Das MateBook X liefert einen lauten, aber auch angenehmen Klang. Natürlich keinen Kinosound, doch mit dem Huawei-Laptop habe ich unterwegs im Hotel auch gerne ohne Kopfhörer einen Film geschaut.

Über ein Programm könnt Ihr den Klang des Laptops einstellen(© 2017 CURVED)

Für Feintuning in Sachen Sound ist das Programm "Dolby Atmos Sound System" vorinstalliert. Hier wählt Ihr entweder aus Presets den richtigen Klang aus (z.B. "Filme", "Musik" oder "Sprache") oder richtet individuell den Equalizer ein.

Preise und Verfügbarkeit

Huawei bietet das MateBook X in Deutschland nur in der von uns getesteten Konfiguration an (i5 Prozessor, 8GB RAM, 256 GB Speicher). Diese kostet 1399 Euro und ist seit Anfang Juli in Grau erhältlich. In anderen Märkten ist der Laptop auch in Gold oder Roségold verfügbar.

Fazit: Mehr Laptop braucht keiner

Das Huawei MateBook X machte im Test als Arbeitsrechner eine gute Figur. Es ist leicht und kompakt, gute Leistungswerte und bleibt dank passiver Kühlung still. Lediglich die flache Tastatur hat mich öfter frustriert. Wer beim Arbeiten vor allem Texte und Tabellen bearbeitet, E-Mails schreibt und das Internet nutzt, braucht kaum mehr Laptop. Für Bildbearbeitung, Videoschnitt oder Gaming reicht die Performance allerdings nicht.

Und um den Vergleich mit Apple noch aufzulösen: Ist das MateBook X tatsächlich nur eine MacBook-Kopie? Jein. Klar, der Formfaktor und das Design sind dem des MacBooks sehr ähnlich, nahezu identisch. Doch bietet das MateBook X eine bessere Leistung als das preislich vergleichbare MacBook, besseren Sound und liefert einen Adapter gleich mit, den sich Apple zusätzlich bezahlen lässt.


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