Huawei MediaPad M2 10.0 im Test: iPad trifft Galaxy Tab

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Huawei MediaPad M2
Huawei MediaPad M2(© 2016 CURVED)

Unter Android ist es nicht immer einfach, das richtige Tablet zu finden. Der Grund: Es gibt zu wenige Apps, die für den großen Bildschirm optimiert sind. Deswegen will Huaweis MediaPad M2 10.0 mit anderen Vorzügen punkten.

Beim ersten Blick aufs Huawei MediaPad M2 könnte man glauben, ein Samsung Galaxy Tab und ein iPad hätten ein Kind bekommen. Von vorn sieht das Tablet aus wie ein Samsung, die Rückseite aus Aluminium erinnert an das iPad. Beides ist nicht schlimm, fasst sich im Gegenteil sogar gut an und sieht ebenso gut aus. Mit einem Gewicht von 500 Gramm ist das Tablet zudem schön leicht.

Hält man das Gerät im Landscape-Modus, was die Lage des Fingerabdrucks suggeriert, befinden sich links der Einschalter und die Lautstärketasten. Der Einschalter ist durch eine kleine Erhöhung schön abgehoben. Auf der rechten Seite befinden sich der Micro-USB-Anschluss und die Einschübe für SIM- und microSD-Karte.

Viermal guten Sound, bitte

Das Auffälligste am Gehäuse sind die Lautsprecher. Davon hat das MediaPad gleich vier. Sie sollen Euch “The Power of Sound” liefern. Die großen Worte kommen nicht von ungefähr, denn bei den Speakern hat Huawei mit harman/kardon zusammengearbeitet. Das Ergebnis kann sich, für Tablet-Verhältnisse, hören lassen. Wo es sonst blechern aus einem oder zwei Lautsprechern scheppert, liefert das MediaPad ein sauberes Klangbild. Lediglich tiefe Bässe sind nicht drin. Bei einer Gehäusedicke von 7,35 Millimetern sollte das aber niemanden wundern.

Das zweite Highlight ist der mitgelieferte Stylus. Der schafft bis zu 2.048 Strichstärken. Je fester Ihr drückt, desto dicker wird der Strich auf dem Bildschirm. Ihr könnt den Stylus mit der vorinstallierten App Bamboo Paper, mit OneNote und vielen anderen Zeichen-Apps benutzen. Die beiden Buttons am Stift funktionierten im Test aber nur mit der vorinstallierten App. Haltet Ihr den Oberen gedrückt, aktiviert Ihr den Radierer. Das spart den Umweg übers Menü. Haltet Ihr den unteren Knopf gedrückt und kreist zum Beispiel ein App-Icon ein, erstellt Ihr einen Screenshot. Das funktioniert auch außerhalb von Bamboo Paper.

Jede Menge Extras

Außerdem könnt Ihr ihn für handschriftliche Eingaben benutzen. Das funktioniert ganz gut, sogar meine Sauklaue wird vom MediaPad erkennt. Kleiner Nachteil: Das mitgelieferte Sprachpaket umfasst nur Englisch und asiatische Sprachen. Ihr könnt zwar durchaus deutschsprachige Suchbegriffe bei Google eingeben, müsst aber auf Umlaute verzichten. Schade ist, dass Huawei hier auf das Knuckle-Sense-Feature vom Mate 8 und Mate S verzichtet hat. Der Stift wäre die ideale Lösung für gezeichnete Shortcuts gewesen.

Zeichen macht auf dem Huawei MediaPad M2 tatsächlich Spaß.(© 2016 CURVED)

Zusätzlich verfügt das MediaPad über einen Fingerabdruckscanner. Der arbeitet, wie alle anderen Huawei-Modelle, gewohnt zuverlässig und bietet darüber hinaus ein paar zusätzliche Funktionen. Einmal antippen und halten bringt Euch zurück auf den Homescreen, ein Wisch nach rechts öffnet den Taskmanager, einer nach links bringt Euch (wie der Zurück-Button) ein Menü zurück. Das ist ein netter Zusatz, allerdings nicht unbedingt notwendig, denn die drei entsprechenden virtuellen Tasten von Android liegen nur wenige Millimeter darüber.

Die restliche Ausstattung gehört in die (obere) Mittelklasse: Das zehn Zoll große IPS-Display löst mit 1920 x 1080 Pixeln auf. Hier hätte es mehr sein können, aber Full-HD geht gerade noch in Ordnung. Unter der Haube taktet Huaweis Top-Chip aus dem Vorjahr, der Kirin 930, mit vier Kernen à 1,5 und vier Kernen à zwei Gigahertz. Für die Grafik ist eine Mali-T628-Einheit von ARM zuständig. Der Arbeitsspeicher in unserem Testmodell ist zwei Gigabyte groß. Mehr gibt es gegen Aufpreis. Das gilt auch für den Festspeicher. Die Standardedition hat nur 16, die Premium-Version 64 Gigabyte Speicher. Per microSD-Karte ist eine Erweiterung um 128 Gigabyte möglich.

Finger aufs Herz: Das Huawei MediaPad M2 kommt mit Fingerabdrucksensor.(© 2016 CURVED)

Für die Leistung bedeutet die Ausstattung: Spiele, wie Marvels “Sturm der Superhelden”, laufen flüssig, brauchen aber ein wenig länger, bis die Level geladen sind. Ebenso sah es bei “Game of Thrones” und “The Wolf Among us” aus. Im Alltag, also beim Wechseln von Apps und Navigieren durch die Menüs, merkt man davon aber nichts. Als Betriebssystem kommt Android 5.1.1 zum Einsatz. Darüber legt Huawei wie gewohnt die EMUI Oberfläche - hier in der Version 3.1. Ob oder wann es ein Update auf Marshmallow gibt, ist offen.

Die Hülle gibt's dazu

Dass auch zwei Kameras an Bord sind, will ich an dieser Stelle nicht unerwähnt lassen. Die Hintere löst mit 13, die Vordere mit fünf Megapixeln auf. Die Ergebnisse sind ganz ordentlich - wenn das Licht stimmt. Sonst ist schnell starkes Bildrauschen angesagt. Kurz: Für einen schnellen Schnappschuss zwischendurch, Selfies und Videotelefonie reicht es.

Beim Zubehör zeigen sich die Chinesen spendabel. Neben dem Stylus liegt dem Tablet noch eine Hülle bei. Ein Schelm, wer dabei nicht ans Smartcover von Apple denkt. So übernimmt die Hülle dann auch die Funktionen des Cupertino-Vorbildes. Klappt Ihr sie zu, geht das Display aus und andersherum. Ihr könnt das Cover auch als Stand verwenden. Dazu ist aber etwas Origami nötig. Anders als Apple verzichtet Huawei größtenteils auf Magnete. Der Stifthalter der Hülle ist dagegen unkonventionell gestaltet: Den müsst Ihr mittels Klebestreifen an der Hülle befestigen. Klappte genau zweimal und hielt im Test auch dann nicht besonders gut. Was sich Huawei dabei nur gedacht?

Geschenkt ist nicht zu teuer: Die Hülle des Huawei MediaPad M2 ist solide.(© 2016 CURVED)

Fazit: guter Allrounder

Huawei bringt etwas Licht in den ansonsten tristen Android-Tablet-Alltag. Die Lautsprecher machen beim Zocken und Filmeschauen Spaß. Der Stylus zum Zeichnen ist ein nettes Feature, die mitgelieferte Hülle und der gute Fingerabdrucksensor das Sahnehäubchen. Das Gerät in der Standardversion kostet 349 Euro. Die Premiumversion (3 GB RAM, 64 GB Speicher) geht für 499 Euro über die Ladentheke.


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