Huawei MediaPad M2 im ausführlichen Test

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Das Huawei MediaPad M2 ist ein grundsolides Tablet.
Das Huawei MediaPad M2 ist ein grundsolides Tablet.(© 2015 CURVED)

Das Huawei MediaPad M2 will nicht mit einem Super-Display überzeugen, sondern mit Lautsprechern von harman/kardon. Ob das klappt, haben wir getestet.

Ein dünnes Gehäuse und ein hochauflösendes Display sind die Eckdaten von Tablets wie dem Samsung Galaxy Tab S2 oder dem iPad Air mini 4. Mit dem MediaPad M2 widersetzt sich Huawei dem Schlankheitwahn. 7,8 Millimeter misst das Tablet in der Tiefe. Das ist immer noch nicht klobig, kann mit Konkurrenten von Apple (6,1 Millimeter beim iPad Air 2) und Samsung (5,6 Millimeter beim Galaxy Tab S2) aber nicht mithalten. Muss es aber auch nicht, denn getreu dem Namen verfolgt Huawei mit dem neuen MediaPad einen anderen Ansatz: Die Stereolautsprecher von harman/kardon sollen für guten Sound sorgen.

Das klappt aber nur bedingt. Sicher: Für Tablet-Verhältnisse ist der Sound absolut in Ordnung. Musik klingt nicht ganz so blechern wie bei anderen Tablets, bei denen die Lautsprecher in der Regel nicht im Vordergrund stehen. Tiefe Bässe schafft das Huawei MediaPad M2 aber nicht. Auch Spezialeffekte in Filmen klingen zwar besser als beim Nexus 9, das ich zum Vergleich herangezogen habe. Richtig vom Hocker gehauen hat es mich aber auch da nicht. Einen echten Mehrwert haben die Lautsprecher für mich nur beim Zocken. Aber auch hier gibt es ein paar Nachteile: Denn sobald man ein Spiel im Landscape-Modus spielt, hält man die Lautsprecher zu. Ärgerlich!

Braucht ein Tablet tolle Lautsprecher?

Außerdem frage ich mich, wann genau die Lautsprecher zum Einsatz kommen sollen. Ich bin zum Beispiel Berufspendler und teste Tablets gern nach Feierabend oder vor Dienstantritt in der Bahn. Da spiele ich aber keine Spiele, höre Musik oder schaue Filme mit voll aufgrehten Lautsprechern. Zu Hause höre ich Musik lieber über eine meine Anlage, schaue Filme auf meinem Fernseher und zocke Spiele an der Konsole. An den Strand oder in den Park schleppe ich nicht mein Tablet, sondern lieber einen Bluetooth-Lautsprecher. Der kommt mit Bässen besser zurecht.

Schade eigentlich, denn ansonsten macht das Tablet keinen schlechten Eindruck. Die Optik das MediaPad ist schlicht. Die extravagante Variante mit dem goldenen Rücken gefällt mir da schon besser. Beide Male besteht die Rückseite aus Aluminium. Dadurch fühlt sich das Tablet wertig an. Die Plastikrillen an den Seiten sorgen dafür, dass das MediaPad gut in der Hand liegt. Weil der Hersteller diese jeweils passend einfärbt, stören sie das Design nicht. Mit einem Gewicht von 330 Gramm ist das Tablet weder besonders leicht noch ein echter Klopper.

Die Ausstattung stimmt

Im Gehäuse steckt Hauweis Kirin-930-Prozessor Prozessor. Der ist 64-Bit-fähig und bietet acht Kerne, die mit bis zu zwei Gigahertz takten. Der Mali-T628 ist für die Grafik zuständig. Je nachdem, für welches Gerät Ihr Euch entscheidet, erhaltet Ihr das MediaPad M2 entweder mit zwei Gigabyte Arbeits- und 16 Gigabyte Flash-Speicher oder als Premium-Edition mit drei Gigabyte RAM und 32 Gigabyte Speicher. In beiden Fällen könnt Ihr bis zu 128 Gigabyte Speicher per microSD-Karte nachrüsten. Das acht Zoll große IPS-Display löst mit 1920 x 1200 Pixeln auf.

Natürlich verbaut Huawei auch Kameras. Bei Tablets frage ich mich immer wieder, warum das eigentlich noch so ist. Im Zweifel hat man das Smartphone schneller zur Hand und knipst damit in der Regel bessere Fotos. Nichtsdestoweniger löst die Kamera auf der Rückseite mit acht Megapixeln auf. Die taugt nicht zu mehr als ein paar Schnappschüssen. Dafür ist ein ruhiges Händchen gefragt, denn zum Auslösen braucht die Knipse recht lang. Für Selfies verbaut Hauwei eine Zwei-Megapixel-Kamera. Darüber hinaus bietet die Software einige Funktionen zum “Verschönern” des Selbstportraits. Ihr könnt zum Beispiel Eure Zähne nachträglich aufhellen oder Euer Gesicht verschlanken. Stellt man die Filter auf Anschlag, ergibt das witzige Karikaturen.

Ein bisschen mit den Reglern spielen, schon wird aus dem CURVED-Redakteur ein schnieker Bengel.(© 2015 CURVED)

Da mir sowohl das normale MediaPad M2 als auch die Premium Edition zur Verfügung standen, habe ich auf beiden den AnTuTu Benchmark laufen lassen. Das Ergbenis: Die “kleinere” Variante kommt auf 45.000, die Premium-Version auf rund 50.000 Punkte. Im Alltag und beim Zocken konnte ich aber keine großen Perfomance-Unterschiede feststellen. Sowohl "Alsphalt 8 - Airborne" als auch "Need for Speed - No Limits" liefen auf beiden Geräten ohne Probleme.

Beim Betriebssystem handelt es sich um das fast aktuelle Android 5.1.1. Darüber legt Huawei die EMUI-Oberfläche (in der Version 3.1). Wer die nicht mag, installiert einen anderen Launcher aus dem Play Store. Ob es in absehbarer ein Zeit ein Update auf Android 6.0 Marshmallow gibt, ist bislang offen. Das gilt aber ja auch für die meisten Geräte anderer Hersteller.

Fazit: Nette Idee, aber...

Ich finde es immer toll, wenn ein Hersteller versucht, nicht nur mit schnelleren Chips und schärferen Displays zu punkten. Bei Huawei ist das Konzept mit den besonderen Lautsprechern jedoch leider nicht aufgegangen. Sicher, der Klang ist besser als bei vielen anderen Tablets, solange man nicht auf basslastige Musik steht oder Actionfilme damit schauen will. Aber die Frage nach dem Einsatzzweck stellt sich mir trotzdem.

Was bleibt, ist ein solides Tablet, das als Medienmaschine taugt. Filme und Spiele sehen auf dem Full-HD-Display gut aus. Die Ausstattung garantiert auch in der kleineren Variante einen flotten Betrieb. Der Preis geht mit 279 Euro für die Einsteiger-Variante mit 16 Gigabyte Speicher und zwei Gigabyte RAM in Ordnung. Wer unterwegs surfen will, zahlt 349 Euro. Die Premium Edition ohne LTE bekommt Ihr für 329 Euro.


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