Huawei MediaPad M3 im Test: die Medienmaschine

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Das Huawei MediaPad M3.
Das Huawei MediaPad M3.(© 2016 CURVED)

Bei immer größer werdenden Smartphones darf die Frage erlaubt sein: Braucht man heutzutage eigentlich noch ein Tablet? Huawei ist davon überzeugt und bringt das MediaPad M3 auf den Markt. Der Test.

Selbst der große Innovator Apple scheint im Moment nicht genau zu wissen, wie es auf dem Tablet-Markt weitergehen soll. Erst wird das iPad größer, dann wieder kleiner, es bekommt mehr Lautsprecher und mehr Power, aber sonst wenig Neues. Auf dem Android-Markt sieht es sogar noch schlimmer aus: Sowohl auf dem Mobile World Congress als auch auf der IFA hat in diesem Jahr kaum ein nennenswerter Hersteller ein Tablet gezeigt. Die Ausnahme bilden Lenovo mit dem Yoga Book und eben Huawei mit dem MediaPad M3.

Wie der Vorgänger besteht auch das Gehäuse des MediaPad M3 aus Aluminium. Das ist hervorragend verarbeitet und fühlt sich gut an. Vom Huawei nova übernehmen die Designer die optisch abgesetzte Kameraleiste, hier allerdings in Weiß statt Schwarz. So passt das Element besser zum hellen Gehäuse. Auf der Vorderseite bringt Huawei einen Fingerabdrucksensor unter. Ansonsten unterscheiden sich das M2 und das M3 optisch kaum voneinander.

Dem Kirin 950 geht die Puste aus

Bei der Hardware drehen die Chinesen dann auf – zumindest auf dem Papier. Denn die verbauten Stereo-Lautsprecher kommen zwar vom Edel-Hersteller Harman-Kardon, klingen aber sowohl bei Musik als auch beim Anschauen von Filmen und Serien eher blechern. Dazu kommt das übliche Dilemma: Wer sich Filme im Landscape-Modus anschaut, hält die Boxen automatisch zu. Das 8,4 Zoll große Display macht es besser: Es löst mit 2560 x 1600 Pixeln auf und erreicht damit eine Pixeldichte von 359 ppi. Das führt zu einem scharfen, detailreichen Bild. So eignet sich das Tablet nicht nur zum Schauen von Filmen, sondern auch als Reader. Comics sehen darauf fantastisch aus.

Nachdem das Huawei nova und das nova Plus mit dem Snapdragon 625 von Qualcomm ausgestattet sind, setzen die Chinesen beim M3 wieder auf den hauseigenen Kirin 950. Der Prozessor sorgt im Huawei Mate 8 und im Honor 8 für flottes Arbeitstempo und gute Spiele-Performance. Im M3 kann er dagegen nicht auf ganzer Linie überzeugen. Zwar könnt Ihr fix durch die Menüs navigieren, aufwändige Spiele wie die Grafikreferenz "Asphalt 8: Airborne" laufen aber nicht in höchster Qualitätsstufe.

Kein Nougat, aber Splitscreen

Neben dem Kirin 950 stecken vier Gigabyte Arbeitsspeicher und 32 oder 64 Gigabyte Speicher im Tablet. Letzteren erweitert Ihr per microSD-Karte um 128 Gigabyte. Außerdem mit an Bord sind zwei Acht-Megapixel-Kameras. Während sich die auf der Vorderseite durchaus für ansehnliche Selfies eignet, reicht es bei der Kamera auf der Rückseite zwar für Schnappschüsse, nicht aber für ernsthafte Fotografie. Aber wer knipst schon hauptsächlich mit einem Tablet?

Das Huawei MediaPad M3 hat einen Splitscreen-Modus an Bord.(© 2016 CURVED)

Beim Betriebssystem setzt Huawei nicht auf Android 7.0 Nougat, sondern auf die Vorgängerversion Marshmallow. Das ist aber nicht weiter schlimm. Die größte Nougat-Funktion, den Splitscreen-Modus, haben die Entwickler einfach nachgebaut. Er funktioniert nicht nur mit den System-Apps von Huawei, sondern auch mit denen von Drittanbietern. Es ist zum Beispiel kein Problem, Chrome und YouTube gleichzeitig laufen zu lassen. Überdas System stülpen die Chinesen die mittlerweile etwas altbacken wirkende "EMUI 4.1"-Oberfläche.

Fazit: irgendwas mit Medien

Während sich andere Hersteller wie Lenovo etwas trauen oder ganz auf Tablets verzichten, serviert Huawei mit dem M3 zwar Solides, lässt aber das überzeugende Argument zum Kauf missen. Immerhin erweist sich das neue MediaPad als solide Medienmaschine. Eben für alle, die mit Ihrem Tablet überwiegend lesen oder Videos schauen wollen. Für Gamer taugt das Gerät aufgrund der Performance leider nicht.


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