Huawei Y7 im Test: Günstig, aber auch gut?

Das Huawei Y7 hat eine schöne Verpackung, aber der Inhalt überzeugt nicht restlos.
Das Huawei Y7 hat eine schöne Verpackung, aber der Inhalt überzeugt nicht restlos.(© 2017 CURVED)

Ein großes Display und ein großer Akku für kleines Geld. Das Huawei Y7 klingt im ersten Moment verlockend. Ob sich das günstige Smartphone lohnt, verrät unser Test.

Mit dem Huawei P8 Lite (2017) hatte der chinesische Hersteller Anfang 2017 ein Smartphone für etwas mehr als 200 Euro auf den Markt gebracht. Ein halbes Jahr später folgt mit dem Huawei Y7 quasi der Nachfolger (größeres Display, mehr Akkukapazität, anderer Prozessor, kein Fingerabdrucksensor), dessen Preis unter 200 Euro sinkt.

Großes Display und kleiner Speicher

Für die unverbindliche Preisempfehlung von 199 Euro bietet Euch das Huawei Y7 eine Metallrückseite, die sich angenehm in die Hand schmiegt. Besonders klein ist das Smartphone allerdings nicht. Auf der Vorderseite blickt man auf ein 5,5 Zoll großes HD-Display. Die 1280 x 720 Pixel ergeben ein ordentliches, aber nicht knackig scharfes Bild. Farblich sieht der Bildschirm gut aus und weist auch ausreichend große Blickwinkel auf. Im direkten Sonnenlicht ist er allerdings – auch bei maximaler Helligkeit – nicht mehr hell genug.

Im Y7 verbaut Huawei zur Abwechslung mal keinen hauseigenen Chipsatz, sondern verwendet das Einsteigermodell Snapdragon 435 von Qualcomm. Der erreicht zusammen mit den zwei Gigabyte Arbeitsspeicher keine überragenden Benchmark-Ergebnisse. In der Praxis reicht die Hardware aber für alltägliche Anwendungen aus und genügt auch für die meisten Spiele. Die Nutzeroberfläche läuft flüssig und der größte Unterschied zu besser ausgestatteten Smartphones sind die etwas längeren Ladezeiten.

Typisch für Smartphones dieser Preisklasse ist der nur 16 Gigabyte große interne Speicher. Beim Huawei Y7 stehen davon allerdings nur etwa 6,5 Gigabyte für Nutzerdaten zur Verfügung. Etwas Platz lässt sich gewinnen, wenn man die vorinstallierten Apps – Gameloft-Spiele, Ebay, Facbeook, Booking usw. – löscht. Reicht die Kapazität dann immer noch nicht aus, kann man sie mit einer microSD-Karte erweitern.

Als Betriebssystem kommt Android 7.0 Nougat zum Einsatz. Das ist in Ordnung, aber die aktuellste Version, abgesehen vom brandneuen Android 8.0 Oreo, wäre 7.1.1. Huawei versieht Googles Software mit seiner eigenen Benutzeroberfläche. Die EMUI 5.1 kommt ohne App Drawer aus und bietet unter anderem einen "Sehkomfortmodus" aka Nachtmodus, Einhandbedienung und einen Taschenmodus gegen versehentliches Einschalten in Hosen- und anderen Taschen. Die Onscreen-Tasten lassen sich ausblenden, müssen zu Benutzung aber wieder auf das Display geholt werden. Andere Tasten – außer der Einschaltknopf und die Lautstärkeregler sind nicht vorhanden.

Eine Kamera auf der Suche nach Farbe

Die Hauptkamera des Huawei Y7 liefert Fotos mit einer Auflösung von zwölf Megapixeln. Es gibt allerdings in dieser günstigen Preisklasse Smartphones, deren Kameras bessere Bilder liefern. Die Aufnahmen des Y7 sind farblich blass und das aktivieren des HDR-Modus sorgt nur minimal dafür, dass starke Kontraste besser ausgeglichen sind. Die Detailgenauigkeit ist insgesamt in Ordnung, allerdings treten bei Panoramabildern Schnittkanten auf. Sobald die Beleuchtung schlechter wird, nimmt auch die Bildqualität deutlich ab. Es sind nicht nur Artefakte zu erkennen, sondern auch die Detailgenauigkeit nimmt stark ab.

Die Acht-Megapixel-Frontkamera bewegt sich im Selfie-Mittelfeld. Probleme mit starken Kontrasten haben viele Frontkameras, aber hier könnten auch die Farben noch knalliger und die Aufnahmen insgesamt detaillierter sein.

Der Akku des Huwaei Y7 verfügt mit 4000 mAh über eine vergleichsweise große Kapazität. Damit kommt man sehr gut über den Tag, aber für einen kompletten zweiten Tag reicht die Batterie nur, wenn man sehr sparsam ist. Zwar kann man zwischendurch den Akku nachfüllen, aber eine Schnellladetechnikist ist nicht vorhanden.

Fazit

Das Huawei Y7 kann alle Anforderungen an ein Smartphone zufrieden stellen, allerdings nicht immer perfekt. Klar, bei einem Smartphone für 199 Euro darf man nicht die gleichen Ansprüche haben, wie bei einem Gerät für 600 oder 700 Euro. Aber den internen Speicher muss man nicht bereits ab Werk voll packen und die Kamera ist für viele Nutzer so wichtig, dass sie mit blassen Bildern wahrscheinlich nicht zufrieden sind. Das sieht zum Beispiel beim Motorola Moto E4 Plus besser aus. Zudem bietet das Smartphone für die gleiche unverbindliche Preisempfehlung noch einen Fingerabdrucksensor und wirklich die neueste Android-Version.

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