Kazam Tornado 348 im Test: Dünner geht es nicht mehr

Es gibt mal wieder etwas neues vom britischen Start-Up Kazam zu berichten, denn mit dem Tornado 348 hat das von ehemaligen HTC-Managern gegründete Unternehmen das aktuell dünnste Smartphone auf dem Markt. Natürlich haben wir uns das 5,15 mm dünne Android-Smartphone in die Redaktion geholt und für Euch getestet. 

Es ist eindeutig ein Trend bei Smartphones zu bemerken: Sie werden immer schlanker und dünner. Das iPhone 6 ist mit seinen 6,9 mm schon sehr dünn, kommt aber noch nicht an das Huawei Ascend P7 ran, das nur 6,5 mm misst. Noch dünner schafft es nur das in Europa nicht erhältliche Gionee Elife 5.5, das bloß 5,5 mm dick ist. Mit dem Tornado 348 hat Kazam nun das auch in unseren Breitengrade erhältliche dünnste Smartphone auf den Markt gebracht – und das ist mit einem Preis von 299,- Euro auch noch sehr günstig.

Für den geringen Preis bekommt der geneigte Käufer ein Android-Smartphone mit 4,8 Zoll AMOLED HD-Display und einem Octa-Core-Prozessor von MediaTek, der mit maximal 1,7 GHz getaktet wird und auf 1 GB RAM sowie eine Mali 420 Grafikeinheit zurückgreifen kann. Dem Nutzer stehen außerdem 16 GB an internem Speicher für Apps, Fotos und Videos zur Verfügung. Leider ist der Speicher nicht erweiterbar, was dem extremen Schlankheitswahn dieses Smartphone geschuldet sein dürfte. Als Betriebssystem kommt beim Tornado 348 Android 4.4.2 KitKat zum Einsatz.

Design und Verarbeitung: Ein Hauch von iPhone

Beim Kazam Tornado 348 handelt es sich eigentlich um ein Gionee Elife 5.1, das aber in Europa nicht erhältlich ist. Kazam hat anscheinend einen Deal mit dem chinesischen Hersteller erzielt und darf das gleiche Gerät in Europa unter dem eigenen Namen Tornado 348 auf den Markt bringen. Vom Design her ist eine Mischung aus dem Äußeren des iPhone 4s und dem des iPhone 5s zu erkennen: Der Alu-Rahmen erinnert stark an das iPhone 5s, während die Rückseite aus Glas an das iPhone 4s von Apple erinnert. Wäre noch ein physischer Home-Button unterhalb des Displays verbaut worden, wäre die Illusion perfekt.

Von der Verarbeitung her ist das Thunder 348 durchaus ansprechend und fühlt sich hochwertig an. Es ist mit 95 Gramm auch sehr leicht. Das geringe Gewicht, das sehr dünne Gehäuse und das auf der Front und der Rückseite verbaute Glas lassen das Gerät aber schlüpfrig erscheinen. Immer wenn ich versuche, das schlanke Kazam-Smartphone vom Tisch zu nehmen oder aus der Tasche zu ziehen, ereilt mich das ungute Gefühl, dass es mir gleich aus der Hand gleitet und herunterfällt. Für einen bessere Griffigkeit liefert Kazam aber auch noch ein Case aus Gummi mit, was aber dann der Optik schadet.

Display: AMOLED mit HD muss reichen

Für das Auge hat Kazam beim Tornado 348 ein 4,8 Zoll großes AMOLED-Display eingebaut. Schade, dass dieses Display nur eine HD-Auflösung schafft. AMOLED-typisch sind die sehr kräftigen, für manchen aber auch überzeichneten Farben. Bei Samsung-Smartphones kann in den Einstellungen des Displays noch die Farbtemperatur in drei Stufen angepasst werden, beim Kazam gibt es diese Einstellmöglichkeit leider nicht. Schade. Eine weitere AMOLED-Eigenheit, die das Kazam geerbt hat, ist, dass sich die Farbgebung des Displays bei Blickwinkeländerungen leicht ins Bläuliche verschiebt.

Leistung und Akkulaufzeit: Alltagstaugliche Flunder

In der Flunder von Kazam steckt ein Prozessor mit acht Kernen aus dem Hause MediaTek. Dessen Prozessoren sind nicht gerade bekannt dafür, dass sie auf Höchstleistung getrimmt sind. Aber für den gemeinen Alltag und das eine oder andere Spielchen reicht es vollkommen aus. AnTuTu bescheinigt dem Tornado 348 einen Wert von rund 31.000 Punkten. Dieser Wert liegt auf einem Niveau mit dem Sony Xperia Z1 und dem LG G2.

In Bezug auf den Akku ist es schon erstaunlich, dass es Kazam gelungen ist, einen 2.050-mAh-Akku in das flache Gehäuse hineinzupressen. Zum Vergleich: Samsungs Galaxy Alpha verfügt nur über einen 1.800-mAh-Akku bei einem 6,7 mm dicken Gehäuse. Dafür ist beim Kazam der Akku nicht auswechselbar. Bei normaler Nutzung kommt man gerade mal so über einen 8-Stunden-Arbeitstag, aber dann sollte das Tornado auch schnell an die Steckdose. Man sollte nicht zu viel mit dem Tornado 348 spielen, denn sonst übersteht man den Arbeitstag nicht, ohne das Smartphone zwischendurch aufladen zu müssen.

Pluspunkt Service

Als Newcomer einfach nur ein Smartphone auf den Markt zu werfen, ergibt keinen Sinn mehr – und auf diese Weise würde sich ein Kazam-Smartphone auch niemals verkaufen. Um sich von der Konkurrenz zu unterscheiden, hat sich Kazam daher schon seit Markteintritt den Service groß auf die Fahne geschrieben: Dieser besteht darin, dass jedes Kazam-Smartphone mit einer Rescue-App ausgestattet ist, über die man einem Servicetechniker von Kazam einen Remote-Zugriff gewähren kann. Bei Problemen mit der Software oder bei der Bedienung kann der Techniker dann den Nutzer direkt unterstützen.

Als zweite Service-Komponente gibt es noch die Screen Protection: Fällt euch in den ersten zwölf Monaten ab Kaufdatum das Handy mal aus der Hand und das Display geht dabei kaputt, dann repariert Kazam das Display, ohne dass ihr dafür zahlen müsst. Toller Service, den man sich auch von anderen Herstellern wünschen würde.

Fazit

Das Kazam Tornado 348 ist ein Design-Smartphone, das vor allem durch seine schlanke Silhouette besticht. Kein anderes Smartphone ist aktuell so dünn wie das Tornado 348 von Kazam. Dafür muss man natürlich Kompromisse in der Hardware-Ausstattung eingehen. Kein Full HD-Display, kein LTE, kein NFC, kein MicroSD-Slot und keine Top-Performance. Aber wenn man sich zum Schluss den Preis von 299,- Euro anschaut, dann ist das Kazam-Smartphone doch wieder attraktiv. Der zusätzliche Service in Form der Rescue-App und vor allem der zwölfmonatige Displayschutz locken dann ganz bestimmt den einen oder anderen Käufer an.


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