Kobo Aura One im Test: der riesige e-Reader

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Um die Display-Beleuchtung kümmert sich der Kobo Aura One selbstständig.
Um die Display-Beleuchtung kümmert sich der Kobo Aura One selbstständig.(© 2016 CURVED)

Gängige eBook-Reader kommen mit Sechs-Zoll-Display. Dagegen wirkt der 7,8 Zoll große Kobo Aura One gigantisch. Ob das Gerät noch mehr kann, zeigt der Test.

Wer in Deutschland ernsthaft elektronische Bücher liest, macht das sehr wahrscheinlich auf einem Kindle von Amazon oder auf einem Tolino-Gerät der Tolino-Allianz um Hugendubel, Thalia und der Deutschen Telekom. Denn 2015 kamen beide Wettbewerber laut Welt zusammen auf einen Marktanteil von 86 Prozent. Mit dem Aura One schickt das kanadische Unternehmen Kobo nun einen Herausforderer ins Rennen, der durchaus einen Blick Wert ist.

Auch wenn sich der Kobo farblich erstmal nicht von den Konkurrenten abhebt. Wie die meisten Tolinos und Kindles gibt es auch den Kobo nur in fröhlichem Schwarz. Davon ausgenommen ist nur der hellblaue Einschalter. Die Rückseite des eBook-Readers ist gummiert und bietet so einen guten Griff. Zum Laden und zur Datenübertragung gibt es an der Unterseite einen Mikro-USB-Anschluss. Dank einer Kooperation mit HZO darf der Aura One auch mit in die Badewanne oder im Urlaub an den Pool. Denn das Gehäuse ist nach IPX8 wasserdicht, überlebt also bis zu 60 Minuten in zwei Meter tiefem Wasser.

Der Einschalter des Kobo Aura One ist der einzige Farbtupfer am Gehäuse.(© 2016 CURVED)

Großes Display mit hoher Auflösung

Das sprichwörtlich größte Feature ist aber der E-Ink-Carta-Bildschirm. Der misst in der Diagonalen satte 7,8 Zoll und löst mit 1872 x 1404 Pixeln auf. Das ergibt 300 Pixel pro Zoll. Damit bietet der Aura One die gleiche Pixeldichte wie Amazons "Top of the line"-Reader Kindle Oasis, kann aber auf einer Seite mehr anzeigen als die Konkurrenz. Auch in anderen Belangen ist das Display dem des Kindle überlegen. Denn während der Reader des Versandhändlers nur eine Hintergrundbeleuchtung bietet, hat der Aura One noch einen Trick auf Lager.

Das Feature "ComfortLight Pro" sorgt dafür, dass sich die Beleuchtung automatisch ans Tageslicht und die Tageszeit anpasst. Ihr könnt einstellen, wann Ihr in der Regel schlafen geht. Je näher sich die Bettruhe nähert, desto mehr reduziert der Reader die Blaulichtstrahlung. Dieser "Nachtmodus" ist ja zum Beispiel von Apple-Geräten bekannt, auf denen iOS 9.3 installiert ist. Der Hintergrund: Forscher haben herausgefunden, dass blaues Licht die Produktion des Hormons Melantonin stoppt, das bei der Steuerung des Tag-Nacht-Rhythmus hilft. Im Klartext: Die Reduktion des blauen Lichts soll die Augen weniger anstrengen und dafür sorgen, dass Leseratten besser schlafen. Im Test klappte die automatische Anpassung der Beleuchtung ohne Probleme.

In weiten Teilen ebenso problemlos lässt sich der Kobo bedienen. Auf der Startseite zeigt der Reader unter anderem alle Titel, die Ihr auf das Gerät geladen habt, welches Buch Ihr gerade lest und wie lange es voraussichtlich noch dauert, bis Ihr es ausgelesen habt und Empfehlungen aus dem Kobo-Shop. Da der Aura One mit Ausnahme des Einschalters über keinerlei Tasten verfügt, erfolgt die Bedienung ausschließlich über den Touchscreen. Eingaben erkennt er zuverlässig. Nur mit der Umsetzung, etwa von einem Buch zurück ins Hauptmenü, lässt er sich manchmal etwas mehr Zeit als zum Beispiel der Kindle Paperwhite 2. Das ist aber absolut verschmerzbar.

Viele Einstellungsmöglichkeiten im Lesemodus

Im Lesemodus habt Ihr die Möglichkeit, nicht nur die Schriftgröße sondern auch den Zeilenabstand, die Größe der Ränder, die Ausrichtung und die Schriftart einzustellen. Außerdem könnt Ihr Euch Eure Lesestatistiken und ähnliche Titel anzeigen lassen, ein Wörterbuch zu Rate ziehen und Anmerkungen verfassen. Einziger Negativpunkt: Der Kobo ist so groß, dass Ihr für die Bedienung, zum Beispiel zum Zurückblättern, manchmal beide Hände braucht.

Neues Lesefutter erhaltet hier im direkt angebundenen Kobo-Store. Dank des acht Gigabyte großen Speichers habt Ihr Platz für mehrere tausend Bücher. Da die Kanadier auf EPUB setzen, könnt Ihr über den Umweg PC aber auch in anderen Shops einkaufen. Darüber hinaus kommt der Reader mit PDF, MOBI, JPEG, GIF, PNG, BMP, TIFF, TXT, HTML und RTF zurecht. Die Akkulaufzeit gibt Kobo mit bis zu 30 Tagen an. Dabei kommt es natürlich darauf an, wie Ihr den eBook-Reader benutzt. Wer die Hintergrundbeleuchtung auf Anschlag stellt, muss früher an die Steckdose als genügsame Leser. In unserem Testzeitraum von rund drei Wochen ist uns der Saft bei etwa 30 Minuten Lesen pro Tag noch nicht ausgegangen.

Fazit: Masse und Klasse

Den Kobo Aura One erhaltet Ihr für rund 230 Euro. Damit ist er deutlich teurer als die Kindle-Modelle Paperwhite und Voyage von Amazon, aber immer noch fünfzig Euro günstiger als der Oasis. Für den vergleichsweise hohen Preis bekommt Ihr eine Menge Features wie ein wasserdichtes Gehäuse und ein großes Display mit Blaulichtfilter geboten. Der Preis macht aber auch klar: Der Kobo eignet sich nicht für eBook-Einsteiger. Die sind beim normalen Kindle oder beim Tolino Shine 2 HD besser aufgehoben.


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