Leagoo Alfa 1 im Test: So wenig Smartphone gibt es für 66 Euro

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Leagoo Alfa 1: ein Smartphone für 66 Euro
Leagoo Alfa 1: ein Smartphone für 66 Euro(© 2016 CURVED)

Ein Smartphone für 66 Euro? Das klingt nach einem echten Schnäppchen. Ob das Leagoo Alfa 1 diesen Spottpreis wert ist oder ob Ihr lieber doch ein paar mehr Euro investieren solltet, verrät unser Test.

Ich muss zugeben: Ich kannte Leagoo nicht, bis mich das chinesische Unternehmen angeschrieben und gefragt hat, ob ich seine Smartphones testen will. Aus deren Angebot war das Alfa 1 das interessanteste unter den neuen Geräten. Nach meinem Test, wisst Ihr, ob es sich lohnt, sich den Namen des Herstellers zu merken oder nicht.

Schade um das Plastik

Bei einem Preis von 66 Euro darf man keine großen Ansprüche an ein Smartphone stellen, aber das Spaltmaß der abnehmbaren Kunststoff-Rückseite ist dann doch zu groß. Außerdem ist die Kopfhörerbuchse dadurch nicht komplett kreisförmig. Das ist zwar nur ein optischer und kein funktionaler Makel, sieht aber eben nicht schön aus. Wirklich relevant und nervig ist hingegen, dass das Ladekabel sehr leicht aus dem Micro-USB-Anschluss herausrutscht und schon kleine Bewegungen des Smartphones dafür sorgen, dass sein Akku nicht mehr geladen wird.

Das 5,5 Zoll große Display verfügt nur über eine HD-Auflösung, wirkt aber nicht pixelig und ist farblich auch völlig in Ordnung. Es ist aber trotz einer Pixeldichte von 320 ppi nicht so knackig scharf wie Bildschirme mit einer Full-HD-Auflösung. Was mich bei der Benutzung des Leagoo Alfa 1 aber richtig stört, ist dass sich der Touchscreen stumpf anfühlt und meine Finger beim Wischen ausbremst - und dann auch Fingerabdrücke anzieht. Ebenfalls nicht zu einer überzeugenden Bedienung tragen die Tasten bei, die sehr weiche und ungenaue Druckpunkte haben.

Basis-Hardware und unbrauchbare Kamera

Auf der Hardware-Seite bietet das Leagoo Alfa 1 den Mediatek MT6580 mit vier 1,3-Gigahertz-Rechenkernen sowie zwei Gigabyte Arbeitsspeicher. Das reicht im Antutu-Benchmark für 24.708 Punkte und bei Geekbench 3 für 353 Punkte im Single-Core- sowie 1150 Punkte im Multi-Core-Test. Beides bescheidene Ergebnisse, aber die Ladezeiten halten sich noch im Rahmen. Die Nutzeroberfläche läuft flüssig, und selbst ein Spiel wie Asphalt 8 kann man in mittlerer Grafikqualität spielen.

Vom 16 Gigabyte internen Arbeitsspeicher stehen rund zehn Gigabyte für Eure Daten zur Verfügung. Diese könnt Ihr mit einer microSD-Karte noch erweitern, aber ich frage mich trotzdem, wie der Hersteller es schafft, sechs Gigabyte mit Android 5.1 zu belegen. Denn er installiert nicht unnötig viele Apps vor, sondern verzichtet im Gegenteil sogar noch auf viele Anwendungen von Google, die bei anderen Smartphones zum Standard gehören.

Leagoo wirbt zwar damit, dass die 13-Megapixel-Kamera des Alfa 1 von Sony stammt, aber es ist eindeutig keine Kamera, auf die der japanische Hersteller stolz ist. Details gibt es nicht, stattdessen nur verschwommene Flächen. Die Farben wirken flau und auch bei Tageslicht lässt sich ein Bildrauschen erkennen, das ich nur nachts erwartet hätte.

Fazit: Günstig ist nicht gleich gut

Auf Ebay findet Ihr das Leagoo Alfa 1 bei mehreren Händlern schon für 66 Euro, beim Importshop Gearbest zahlt Ihr knapp 100 Euro. Mich hat das Smartphone aber nicht überzeugt, die verbaute Hardware ist zwar für ein Einsteiger-Smartphone in Ordnung, aber die Verarbeitung des Gehäuses, die Bildqualität der Kamera und das Display lassen zu wünschen übrig. Da investiere ich lieber ein paar Euro mehr in das Moto E und komme immer noch günstig davon.

Leagoo hat es nicht auf Anhieb geschafft, mich von sich zu überzeugen, aber ich schreibe den Hersteller noch nicht ganz ab, sondern gebe ihm eine zweite Chance. Mit dem Shark 6300 hat das Unternehmen für Februar ein 6-Zoll-Phablet mit 6000-mAh-Akku angekündigt. Mal schauen...


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