Leagoo Shark 1 im Test: Powerbank mit Riesendisplay

Her damit !22
Leagoo Shark 1: Großes Display und großes Akku
Leagoo Shark 1: Großes Display und großes Akku(© 2016 CURVED)

6 Zoll und 6300 mAh: Beim Leagoo Shark 1 lautet das Motto "Klotzen statt kleckern" - zumindest beim Display und beim Akku. Davon abgesehen handelt es sich um ein Mittelklasse-Smartphone mit einigen netten Zusatzfunktionen - und Schattenseiten.

Wie toll eine lange Akkulaufzeit ist, habe ich beim Bluboo X550 selbst erlebt. Drei Tage lang hielt der Akku bei mir durch und das Leagoo Shark 1 bietet mit 6300 mAh noch einmal 1000 mAh mehr Akku-Kapazität. Bei diesen Werten schauen selbst einige Tablets neidisch auf das Smartphone des chinesischen Herstellers.

Ein Monster-Akku zum Teilen

Auch das Leagoo Shark 1 hielt bei mir drei Tage lang durch, während ich jedes Smartphone mit einem normalen Akku über Nacht wieder aufladen muss. Das Smartphone unterstützt nach Herstellerangaben die hauseigene Quickcharge 3.0-Technologie und soll so seinen Akku in nur zwei Stunden vollständig aufladen können. Damit das wirklich so schnell geht, müsst Ihr das Original-Ladegerät verwenden. Mit anderen Netzteilen dauert es auch gerne sechs Stunden oder länger bis der Akku voll ist - wie ich im Test feststellen musste.

Mit seinem großen Akku bietet sich das Leagoo Shark 1 auch als Ladestation für andere Handys an. Ladet Ihr zum Beispiel ein Galaxy S7 geht dafür nicht einmal die Hälfte Eures Akkus drauf. Ihr braucht allerdings die passenden Kabel um die Verbindung von Micro-USB zu Micro-USB herzustellen. Zum Lieferumfang gehört das Kabel allerdings nicht. Vermissen wird man es nur selten, aber genau wenn man es bräuchte ist bestimmt keine Elektronikmarkt in der Nähe.

Großes Display und nur wenig dahinter

Mit seinem sechs Zoll großen Full-HD-Display ist das Leagoo Shark 1 definitiv ein Smartphone für die Bedienung mit zwei Händen und passt nicht mehr in jede Hosentasche. Das große Display hat aber auch einen Vorteil: Das Gehäuse muss für den großen Akku nicht so dick sein. Mit 8,5 Millimetern ist es zum Beispiel dünner als das LG G4. Der Bildschirm bietet neben einer hohen Detailgenauigkeit auch kräftige Farben und ausreichend große Betrachtungswinkel, allerdings wirkt der Touchscreen im Vergleich zu anderen Smartphones auf mich stumpf und träge, wodurch der Bedienung sich weniger flüssig anfühlt.

Unter der Haube des großen Smartphones befindet sich Mittelklasse Hardware: Dem mit 1,3 Gigahertz getakteten Octa-Core-Prozessor MT6753T von Mediatek stehen der Grafikchip Mali T720 und drei Gigabyte Arbeitsspeicher zur Seite. Bei Geekbench 3 reicht es für 616 und 2696 Punkte im Sinlge- und im Multi-Core-Test sowie zu rund 36.000 Punkten im Antutu-Benchmark. In den Alltag übersetzt bedeuten diese Werte, dass die Nutzeroberfläche flüssig läuft und die Ladezeiten der Apps in Ordnung sind. Zum Spielen eignet sich das Shark 1 aber nur bedingt. Asphalt 8 wählt sich zwar selbstbewußt eigenmächtig die höchste Grafikqualität aus - läuft dann allerdings ruckelig. Zum richtigen Zocken muss man die Qualität also herunter schrauben.

Software mit gut gemeinten Zusätzen

Vom 16 Gigabyte großen internen Speicher lassen Android 5.1 und die Nutzeroberfläche Leagoo OS 1.2 rund 11 Gigabyte für Eure Daten frei. Bei Bedarf könnt Ihr die Speicherkapazität noch mit einer microSD-Karte erweitern. Leagoo installiert zwar das eine oder andere Tool auf dem Shark 1, aber wirklich Bloatware ist nicht darunter. Im Gegenteil: Die Smart Remote App verwandelt das Smartphone zusammen mit seinem Infrarot-Sender in eine Universalfernbedienung und die Musik-App mit dem animierten Schallplattenspieler sorgt für ein wenig Retro-Feeling.

Beim Moduswahlrad schwanke ich noch zwischen praktisch und störend: Es erlaubt einerseits den schnellen Wechsel zwischen verschiedenen Nutzungsmodi (Spielen, Lesen) und startet auch die Gestenerkennung. Andererseits stört dieser kleine Punkt am Rand. Ständig muss ich ihn verschieben, damit er nichts verdeckt und natürlich komme ich auch immer wieder ungewollt auf ihn. Die Software-Buttons müsst Ihr von Hand ausblenden, die bleiben selbst bei Spielen, die sich auf anderen Smartphones im Vollbildmodus öffnen, auf dem Touchscreen und verdecken ihn zum Teil.

Überflüssige Kamera

Die 13-Megapixel-Kamera auf der Rückseite des Leagoo Shark 1 soll von Sony stammen, gehört aber nicht zu den aktuellen Top-Produkten des japanischen Unternehmens. Farblich sind die Aufnahmen zwar in Ordnung, aber die Schärfe und Detailgenauigkeit lässt doch stark zu wünschen übrig. Bei wenig Licht und nachts wird es noch schlimmer. Die unterdurchschnittliche Bildqualität eignet sich nicht mal für Schnappschüsse. Die Fotos der 5-Megapixel-Selfie-Kamera kann man getrost direkt nach der Aufnahme löschen. Da hilft es auch nicht weiter, dass der Fingerabdrucksensor zuverlässig arbeitet - aber nicht zu den schnellsten seiner Art gehört.

Bei Leagoo sagte man mir zwar, dass ich ein Vorseriengerät erhalte, aber eine funktionierende Kamera erwarte ich trotzdem. Dass die Verarbeitung der Rückseite des Metallgehäuses nicht perfekt ist, hätte ich mir noch mit einem Entwickler-Gerät erklären können, aber die schlechte Bildqualität nicht. Allerdings fürchte ich, dass die Verarbeitungsqualität schon der finalen Version entspricht.

Fazit: Nicht mehr als ein großer Akku

Als Hauptargument für das Leagoo Shark 1 bleibt am Ende nur der große Akku mit einer extrem langen Laufzeit. Das Display und die Hardware sind in Ordnung, aber mehr auch nicht. Die Verarbeitungsqualität lässt zu wünschen übrig und die Kamera kann man komplett vergessen. Bei Import-Händlern könnt Ihr das Shark 1 momentan für 180 Euro vorbestellen. Das erscheint durchaus angemessen, aber insgesamt dürften die meisten Nutzer mit anderen Geräten dieser Preisklasse mehr Freude haben.

Im Test vom Leagoo Alfa 1 schrieb ich im Fazit, dass ich dem Hersteller noch eine zweite Chance gebe. Das ist hiermit geschehen und ich muss sagen, dass mich Leagoo als Hersteller nicht überzeugt hat. Andere chinesische Unternehmen sind schon weiter: Xiaomi und Meizu liefern meistens auch für wenig Geld gute Geräte ab und bei Ulefone und Elephone stimmt noch nicht alles, aber schon deutlich mehr als bei Leagoo.


Weitere Artikel zum Thema
Samsung Gear S2: Update bringt etli­che Featu­res des Nach­fol­gers
Christoph Groth
Mit dem jüngsten Update erhält die Gear S2 so manche Funktion der Gear S3 nachgereicht
Samsung gibt den Rollout des sogenannten "Value Pack Updates" für die Gear S2 bekannt. Das bringt unter anderem alternative Zifferblätter auf die Uhr.
Nexus 5, Next­bit Robin und Co.: Cyano­genMod 14.1-Night­lies erschie­nen
Michael Keller
Dank CyanogenMod 14.1 bleibt das Nexus 5 nicht bei Marshmallow stehen
CyanogenMod 14.1 ist als Nightly für eine Vielzahl an Geräten erhältlich – und bringt Nougat-Features auf ältere Smartphones wie das Nexus 5.
Galaxy A5 (2016): Neues Update soll "kriti­schen Fehler" besei­ti­gen
Das Galaxy A5 (2016) soll ebenfalls das Update auf Android 7.0 Nougat erhalten
Das Galaxy A5 (2016) erhält ein neues Update: Mit der Firmware-Aktualisierung soll aber nur ein kritischer Fehler behoben werden.