Lenovo Moto G5 und G5 Plus im Test

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Das Moto G5 (links) und das Moto G5 Plus (rechts)
Das Moto G5 (links) und das Moto G5 Plus (rechts)(© 2017 CURVED)

Lenovo hat sich einen klaren Auftrag gesetzt: Günstige Smartphones entwickeln, die dem Anspruch der Nutzer gerecht werden und sie nicht enttäuschen. Während sich das Lenovo Moto G5 vor allem an Einsteiger richtet, soll das Lenovo Moto G5 Plus einen Hauch von Premium in die Mittelklasse bringen. Der Test.

Kommen Phablets etwa aus der Mode? Zumindest die neuen Lenovo-Smartphones sind in diesem Jahr geschrumpft: Statt 5,5 Zoll wie beim Vorjahresmodell misst das Lenovo Moto G5 nun fünf Zoll, das Moto G5 Plus 5,2 Zoll. Die Displays haben ihre Full-HD-Auflösung (1920 x 1080 Pixel) aber beibehalten. Und das kann sich sehen lassen: Der Bildschirm ist gestochen scharf, auch die Farbdarstellung hat uns beim Test überzeugt.

Glatt und rutschig

Das Moto G5 und G5 Plus ähneln sich in diesem Jahr etwas mehr als die Vorgängermodelle. Statt einer wenig griffigen Plastik-Rückseite setzt Lenovo jetzt auf eine Metall-Platte. Wirklich hochwertig fühlt es sich nicht an – dafür aber durchaus robust. Während das G5 Plus komplett in Metall eingefasst ist, ist beim normalen G5 nur die mittlere Rückplatte aus Metall. Der Rand ist weiterhin aus Plastik. Pluspunkt für das kleine Modell: Ihr könnt die Rückseite abnehmen und sogar den Akku austauschen.

Beide Geräte sind sehr leicht, liegen aber nicht optimal in der Hand. Denn die Rückseite der Geräte ist trotz Metallupgrade immer noch relativ glatt. Beim Aufnehmen der Selfies sind sie mir mehrfach aus der Hand gerutscht. Zum Glück konnte ich sie noch auffangen.

Viel Technik für kleines Geld

Im Moto G5 Plus arbeitet der achtkernige Snapdragon 625 Prozessor (mit 650 MHz Adreno 506 GPU), der mit 2,0 GHz taktet. Ihm zur Seite stehen drei Gigabyte Arbeitsspeicher und 32 Gigabyte interner Speicher, der per microSD-Karte um bis zu 128 Gigabyte erweitert werden kann. Dann könnt Ihr allerdings nur eine SIM-Karte einlegen. Ohne micro-SD-Karte ist das Smartphone Dual-SIM fähig. Auch der Akku kann sich sehen lassen: Die 3000mAh reichen bei häufigem Surfen im Netz, Chatten und dem Ansehen einiger Youtube-Videos locker für einen Tag. Per Schnellladefunktion habt Ihr nach 15 Minuten am Strom auch schon wieder genug Saft, um ein paar weitere Stunden mit dem Gerät zu arbeiten. Beide Smartphones werden über ihren micro-USB-Anschluss aufgeladen.

Das Moto G5 hat ebenfalls einen Achtkern-Prozessor, allerdings den schwächeren Snapdragon 430 (mit 450 MHz Adreno 505 GPU), der mit 1,4 GHz taktet. Verbaut werden zwei bzw. drei Gigabyte Arbeitsspeicher. Der interne Speicher liegt bei nur 16 Gigabyte, kann aber ebenfalls per microSD-Karte erweitert werden. Der Akku kommt auf 2800 mAh, reicht damit ebenfalls für einen Tag und kann auch per Schnellladetechnik aufgeladen werden.

Beide Geräte haben jetzt einen Fingerabdrucksensor. Vergangenes Jahr war dieser dem Plus-Modell vorbehalten. Handelte es sich zuvor um ein schiefen, quadratischen und hervorstehenden Klotz ohne Tastenfunktion, hat Lenovo dazugelernt und diesen durch einen ovalen, eingelassenen Sensor ersetzt. Dieser ist zwar immer noch keine Taste, kann aber durch längeres Berühren das Smartphone sperren. Auch andere Gesten werden unterstützt: Wischt Ihr von links nach rechts, öffnet sich die Liste der aktiven Apps. Ein zweites Wischen öffnet die zuletzt verwendete App. Schiebt Ihr Euren Finger von rechts nach links über den Fingerabdrucksensor, wird der Zurück-Befehl ausgelöst. Der Sensor entsperrt zwar nicht in Rekordgeschwindigkeit, hat dafür beim Test immer zuverlässig funktioniert.

Auf beiden Geräten kommt Android 7.0 zum Einsatz. Wie beim Pixel-Launcher zieht Ihr den App-Drawer von unten nach oben, um all Eure installierten Programme zu sehen. Besonders praktisch sind die Gesten bei den Moto-Smartphones. Durch seitliches hin und her kippen, öffnet sich zum Beispiel sofort die Kamera, durch Schütteln geht die Taschenlampe an.

Im AnTuTu-Benchmark kommt das Moto G5 Plus im Schnitt auf 63.720 Punkte. Geekbench 4 ergibt im Singlecore-Modus 820 Punkte, im Multicore-Modus 4103 Punkte. Das Moto G5 liegt abgeschlagen auf den hinteren Plätzen. Bei AnTuTu haben wir im Schnitt 44.935 Punkte geschafft. Geekbench 4 errechnete 612 Punkte im Single- und 2453 Punkte im Multi-Modus. Trotzdem lassen sich beide Smartphones flüssig bedienen.

Die Kameras

Die Kamera steht beim Moto G5 Plus ein Stück hervor, beim Moto G5 ist sie eben mit der Rückseite. Bei 199 Euro für ein Moto G5 erwarten wir von der Kameraqualität nicht allzu viel, doch die Fotos der 13 Megapixel Hauptkamera (ƒ/2.0 Blende) und der 5 Megapixel Frontkamera (ƒ/2.2 Blende) sind attraktive Schnappschüsse geworden. Farben werden recht realitätsnah abgebildet.

Das Moto G5 Plus muss sich bei der Kamera mit seinem Vorgängermodell messen. Lenovo setzt in diesem Jahr auf eine 12-Megapixel-Hauptkamera (ƒ/1.7 Blende). Sie überzeugt durch sehr schnelles Auslösen und detailreiche Aufnahmen. Die Frontkamera löst mit fünf Megapixel auf (ƒ/2.2 Blende) und kann dank Weitwinkel auch locker Gruppenselfies aufnehmen. Bei Kunstlicht schwächelt die Kamera ein bisschen, im Freien überzeugt sie hingegen mit realistischen Farben. Im Dunkeln machen die Motos nicht unbedingt den besten Job. Selfies gehen noch in Ordnung, wenn Ihr den Bildschirm als Blitzersatz nutzt. Ansonsten sehen die Aufnahmen schnell vermatscht aus.

Preise und Verfügbarkeit

Das Moto G5 kostet 199 Euro, das Moto G5 Plus liegt bei 299 Euro. Beide Smartphones sind in Grau und Gold bereits erhältlich. Außerdem soll eine Variante in Blau auf den Markt kommen.

Fazit: Vertraut Eurem Gefühl

Mit den beiden neuen Moto-Geräten bekommt Ihr robuste Smartphones, die gut ausgestattet sind. Wer mehr Wert auf passable Fotos legt, sollte zum Moto G5 Plus greifen, wer nur etwas für WhatsApp und im Netz surfen sucht, wird auch mit dem normalen G5 glücklich.


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