Motorola Moto X4 im Test: Mittelklasse-Smartphone mit Dualkamera

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Das Moto X4 mit seiner Dualkamera.
Das Moto X4 mit seiner Dualkamera.(© 2017 CURVED)

Ihr wollt ein Smartphone mit Dualkamera haben, keine Unsummen ausgeben und braucht nicht die allerschnellste Hardware? Dann könnte das Mittelklasse-Modell Moto X4 von Motorola das richtige Gerät für euch sein. Der Test.

Die Dualkamera des Motorola Moto X4 lässt euch Fotos mit Bokeh-Effekt aufnehmen, bei denen der Hintergrund unscharf wird, und bietet ähnlich wie das LG V30 als zweite Option Aufnahmen mit einem größeren Blickwinkel an.

Wasserdichtes Gehäuse aus Metall und Glas

Das Moto X4 liegt mit seinem Metallrahmen und der Glas-Rückseite angenehm in der Hand und fällt vergleichsweise klein aus. Und das obwohl das 5,2 Zoll große Display von einem eher breiten Rahmen umgeben ist. Farblich und qualitativ lässt das Full-HD-Display keine Wünsche offen. Der Bildschirm bietet natürlich wirkende Farben, eine sehr hohe Detailgenauigkeit und eine große Blickwinkelstabilität.

In dem wasserdichten Gehäuse, das nach IP68 30 Minuten in 1,5 Meter tiefen Wasser unbeschadet überstehen soll, stecken der Mittelklasse-Chipsatz Snapdragon 630 und drei Gigabyte Arbeitsspeicher. Zusammen erreichen sie ordentliche Ergebnisse in Benchmarktests, sorgen aber vor allem dafür, dass das Moto X4 im Alltag fix und flüssig läuft. Die Nutzeroberfläche ruckelt nicht und die Ladezeiten fallen auch bei größeren Apps angenehm kurz aus. Der 32 Gigabyte große interne Speicher reicht für unzählige Fotos und auch einige große Apps aus und lässt sich bei Bedarf mit einer microSD-Karte erweitern.

Dualkamera mit Bokeh-Effekt und Weitwinkel-Aufnahmen

Die Dualkamera des Moto X4 bietet eine ungewöhnliche Mischung an Funktionen an. Sie liefert, wie die meisten anderen Dualkameras, Bokeh-Fotos mit unscharfen Hintergrund und zusätzlich noch 120-Grad-Weitwinkel-Aufnahmen mit der zweiten Linse. Das kannte ich bisher nur von LG. Während die Hauptkamera Fotos mit zwölf Megapixeln Auflösung liefert, müssen bei den Weitwinkelaufnahmen acht Megapixel ausreichen. Dieser Unterschied und die kleinere Blende der Weitwinkellinse sorgen dafür, dass man den größeren Blickwinkel mit einer schlechteren Bildqualität bezahlt. Dies gilt aber nicht für den Bokeh-Effekt, der zwar nicht bis ins letzte Detail an Kanten des Motivs perfekt ist, aber trotzdem schön aussieht.

Die Hauptkamera des Moto 4X liefert Fotos mit einer hohen Detailgenauigkeit. Die Farben wirken zwar natürlich, dürften für meinen Geschmack aber kräftiger sein. Bei besonders hellen oder dunklen Bereichen lohnt sich der HDR-Modus, der die Belichtung ausgleicht und für mehr erkennbare Details sorgt. Bei Nahaufnahmen stellt die Kamera nur sehr kleine Bereiche scharf, was nicht immer schön aussieht. Wird es dunkel aktiviert sich automatisch ein Low-Light-Modus. Der sorgt zwar dafür, dass auch wenig Licht sinnvoll ausgenutzt wird. Aber auch wenn alles gut zu erkennen ist, überzeugt die Kamera in der Nacht nicht mit einer hohen Detailgenauigkeit.

Die Frontkamera fertigt Selfies mit einer Auflösung von maximal 16 Megapixeln an. Es lohnt sich aber trotzdem den HDR-Modus bei Selbstporträts zu aktivieren. Er sorgt für eine gleichmäßigere Belichtung sowie kräftigere Farben und lässt die Aufnahmen detailreicher wirken.

Mit einer Kapazität von 3000 mAh ist der Akku des Moto X4 nicht übermäßig groß, hält aber im Test erstaunlich lange durch. Mit ihm komme ich besser über den Tag als mit etwas größeren Akkus in den Flaggschiffmodellen. Wird die Energie knapp hilft die Schnellladefunktion weiter. Motorola zufolge pumpt sie über den USB-C-Anschluss in 15 Minuten Strom für sechs Stunden Akkulaufzeit in die Batterie. Musik und andere Töne kann man beim Moto X4 über den 3,5-mm-Anschluss oder drahtlos per Bluetooth 5.0 hören. Der neue Standard hat nicht nur eine größere Reichweite, sondern kann sich gleichzeitig mit zwei Geräten koppeln. Diese müssen allerdings auch Bluetooth 5.0 unterstützen und da ist die Auswahl bei Lautsprechern und anderen Gadgets noch sehr übersichtlich.

Als Betriebssystem erwartet euch auf dem Moto X4 Android 7.1 Nougat. Ein Update auf Android 8.0 Oreo hat Motorola bereits angekündigt, aber noch keinen zeitlichen Rahmen genannt. Grundsätzlich hält der Hersteller an seiner Taktik fest, Googles Betriebssystem möglichst wenig zu verändern. Doch neben der Moto-App mit einigen zusätzlichen Bedienoptionen, installiert der Hersteller auch zwei Apps von Microsoft. Sind ja nur zwei, könnte man sagen, aber LinkedIn und Outlook lassen sich nicht löschen, auch wenn man sie nicht braucht.

Fazit

Die unverbindliche Preisempfehlung für das Moto X4 liegt bei 399 Euro, aber selbst Motorola verkauft es in seinem Onlineshop aktuell für 349 Euro. Damit ist es deutlich günstiger als die meisten anderen Smartphones mit Dualkamera und liefert trotzdem einen ordentlichen Bokeh-Effekt. Die Kamera bietet insgesamt eine leicht überdurchschnittliche Bildqualität und die Hardware erzielt zwar keine Spitzenleistungen, ist aber für den Alltag mehr als schnell genug. Das Smartphone ist gut verarbeitet und liegt angenehm in der Hand, jetzt muss nur noch das Oreo-Update zügig erscheinen.

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