Das Lenovo Yoga 910 im Test

Her damit !17
Lenovo Yoga 910 im Test
Lenovo Yoga 910 im Test(© 2017 CURVED)

Flach, stabil und leistungsstark: Das Lenovo Yoga 910 sieht nicht nur schick aus, sondern verspricht ein gestochen scharfes Bild und viel Power. Doch im Test fielen uns durchaus ein paar Nachteile auf.

Metallkörper und Yoga-Gelenk

Designtechnisch hat sich das neue Yoga Ultrabook kaum verändert. Das ist aber nicht schlimm. Denn der Unibody aus Metall sorgt für viel Stabilität und sieht zudem noch sehr schick aus. Das Lenovo Yoga 910 bekommt Ihr in Gold, Silber und Grau. Leider sind das Außenmaterial und die Handballenauflage sehr fingerabdruckanfällig. Der Laptop ist mit gerade mal 1,3 Kilogram ein echtes Leichtgewicht.

Mit dabei ist wie der Name schon sagt, das Yoga-Gelenk, mit dem Ihr den Laptop bis zu 360 Grad umklappen könnt. Dann könnt Ihr das Gerät mit dem Touchscreen wie ein Tablet verwenden. Klappt Ihr es nicht ganz auf, steht das Yoga wie ein Zelt – praktisch für Präsentationen oder als Fernseherersatz. Was auffällt: Das Gelenk wirkt sehr robust. Ich habe keine Zweifel, dass es sehr lange halten wird, egal wie oft Ihr den Laptop hin- und herklappt.

Tastatur und Touchpad

Damit das Lenovo Yoga 910 nur 1,4 Zentimeter dünn ist, bleibt für die Tastatur kaum Spielraum. Ihr müsst Euch also mit sehr flachen Tasten abfinden. Ich habe persönlich damit ein Problem. Beim längeren Tippen können der sehr flache Hub und die wackelnden Tasten durchaus nerven. Wer sich noch für F-Tasten interessiert, darf kurz erleichtert sein: Sie sind noch vorhanden – allerdings nur mit zusätzlich gedrückter Fn-Taste als Zweitbelegung. Vorrang haben hier die Funktionen für Display-Helligkeit, Lautstärke und Co.. Das lässt sich aber in den Einstellungen zum Glück ändern. Zehnfingerschreiber werden sich auch etwas umgewöhnen müssen, denn die rechte Shift-Taste wurde ganz außen neben der Pfeil-Nach-Oben-Taste angeordnet.

Das Touchpad ist sehr sensibel. Extrem sensibel. Beim Tippen mit der Tastatur wurde öfter schon eine Mausbewegung erkannt, obwohl meine Hände über dem Touchpad schwebten und es nicht berührten. So sprang des Öfteren mein Cursor an eine andere Stelle und musste wieder korrigiert werden. Dass das Touchpad so glatt ist und schnell reagiert hat aber auch Vorteile: Gesten werden sehr schnell erkannt und ausgelöst. Der Klickpunkt ist an jeder Stelle im unteren Bereich gleich.

Rechts unter der Tastatur finden wir einen kleinen Fingerabdrucksensor. Was an sich eine praktische Erfindung ist, scheiterte in unserem Test leider im Alltag. Zu oft wurden die Finger nicht erkannt. Der Bildschirm musste dann per PIN-Eingabe entsperrt werden. Es glich einem Glücksspiel. Auch nach erneutem Anlegen der Abdrücke stellte sich keine Besserung ein.

Technische Ausstattung

Unter der Haube ist ordentlich was los: Hier sitzt ein Intel i7-7500U-Prozessor der aktuellen Kaby Lake Generation, dessen zwei Kerne mit 2,9 GHz takten. Als Grafikchip kommt die Intel HD Grafik 620 zum Einsatz. Dazu gesellen sich 16 Gigabyte Arbeitsspeicher sowie eine 512 Gigabyte große SSD. Bei Bedarf könnt Ihr für einen Aufpreis auch die Variante mit einer 1TB-SSD kaufen.

Der Bildschirm hat mir sehr gut gefallen. Die Ränder sind an den Seiten lediglich sechs Millimeter breit, sodass das 13,9 Zoll FullHD-IPS-Display (1920 x 1080 Pixel) nahezu randlos erscheint. Es ist hell und farbstark. Wer mehr Pixel möchte, kann das Modell auch mit einem 4K-IPS-Display (3840 x 2160 Pixel) kaufen.

Größtes Manko: zu wenig Anschlüsse. Rechts finden wir einen normalen USB 3.0 Port und einen kombinierten Kopfhörer/Mikrofon-Ausgang, links ist ein USB 2.0-Port (Typ C), über den auch der Stromanschluss stattfindet und ein weiterer USB 3.0-Port (Typ C) für die Videoausgabe. Thunderbolt 3 kann keiner der Anschlüsse. Auch wenn es gerade modern ist, wenig Steckplätze an Laptops anzubringen, ist das immer noch alles andere als praktisch. So müsst Ihr zahlreiche Adapter mitnehmen.

Überraschend gut war der Sound der JBL-Lautsprecher, wenn der Laptop auf glattem Holzuntergrund steht. Die Sprache bei Videotelefonaten war sehr gut verständlich. Doch da die Lautsprecher unten angebracht sind, verändert sich die Qualität, sobald die Fläche uneben ist (zum Beispiel bei einer Lederauflage für den Schreibtisch) oder werden verdeckt, wenn der Laptop auf dem Schoß benutzt wird.

Leider ist die Webcam unter dem Bildschirm in der Mitte platziert und filmt Euch beim Videotelefonieren immer unvorteilhaft von unten. Außerdem ist es keine Windows-Hello-Kamera. Ihr könnt Euch also nicht per Gesichtserkennung anmelden, sonder nur über den Fingerabdrucksensor oder per PIN/Passwort-Eingabe.

Lange Akkulaufzeit, aber lauter Lüfter

Im Test mit permanentem Surfen im Internet kam der Laptop auf den beachtlichen Wert von 10,5 Stunden Akkulaufzeit. Und hier noch mehr für Zahlenfans: Die anderen Benchmark-Ergebnisse können sich sehen lassen. Bei Geekbench 4 erreicht das Yoga 910 im Schnitt 4209 Punkte im Single-Core- und 8025 Punkte im Multi-Core-Test. Beim 3D Mark Cloud Gate-Test erreichen wir um die 6918 Punkte. Im PC Mark 8 Work-Test kommt der Laptop auf 4924 Punkte.

Als ich das Lenovo Yoga 910 eingerichtet und in Betrieb genommen habe, fiel leider auch im normalen Zustand ein sehr störendes Lüftergeräusch auf. Ein hochfrequentes Rauschen mit nervigem Pfeifton, der leider nicht nur unter Last, sondern auch im Idle-Zustand ohne Unterbrechung auftrat. Schuld am Aufdrehen der Lüfter war der WLAN-Treiber. Nachdem ich diesen deinstalliert und einen neuen aufgespielt habe, war der Laptop plötzlich flüsterleise. Doch auch wenn das permanente Rauschen erlosch – unter Last kehrte der vertraute hohe Pfeifton zurück und raubte mir gelegentlich den letzten Nerv.

Preise und Verfügbarkeit

Das Lenovo Yoga 910 ist bereits erhältlich. Je nach Ausstattung liegt der Preis zwischen 1500 und 2000 Euro. Wer sparen möchte, kann statt dem 4K-IPS-Display (3840 x 2160 Pixel) den günstigeren Full-HD-Bildschirm (1920 x 1080 Pixel), den auch unser Testmodell hatte, wählen.

Fazit: guter Begleiter

Verarbeitung, Design, Leistung und Display haben mich beim Test überzeugt. Tastatur, Touchpad, Fingerscanner und Anschlüsse landen dagegen auf der Contra-Seite. Das Lenovo Yoga 910 ist vielleicht nicht der beste Windows-Laptop am Markt, aber auf keinen Fall eine schlechte Wahl. Die Akkulaufzeit geht auch in Ordnung, sodass Ihr mit dem Yoga 910 einen guten, leichten und somit auch ständigen Begleiter bekommt.


Weitere Artikel zum Thema
Moto­rola Moto X4 im Test: Mittel­klasse-Smart­phone mit Dual­ka­mera
Jan Johannsen
UPDATEHer damit !20Das Moto X4 mit seiner Dualkamera.
8.0
Das Motorola Moto X4 verfügt über eine Dualkamera, mehr als ausreichende Hardware und ist für einen erschwinglichen Preis erhältlich. Der Test.
Nokia, Moto­rola und Co.: Wer wirk­lich hinter den bekann­ten Marken steckt
Alexander Kraft4
Nokia ist längst nicht mehr die Firma, als die sie mal begonnen hat.
Große Marken wie Nokia, Motorola oder Blackberry sind im Laufe der Zeit durch viele Hände gegangen – für manche eine zweite Chance.
Kaufen, ihr müsst: Das sind die besten Star-Wars-Gadgets
Boris Connemann
Die Jedi Challenge bietet auch echte Star-Wars-VR-Action.
Mehr Macht zum Fest: Wir haben euch die zehn witzigsten neuen Star-Wars-Gadgets herausgesucht.